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Bauwirtschaft
Corona-Krise bremst Rathaus-Sanierung in Frankfurt (Oder) nicht aus

Die Ende 2019 begonnene Sanierung des Rathauses Frankfurt (Oder) schreitet trotz der Corona-Krise weiter voran. Zu Bauverzögerungen kam es bisher nicht. Ein Dankeschön kommt von der IG BAU.
Die Ende 2019 begonnene Sanierung des Rathauses Frankfurt (Oder) schreitet trotz der Corona-Krise weiter voran. Zu Bauverzögerungen kam es bisher nicht. Ein Dankeschön kommt von der IG BAU. © Foto: Thomas Gutke
Thomas Gutke / 27.03.2020, 06:00 Uhr - Aktualisiert 27.03.2020, 06:34
Frankfurt (Oder) (MOZ) Seit Anfang des Jahres ist das Rathaus eine Großbaustelle. Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes läuft auf Hochtouren. Und bislang deutet nichts darauf hin, dass die Corona-Krise das derzeit größte Frankfurter Bauprojekt ausbremsen könnte. Denn im Unterschied zu vielen anderen Wirtschaftszweigen dürfen Arbeiten auf Baustellen nahezu uneingeschränkt weiterlaufen. Auch Lieferengpässe gibt es (noch) keine.

Zurzeit werden im Rathaus Schadstoffe beseitigt. Am Donnerstag hallte das Rattern der Bohrhämmer durch die angrenzenden, menschenleeren Straßen. Arbeiter schoben mit Schutt beladene Schubkarren die Baugerüste entlang. Kipplaster transportierten die Trümmer ab. Die vierte Etage sei inzwischen komplett schadstofffrei, berichtet Kora Kutschbach, Pressereferentin der Stadt. Nun arbeite sich das Entsorgungsunternehmen in den unteren Etagen vor. "Zudem wird der innenliegende Treppenturm abgerissen. Die Glasfassade aus den 1970er Jahren ist bereits demontiert. Außerdem finden die Deckenabrissarbeiten zur Errichtung des neuen Treppenturmes auf der Ostseite des Gebäudes statt", berichtet sie.

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Vorsorge im Arbeitsalltag

Auswirkungen auf den Arbeitsalltag auf der Rathaus-Baustelle haben die Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie dennoch. So sind die normalerweise regelmäßig stattfindenden Bausitzungen bis auf Weiteres abgesagt. Die Bauleitung bespricht sich mit den Firmen direkt und klärt Probleme per Telefon oder E-Mail. Lieferscheine müssen nicht mehr unterschrieben werden. Die Sanitärcontainer werden öfter als zuvor gereinigt. Kraftfahrer, die Abfallcontainer bringen und abholen, dürfen mit den Beschäftigten der Baufirmen nicht mehr in Kontakt kommen. Darüber hinaus gelten auch für Bauarbeiter die gleichen Regeln und Empfehlungen wie für alle Bürger: Distanz halten, Kontakt mit anderen vermeiden, bei Krankheitssymptomen zu Hause bleiben.

Noch steht die Sanierung des teilweise mehr als 700 Jahre alten Bauwerkes ganz am Anfang. Bis zum Jahr 2023 sollen das alte Satteldach wieder hergestellt, Beratungsräume, Sitzungssäle und Büros modernisiert und energetisch saniert werden. Im Innenhof entsteht ein großzügiges Foyer als neues Herzstück zwischen Bürgerbüro und Kunstmuseum, von dem aus Beschäftigte und Bürger das Rathaus erschließen können.

Auch auf anderen von der Stadt beauftragten Bauprojekten komme es aufgrund der aktuellen Lage gegenwärtig zu keinen Verzögerungen oder gar Baustopps, versichert Kora Kutschbach. Dazu gehören beispielsweise der grundhafte Ausbau der Kreuzung Markendorfer Straße, Weinbergweg, Puschkinstraße, Damaschkeweg. Oder die Risssanierung am Gebäude der freiwilligen Feuerwehr in Kliestow.

Der Bezirksverband Oderland der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) dankte am Donnerstag den rund 610 Baubeschäftigten, die es in Frankfurt gibt, für ihren Einsatz. Die Bauwirtschaft zeige sich bislang deutlich immuner gegen die Krise als viele andere Branchen. Damit leiste sie einen entscheidenden Beitrag zur Stützung der regionalen Wirtschaft.

"Es sind die Maurer und Zimmerleute, die Landschaftsgärtner, die Dachdecker und Straßenbauer. Und vor allem auch die, die für den Nachschub auf dem Bau sorgen: die Beschäftigten der Baustoff-Industrie. Sie alle halten einen zentralen Wirtschaftszweig in Frankfurt (Oder) am Laufen", erklärte die Bezirksvorsitzende Astrid Gehrke. Es sei Zeit, auch ihnen Danke zu sagen.

Zugleich appellierte der Bezirksverband der IG BAU an die Arbeitgeber, die strikte Einhaltung der Hygieneregeln sicherzustellen. Der Mindestabstand von 1,50 Meter müsse unbedingt eingehalten werden. "Besser ist eine ganze Zollstocklänge: also 2 Meter", so Astrid Gehrke. Sollte dies bei bestimmten Arbeiten nicht möglich sein, müssten auch Baubetriebe Masken und Schutzhandschuhe bereitstellen.

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