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Abstrichzentrum
Einblicke in das Corona-Testzentrum in Bad Freienwalde

Unter Vollschutz:  Dr. Jan-Eric Arndt und Schwester Maria Röstel vom Medizinischen Versorgungszentrum des Krankenhauses Märkisch-Oderland im Abstrichzentrum Bad Freienwalde. Lediglich die Handschuhe werden ständig gewechselt.
Unter Vollschutz:  Dr. Jan-Eric Arndt und Schwester Maria Röstel vom Medizinischen Versorgungszentrum des Krankenhauses Märkisch-Oderland im Abstrichzentrum Bad Freienwalde. Lediglich die Handschuhe werden ständig gewechselt. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 06.04.2020, 20:00 Uhr - Aktualisiert 07.04.2020, 06:49
Bad Freienwalde (MOZ) Dr. Jan-Eric Arndt sieht fast so aus wie ein Astronaut. Er trägt einen lindgrünen Schutzanzug mit Kapuze, Schutzbrille und Maske. Die Schuhe stecken in weißen, stiefelhohen Überziehern. Angst haben muss trotzdem niemand vor ihm, denn hinter der Schutzbrille blicken freundliche Augen auf den Besucher, er strahlt Zuversicht und Vertrauen aus. Schwester Maria Röstel assistiert ihm. Sie trägt außer schwarzer Hose und dunkelblauem Berufskasack nur einen Mundschutz. Wegen der Maske sind die Stimmen gedämpft, aber nicht minder freundlich. Der Arzt ist eigentlich Orthopäde und Unfallchirurg am Krankenhaus in Wriezen und arbeitet zudem in einer Praxis des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Märkisch-Oderland in der Schlossparkambulanz in Bad Freienwalde.

Nur mit Überweisungsschein

Arndt teilt sich die Arbeit im Abstrichzentrum mit der Allgemeinmedizinerin Sandra Buchwald. Maria Röstel assistiert beiden Medizinern. So bleibt der Einsatz von Personal beschränkt. Zwei Stunden täglich, von 11 bis 13 Uhr, ist das Abstrichzentrum geöffnet. Den Ort will der Landkreis aber nicht verraten. Denn einfach vorbeikommen und testen lassen, geht nicht.

Getestet werden dürfe nur, wer einen Überweisungs- oder Laborschein von seinem Hausarzt oder vom Gesundheitsamt vorweisen kann, sagt Maria Herrmann. Die kaufmännische Leiterin des MVZ Märkisch-Oderland koordiniert die Abstrichzentren, die außer in Bad Freiwalde auch in Strausberg und Seelow zu finden sind. Der Landkreis, der die Abstrichzentren initiiert hatte, hat das kreiseigene MVZ damit beauftragt. Normalerweise ist es die Aufgabe des MVZ, die ärztliche Versorgung auf dem Land aufrecht zu erhalten. Ihre Ärzte arbeiten häufig im Krankenhaus Märkisch-Oderland in Wriezen oder Strausberg sowie in den MVZ-Praxen.

"Wir sparen mit den Abstrichzentren Ressourcen", sagt Maria Herrmann. Schutzanzüge und Masken sind knapp geworden. Wenn die Patienten in den Arztpraxen getestet würden, müsste sich jeder Arzt bei jedem Test komplett neu einkleiden, was einer großen Verschwendung gleichkäme. In den Abstrichzentren bleiben die Ärzte zwei Stunden lang in voller Montur.

Acht bis zehn Tests pro Tag

Die Abstrichproben, die die Ärzte mit einem Holzstäbchen aus der Nase oder dem Rachen des Patienten nehmen, kommen ins IMD-Labor Frankfurt (Oder). "Nach 24 bis 48 Stunden liegt das Ergebnis vor", sagt Maria Herrmann. Mehr als acht bis zehn Patienten pro Abstrichzentrum und Tag seien nicht möglich, weil sonst die Kapazität des  Labors überschritten werde.

Deshalb müssen Patienten bei möglichen Symptomen bei ihrem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt anrufen. Nach einer kurzen Anamnese am Telefon entscheiden die jeweiligen Ärzte, ob der Patient Corona-Symptome aufweist und getestet wird. Er muss dann einen Verwandten oder Bekannten beauftragen, den Überweisungsschein abzuholen. Arzt oder Gesundheitsamt melden sich nach Übergabe des Überweisungsscheins bei Maria Herrmann, die dann einen Termin vergibt, den sie dem Patienten mitteilt. "Bisher hat alles gut geklappt, die Patienten halten sich an die Absprachen", lobt sie.

Aktuelles in unserem Corona-Blog: Coronavirus und die Folgen für Brandenburg und Berlin

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