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Coronavirus
Warum nicht gleich renovieren? Der Baumarkt hat auf

Endlich mal genügend Zeit für Heimwerker-Projekte: Sabrina (l.) und Lydia Wittig sind im toom-Baumarkt in Fürstenwalde-Süd unterwegs, um weiße und rosa Wandfarbe zu kaufen.
Endlich mal genügend Zeit für Heimwerker-Projekte: Sabrina (l.) und Lydia Wittig sind im toom-Baumarkt in Fürstenwalde-Süd unterwegs, um weiße und rosa Wandfarbe zu kaufen. © Foto: Conradin Walenciak
Conradin Walenciak / 27.03.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 28.03.2020, 15:53
Fürstenwalde (MOZ) Die Zeit, in der viele wegen des Coronavirus öfter zu Hause sind als üblich, sinnvoll nutzen, um angefangene Projekte wieder anzupacken oder ganz neue zu starten – genau das hat Lydia Wittig vor. Die Schülerin will ihr Zimmer neu streichen. Gemeinsam mit ihrer Mutter Sabrina ist sie deshalb im toom-Baumarkt in Fürstenwalde-Süd. "Ich brauche weiße und rosa Farbe", sagt sie.

Im Baumarkt müssen Kunden derzeit eine Menge Regeln beachten. Natürlich gelten auch hier die bekannten Vorschriften zur Eindämmung der Pandemie. Insbesondere auf den Abstand zwischen Kunden und Mitarbeitern wird geachtet. Vor den Kassen sind Klebestreifen auf dem Boden, um auf den Abstand zum Vordermann hinzuweisen, an den Info-Schaltern sorgt Absperrband für die notwendige Trennung. "Ich finde das gut", sagt Sabrina Wittig. "Ich arbeite selbst in einem Lebensmittelgeschäft und bin froh, dass sich viele Menschen an diese Regeln halten."

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Kontrolle am Eingang

Um den Laden gar nicht erst zu voll werden zu lassen, wird auch der Einlass kontrolliert, sagt Filialleiter René Meißner. Genau wie seine Mitarbeiter trägt er Plastikhandschuhe. "50 Kunden dürfen gleichzeitig ins Geschäft." Ist der Andrang zu groß, muss draußen gewartet werden. "Vormittags ist meist mehr los", sagt der 42-Jährige. Dann werde die 50er-Marke auch teilweise ausgeschöpft. "In der vergangenen Woche passierte das öfter. In den letzten Tagen hat sich die Lage entspannt." Am Donnerstagnachmittag waren 25 Kunden im Baumarkt.

Besonders nachgefragt seien Produkte aus der Garten- und der Farben-Abteilung. "Der Absatz sieht im ganzen Laden ganz gut aus. Aber diese beiden Sparten ragen nochmal heraus", sagt Meißner. Man merke, dass viele die Zeit für Gartenarbeit nutzen. "Deshalb bin ich auch sehr glücklich, dass der Laden weiterhin geöffnet ist." Auch aus der Belegschaft habe sich keiner beschwert, freut sich der Chef. "Alle ziehen voll mit." Die Maßnahmen, die von der Politik ergriffen wurden, um das Coronavirus einzudämmen, hält der Marktleiter ansonsten für sinnvoll. "Wir wollen das ja schließlich loswerden."

Dieser Gedanke scheint bei vielen in Fürstenwalde angekommen zu sein. Auf Nachbarschaftshilfe trifft man auch hier im Markt. So ist Manfred Riedel mit dem achtjährigen Phil im Auftrag der Schwiegereltern in der Gartenabteilung unterwegs. Sie suchen einen neuen Aufsatz für den Gartenschlauch. Weiter hinten schiebt ein Kunde seinen mit Blumenerde und -töpfen gefüllten Wagen durch die Gänge. "Das ist für meine 65-jährige Nachbarin", sagt der junge Mann. "Ich gehe für sie einkaufen."

Zwei Kunden pro Einkaufswagen

Bei vielen Baumärkten in der Region ist ein größerer Kundenandrang als üblich zu beobachten – ein konsequentes Umsetzen der Schutzmaßnahmen aber ebenfalls. So auch im Hornbach-Baumarkt in Vogelsdorf. Die Schlange ringelt sich bereits um 8 Uhr vor dem Eingang. Mehr als zwei Personen pro Einkaufswagen sind aber nicht erlaubt. Ein Security-Mann lässt die Kunden schubweise rein. Olaf Kierschke aus Rüdersdorf will Erdkabel für den Garten kaufen und wartet gelassen. "Das muss ja sein", sagt er. Eine Frau vor ihm lässt den Wagen  stehen und läuft zum Eingang vor. "Ich möchte nur wissen, ob es noch weiße Wandfarbe gibt."  Sie will ihre Wohnung renovieren. Erleichtert kommt sie zurück, Farbe ist reichlich da.

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