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Corona-Krise
Schneiderei des Theaters näht Mundschutz statt Kostüme

Eva-Martina Weyer / 29.03.2020, 07:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Dort, wo sonst Kostüme für Theaterproduktionen geschneidert werden, hat man am Freitag eine Idee aufgegriffen. Sie macht gerade in anderen Theatern von Deutschland die Runde: Mundschutz nähen!

Auch Gewandmeister Andreas Westkämper von den Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs) und seine Kolleginnen haben sich dieser Idee  angeschlossen. Seit Freitag nähen sie aus vorhandenem Baumwollstoff Mundschutz. Dieser Mundschutz lässt bei seinem Träger Luft zum Einatmen rein, aber keine Atemtröpfchen raus. Im medizinischen Sinne sicher ist er nicht. Aber er kann helfen, einer Tröpfcheninfektion vorzubeugen.

Geschenk an Verkäuferinnen

Der von den ubs-Schneidern "erfundene" Mundschutz hat extra keine Gummis zum Festbinden, weil man die nicht bei 100 Grad waschen kann. Stattdessen sind nur normale Stoffbänder an den Mundschutz genäht. Andreas Westkämpfer und einige Kolleginnen arbeiten in der Schneiderwerkstatt der ubs, andere nähen zu Hause, um alle Sicherheitsvorgaben einzuhalten. Am Freitagnachmittag hat Theaterintendant André Nicke die ersten Mundschutzmasken an Verkäuferinnen von nahkauf in der Berliner Straße sowie an Frauen im lila Bäcker verschenkt. "Die Damen waren sehr gerührt", sagt André Nicke. "Sie wollen den Mundschutz gerne tragen als Zeichen für die Kunden: Wir schützen euch, aber schützt ihr auch uns."

Inzwischen ermitteln die Uckermärkischen Bühnen den Bedarf, welche Schwedter Einrichtung solchen Mundschutz brauchen könnte. Bäckermeister Frank Schäpe hat schon 20 Teile für seine Kollegen geordert. In geringem Umfang haben die ubs-Schneider den Mundschutz auch für ihre eigenen Theaterkollegen genäht, zum Beispiel für Bühnenarbeiter.

Mittlerweile sind auch Schwedter Frauen als Privatinitiative emsig beim Nähen von Mundschutz. Sie tragen ihn selbst oder verschenken ihn. In Asiens Städten ist das Tragen selbstverständlich.

Stoffspenden erbeten

André Nicke versichert: "Nächste Woche geht es weiter mit der Produktion. Wir zerschneiden und nähen jeden Baumwollstoff, den wir kriegen können." Und er bittet um Hilfe. "Über Stoffspenden würden wir uns riesig freuen. Wir wollen mit dem Nähen von Mundschutz auch die Botschaft aussenden, das wir als Kultureinrichtung helfen können, die Ausbreitung des Virus zu verhindern."

Wer Baumwollstoff abgeben möchte, kann sich an den Besucherservice wenden unter Telefon 03332 538111. Das Telefon ist montags, mittwochs und freitags von 10 bis 18 Uhr und dienstags und donnerstags von 10 bis 20 Uhr besetzt.

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