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Pandemie
Corona-Vorsorge in der Asylunterkunft in Frankfurt (Oder)-Seefichten

Der Internationale Bund hat eine komplette Etage der Gemeinschaftsunterkunft in Frankfurt (Oder)-Seefichten als Quarantänestation vorbereitet, sollten sich Bewohner mit dem Coronavirus infizieren. Auch die Asylsuchenden und Wohnungslosen, die hier untergebracht sind, sorgen sich vor einer Ansteckung. Eine Erkrankung gab es bisher nicht.
Der Internationale Bund hat eine komplette Etage der Gemeinschaftsunterkunft in Frankfurt (Oder)-Seefichten als Quarantänestation vorbereitet, sollten sich Bewohner mit dem Coronavirus infizieren. Auch die Asylsuchenden und Wohnungslosen, die hier untergebracht sind, sorgen sich vor einer Ansteckung. Eine Erkrankung gab es bisher nicht. © Foto: Gerrit Freitag
Thomas Gutke / 27.03.2020, 05:00 Uhr - Aktualisiert 27.03.2020, 06:41
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete und Wohnungslose in Seefichten hat sich mit einer Vielzahl von Maßnahmen auf mögliche Coronavirus-Infektionen von Bewohnern vorbereitet. Einen bestätigten Covid-19-Fall gebe es jedoch zurzeit nicht, berichtet Anja Meyer vom Internationalen Bund, der die Unterkunft betreibt.

Aktuell sind in dem Heim 75 Asylsuchende und 31 Obdachlose untergebracht. Sie dürften sich genauso frei oder vielmehr eingeschränkt in der Öffentlichkeit bewegen wie alle anderen Bürger. "Die meisten Bewohner halten sich allerdings an die Empfehlung, soziale Kontakte zu vermeiden, und verlassen nur selten die Unterkunft", so Anja Meyer. Die Sorge vor Ansteckungen sei groß.

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In der Gemeinschaftsunterkunft werden die Bewohner auf regelmäßig aktualisierten, mehrsprachigen Informationsaushängen über die Pandemie und die öffentlichen Einschränkungen auf dem Laufenden gehalten. Außerdem finden Einzelgespräche statt. Auf allen Etagen hat der IB Spender für Handdesinfektionsmittel installieren lassen. Der Wachschutz und die Mitarbeiter arbeiten unter anderem mit Einweghandschuhen, um sich und die Bewohner bestmöglich zu schützen. Reinigungskräfte tragen zudem Mundschutz. Darüber hinaus wurde eine komplette Etage als Quarantänestation vorbereitet, sollten sich Bewohner infizieren.

Wohnungsumzüge ausgesetzt

Das dezentrale Unterbringungskonzept der Stadt liegt gegenwärtig auf Eis. Nach einigen Wochen bis Monaten in der Gemeinschaftsunterkunft ziehen Flüchtlinge eigentlich in Wohnungen um. Doch dies sei "in Anbetracht der gegenwärtigen Situation nicht umsetzbar", erklärt Anja Meyer.

Auch neue Flüchtlinge hat die Stadt zuletzt nicht mehr aufgenommen. Einzige Ausnahme sei eine Mutter mit Kind gewesen, die aus familiären Gründen nach Frankfurt kommen durfte, informiert der Sozialbeigeordnete Jens-Marcel Ullrich. Sonst aber sei die Zentrale Ausländerbehörde des Landes angehalten, derzeit keine weiteren Flüchtlinge auf die Kommunen zu verteilen. Allerdings kämen aktuell auch kaum neue Flüchtlinge in Brandenburg an, so Ullrich. Schließlich hätten zahlreiche Länder in Europa ihre Grenzen zur Eindämmung des Virus dicht gemacht.

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