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Corona-Krise
Situation der Wirte in Eisenhüttenstadt ist katastrophal

Abholservice: Bei Tschernies in der Straße Inselblick werden nach Bestellung Speisen ausgereicht. Wie andere Restaurants in Eisenhüttenstadt, versucht man mit dem Verkauf von Speisen außer Haus die Verluste zu minimieren.
Abholservice: Bei Tschernies in der Straße Inselblick werden nach Bestellung Speisen ausgereicht. Wie andere Restaurants in Eisenhüttenstadt, versucht man mit dem Verkauf von Speisen außer Haus die Verluste zu minimieren. © Foto: Stefan Lötsch/MOZ
Stefan Lötsch / 27.03.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 27.03.2020, 07:22
Eisenhüttenstadt (MOZ) Hartmut Rose, Betreiber des Restaurant Rose in der Saarlouiser Straße, fasst die Situation in einem Satz zusammen und dürfte damit auch für andere Gaststätten- und Restaurantbesitzer sprechen: "Es ist eine Katastrophe".

Seit Montag dürfen die Einrichtungen nicht mehr öffnen, die Einnahmen brechen weg. Für drei Mitarbeiter hat er Kurzarbeit beantragt. Nun muss er warten, wie sich die Lage entwickelt. Dabei, so sagt Hartmut Rose, war schon der Jahresbeginn nicht so toll. Jetzt wäre das Geschäft mit den Osterfeiertagen oder  Jugendweihen gekommen.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.

In der Straße der Republik ist die Stimmung auch nicht besser. "Schlecht, sehr schlecht", umschreibt Mensur Farizi, Geschäftsführer der Pizzeria "Pane e olio" seine Situation. Schon bevor am Montag offiziell die Gaststätten und Restaurants in Deutschland gesperrt wurden, war schon in der Woche zuvor der Umsatz nicht gut. "Es kam keiner, auch wenn ich offen gehabt habe", sagt Mensur Farizi. Auch für seine Mitarbeiter gibt es Kurzarbeit.

"Schmerzlich, richtig bitter", sagt Gabriele Machnow vom Gasthaus & Pension "Zur Sonne" in Schönfließ, wenn man sie auf die Verordnung anspricht. Dabei hatte sich zu Beginn des Jahres abgezeichnet, dass die Auftragslage gut sein würde. Bis Ende April waren die Wochenenden ausgebucht. "Die Wochenenden waren sehr, sehr gut gebucht", erklärt Gabriele Machnow. Die Sonne verfügt über einen großen Saal, eignet sich deshalb sehr für größere Feiern. Das ist nun aber alles nicht möglich. Die Küche muss kalt bleiben.

Alle drei Gaststätten- und Restaurantbetreiber werden, wie ein Großteil der Kollegen, keinen außer Haus-Service anbieten. "Das lohnt sich nicht", erklärt Hartmut Rose. Schon vor der Corona-Krise sei das nicht in Anspruch genommen worden, sagt Mensur Farizi. Torsten Maeding von Tschernies Pub im Inselblick hat dagegen schon immer Außer-Haus-Bestellungen angeboten. Das ist das, was ihm als Einnahme bleibt in einer Zeit, die er als "total deprimierend" beschreibt. Seinen Eingangsbereich hat er deshalb umorganisiert, damit kein Kontakt zwischen Kunden und ihm entstehen. Mut machen ihn in der schweren Zeit seine Kunden und Gäste: "Ich erhalte ein Super-Feesdback."

Abholservice

Auch die Schnitzelwirtschaft in Fürstenberg bietet einen Lieferservice an, zum Beispiel am Wochenende in der Zeit von 17 bis 21 Uhr ab einem Bestellwert von 50 Euro. Das Deutsche Haus bietet am Sonnabend und Sonntag eine "Krisenküche" an, zwei Menüs zur Auswahl, die abgeholt werden können.

