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Heimwerken in der Corona-Krise
Großer Andrang in den Baumärkten rund um Seelow

Cornelia Link-Adam / 29.03.2020, 20:30 Uhr
Neuhardenberg/Seelow (MOZ) Derzeit sind viele Oderländer wegen des Coronavirus öfter zu Hause als üblich. Eine gute Gelegenheit, um die Zeit sinnvoll zu nutzen ist angefangene Projekte wieder anzupacken oder ganz neue zu starten. Davon profitieren auch die als Dienstleister weiterhin geöffneten Baubedarfsgeschäfte, kurz Baumärkte genannt. Die MOZ war am Samstag auf Stippvisite unterwegs.

Im Neuhardenberger Landmarkt herrscht am Vormittag geschäftiges Treiben. Paula Zimmermann hat an der Kasse gut zu tun. Sie steht geschützt von den Kunden hinter einer durchsichtigen Plastik-Wand. Davor drängen sich die Neuhardenberger, kaufen Einstreu für Nager, aber auch Rohre und Kleinteile ein. Reiner Mengel holt sich eine Flasche süßen Wein, der andernorts schon ausverkauft war und nimmt auch gleich noch einen kleinen Zollstock mit. "Den kann man ja immer gebrauchen", sagt der Neuhardenberger, der zum Schutz vor der Virus-Verbreitung sogar Folien-Handschuhe trägt. Nebenan streift Denis Ambros durch die Verkaufsreihen. Im Korb hat er schon drei Säcke mit Mauer- und Putzmörtel. "Ich will das Mauerwerk am Haus austauschen", erklärt der Letschiner. Jetzt habe er aufgrund der aktuellen Lage die Zeit dazu, das lange geplante Projekt anzugehen. "Und da man ja nicht wegkommt um Freunde zu besuchen, muss man ja das schöne Wetter ausnutzen."

Auf Abstand achtend

Blumenerde, Sämereien, Tierfutter – das bezeichnet Landmarkt-Azubi Vanessa Lawrenz als die derzeitigen Renner im Geschäft. "Das wird mehr gekauft als sonst", sagt sie auch auf die Nachfrage, ob die Corona-Pandemie dabei eine große Rolle spielt.  Der Chef Uwe Andreas habe derzeit im Manschnower Laden ebenfalls gut zu tun. "Die Gartenzeit fängt ja an, daher läuft auch Zubehör dafür besonders stark", erklärt die Nachwuchs-Verkäuferin, die mit ihren Kollegen auf genügend Abstand achtet – und bei Bedarf auch Kunden darauf hinweist. "Die meisten halten sich daran", sagt sie.

Zeitgleich fahren beim Seelower Bau-Kontor in Zernikow immer wieder Männer vor. Während sich einige mit Paletten voller Steinen zum Pflastern der Grundstücks-Auffahrten eindecken, lässt sich Thomas Steuer aus Friedrichsaue etliche Tiefborde auf seinen Auto-Anhänger laden. Die Betonteile werde gebraucht als Rahmen für die Erweiterung der Terrasse und des Parkplatzes daheim, erzählt er. "Wo will man auch sonst hin", sagt er über seinen Besuch bei der Mobau Pro Baustoff-Union Seelow. Gabelstapler-Fahrer Josef Sandr rollt ständig durch die Reihen der Materialienberge im Außenbereich und hilft auch Thomas Steuer beim Verladen seiner Borde. Der Mitarbeiter berichtet, dass beim Bau-Kontor spürbar mehr los sei als sonst. "Besonders alles zum Pflastern läuft gut."

Aufsteller weisen am Seelower toom die Kunden schon am Eingang wegen Corona auf strenge Regeln hin. Abstand sei zu halten, auch nicht mehr anzufassen, als gekauft wird. Es dürfen nur 50 Personen gleichzeitig ins Geschäft – Einzelpersonen. Dies werde auch genau kontrolliert, betont der stellvertretende Marktleiter Andreas Werner. Er berichtete von mehr Zulauf, besonders am Wochenende. An den Kassen gibt es Plastik-Schutzwände, davor 2-Meter-Abstandslinien auf dem Boden. "Die meisten Kunden reagieren verständnisvoll auf unsere Vorgaben", so Werner. Gasflaschen, aber auch Kabel und Pflanzen seien besonders beliebt.

Frühblüher und Erde haben Elisa Fabig und Tom Krause bei toom schon eingekauft. Am Samstag laden sich die Woriner noch Gartentisch, Stühle, Sitzauflagen sowie Schaufel, Besen und Verlängerungskabel ins Auto. "An unserem Wohnblock können wir eine Garage nutzen, wollen dort in der Sonne sitzen." Der Umbau war länger geplant, sei durch Corona-Freizeit jetzt beschleunigt.

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