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Einst und jetzt in Milow
Schüler lernten, wo einst Gutsbesitzer lebten

Peter Wittstock / 27.03.2020, 07:00 Uhr
Milow Aus dem Jahr 1954 stammt  das Foto von Helmut Holzmann vom einstigen  Rittergut in Milow. Der Standort belegt auch aktuell, wie rasant sich  gesellschaftliche Entwicklungen vollziehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Befehl 209 der sowjetischen Besatzer wurden in Ostdeutschland Gutsbesitzer und Großgrundbesitzer enteignet. Diesem Prozess fielen auch  im Westhavelland zahlreiche Schlösser und Herrenhäuser zum Opfer. Bei  Abriss wurden Baustoffe gewonnen,  oftmals aber, wie hier in Milow, wurden Schulen installiert.  1950 wurde mit den Umbauarbeiten am ehemaligen Rittergut derer von Anhalt Dessau begonnen. Ziel war es, einen zentralen Schulstandort zu schaffen und die vier kleinen Milower Schulen (Rote und Grüne, Küster- und Waldschule) Schritt für Schritt zu schließen. 1951 wurde der Schulbetrieb mit fünf Klassen gestartet. Neben Milower Kindern wurden zwei Jahre danach Schüler aus Bützer und Böhne (7./8. Klassen) auf dem einstigen Gut beschult. Nach diversen Umbauten, Modernisierungen und Nutzungen von Nebengebäuden reifte Ende der 1970er Jahre der Entschluss, im Dorf eine neue Schule zu errichten,  mit Sporthalle, modernen Funktions-, Klassen- und Horträumen und integrierter Schulküche und Schülerspeisung. Nach 1984 sollte die alte  Schule auf dem Rittergut dem Mähdrescherwerk Bischofswerda als dessen Feriendomizil dienen. Der Plan kam nie zur Ausführung. Milow hatte Arbeitskräfte für das Premnitzer Chemiefaserwerk unterbringen. Nach der politischen Wende in der DDR verwahrloste  das Haupthaus zusehends.  Investor Axel Fingerhut schuf letztlich eine Seniorenresidenz, die es nunmehr seit zehn Jahren gibt.

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