Am 1. März ist Robert Domachowski und sein Geschäftspartner mit dem Catering-Service Buffet-Fabrik an den Start gegangen. Bis in den Sommer war die Auftragslage sehr gut. Doch das ist alles weggefallen. Er bietet nun in der Königstraße 47 ein abwechselndes und preiswertes Mittagsmenü, das nach Bestellung abgeholt werden kann.

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Werner Matzat 27.03.2020 - 13:14:58

So werden Existenzen vernichtet - Kaum zu glauben, aber wahr!

Werte Leser, Leserinnen, Existenzbedrohte und andere "heimliche Kommentarverfolger", gestern Abend berichtete Panorama unter der Überschrift - Existenzen vernichtet: Die sozialen Opfer - Die Corona-Krise betrifft besonders Selbstständige, etwa Restaurantbesitzer, Einzelhändler und Kosmetiker. Deutschland droht eine große Pleitewelle. Zur gesamten Information geht es für den Einzelnen in diese Quelle: https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2020/Existenzen-vernichtet-Die-sozialen-Opfer,corona1432.html --- Kurzarbeitergeld hilft da allerdings nicht mehr, wenn Betriebe wegen der Corona bedingten Schließungen bzw. Ausfällen von Lieferungen, Nachfrage oder Personal zahlungsunfähig werden. Hier sollte die Bundesregierung ihre versprochenen, unbürokratischen, staatlichen Liquiditätshilfen zügig umsetzen, die im Bedarfsfall verbindlich und umfassend gewährt werden müssen. Angesichts der zu erwartenden umfassenden Ausfälle sollten die Kredite zinsfrei bleiben und über einen längeren Zeitraum keine Rückzahlungsverpflichtung bestehen, da die entstehende Schuldenlast viele Betriebe und Selbstständige überfordert und dadurch zur endgültigen Pleite führt. Doch in den Corona - Krisenzeiten wächst bei den Betroffenen die Verunsicherung, ob der Staat das Versprechen für wegbrechende Existenzen einhalten wird. Ihr Ziel scheint überaus ehrgeizig. Doch viele Corona - Opfer sind da sehr skeptisch. Und das nicht ohne Grund. Glauben Sie etwa, dass politische Schönwetterreden zum Erfolg führen und eine unkomplizierte Hilfe-Lösung auch umsetzt? Die Richtung stimmt zwar wie immer, aber es hapert weiter bei der zielgenauen Umsetzung und dann, genau dann, können sie nie mehr ihren Service mit umfassenden Leistungen und garantierter Qualität anbieten. Die schnellen Hilfen vom Staat scheitern bereits jetzt schon an der Umsetzung, kommt es aber ganz Dicke gibt es leider keine Hilfe mehr. Bedenken Sie, politische Schönwetterreden hatten wir in Deutschland schon zu viele. Werte Leser, Leserinnen, Existenzbedrohte und andere "heimliche Kommentarverfolger", verantwortliches Regierungshandeln sieht anders aus, doch wo der Bundesdeutsche neoliberale Zeitgeist weht und die politischen, entscheidenden Weichen gestellt werden, wo selbst der Bundesfinanzminister Herr Scholz (SPD) solche Sätze sagte, "Wir erleben eine Krise, die in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Vorbild ist". Sie zeige, wie verletzlich jede und jeder sei. "Das, was wir jetzt brauchen, ist Solidarität", auch unter Staaten. Deutschland stehe auch an der Seite seiner europäischen Partner. "Das ist keine Sache für uns allein. Wir stehen zusammen" - ist oberste Vorsicht angebracht. So hat es nichts mit Sozialer Marktwirtschaft zu tun das Chancen wirtschaftlichen Handelns zwar von Einzelnen genutzt, doch die Risiken hingegen von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Haben sie die Folgen, der Finanz - und Bankenkrise, etwa schon wieder vergessen? Schließlich ist die wirtschaftliche Lage 2020, für jeden Bürger, nicht eben rosig, sondern katastrophal. Kaum zu glauben, aber wahr! Dabei weiß dies kaum jemand besser als Sie selbst. Schon mal ernsthaft darüber nachgedacht?

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