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Corona-Krise
Uckermärker Schulen schreiben Mutmach-Briefe an Eltern

Michael Dietrich / 29.03.2020, 18:53 Uhr
Schwedt (MOZ) Eltern haben jetzt viele Fragen. Wird der Stoff, den mein Kind allein lernen soll, später abgefragt? Was antwortet man, wenn das Kind sagt, die Lehrerin hat das aber anders erklärt? Und wie reagiert man richtig, wenn das Kind "keinen Bock mehr" hat zu lernen.

Seit dem 18. März sind alle Schulen geschlossen. Nur im Notbetrieb werden Hortkinder betreut, deren Eltern in wichtigen Berufen arbeiten. Kathrin Plessow, Klassenleiterin einer 3. Klasse der Waldrand-Schule, betreut die neun Kinder abwechselnd mit ihren Kollegen und gibt dabei auch die ein oder andere Hilfe für die Hausaufgaben. "Die Eltern sind dankbar dafür, dass sie das nicht nach Feierabend noch machen müssen", sagt sie, "in unserem Kollegium haben sich sofort alle dafür bereiterklärt."

270 Schüler sitzen sonst in der Schule, jetzt zu Hause. Schulleiter Ernest Hobohm setzt wie alle Schulen auf digitale Kommunikation. "Unsere Schul-Homepage ist jetzt Leitmedium. Da stehen die Aufgaben und Elternbriefe. Jede Klassenleiterin hat einen Mailaccount für Fragen. Die Schüler arbeiten an Projekten über Whatsapp zusammen", berichtet er.

Schulaufgaben mit Spaß

Für seine 6. Klasse in  Gesellschaftswissenschaften hat er sich eine Aufgabe ausgedacht, bei der mehrere Schülerteams den schnellsten, günstigsten und umweltfreundlichsten Transportweg für 1000 Tonnen Organgen von Katania nach Hamburg  ermitteln sollen.  "Es geht hauptsächlich um Wiederholung und Festigung von Stoff. Das macht am praktischen Beispiel und im kleinen Wettstreit aber am meisten Spaß."

Die wenigsten Sorgen macht sich Schulleiterin Carla Buchholz vom Gauß-Gymnasium um ihre Abiturienten. "Der Stoff von Klasse 11 und 12 war so gut wie durch. Die 52 Abiturienten müssen jetzt ohnehin für die Prüfungen büffeln", sagt sie. Die 413 Schüler des Gauß-Gymnasiums sind während der Schulschließung über eine vom Land eingerichtete weBBcloud mit der Schule verbunden. Dort sind Aufgaben hinterlegt wie eine Bleistiftstudie im Kunstunterricht oder ein Festival-Report in Englisch. Auch Interaktion mit den Lehrern ist darüber möglich. "Viel wichtiger ist jetzt aber, dass die Schüler auch zu Hause einen regelmäßigen zeitlichen Ablauf, einen Plan für den Tag und die Woche haben und nicht ziellos abhängen", sagt Carla Buchholz.

Elternbriefe im Internet

Abiturientin Sophie Kautz  ist beim Lernen allein zu Haus. Sie will ihren inneren Schweinehund damit besiegen, dass sie den Tag beginnt, als wenn Schule wäre. So sitzt sie schon früh am Morgen über ihren Mitschriften.

Der neunjährige Paul aus der 4a der Lindgren-Grundschule macht seine Schularbeiten, während nebenan Mutter Sina Hoffmann im Homeoffice arbeitet. "Wir haben eine kleine Wohnung, da ist das nicht einfach. Ich telefoniere, genau da hat Paul eine Frage. Aber wir versuchen, die Situation so gut wie möglich zu meistern. Paul  macht Sport mit Alba vor dem Fernseher. Wir gehen spazieren oder Radfahren zum Ausgleich und freuen uns, so viel Zeit als Familie zu haben. Aber wir müssen auch lernen, so eng miteinander auszukommen. Jeder braucht auch seinen Freiraum", sagt die Mutter.

Lindgren-Schule macht ihren Eltern Mut

Einen Mutmach-Brief für Eltern hat die Grundschule Astrid-Lindgren veröffentlich. Darin heißt es: Es ist okay, wenn Sie nicht alle Aufgaben sofort schaffen, nicht alles erklären können. Streiten Sie nicht wegen den Aufgaben!Seien Sie da für Ihr Kind und ansprechbar. Nehmen Sie es in den Arm und sagen Sie ihm, dass Sie es lieben!Nutzen Sie die Zeit, Ihr Kind beim Lernen zu erleben. Staunen Sie wie viel es schon gelernt hat! Im Momentist eins wichtiger: Dass wir alle gesund bleiben! Wenn diese Zeit vorbei ist, werden wir uns da­ran erinnern, wie viel mehr Zeit wir mit unserer Familie verbracht haben und nicht an das "Homeschooling". ⇥red

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