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Corona-Krise
Supermärkte raten zum Einkaufszettel und maßvollem Einkauf

Einkauf unter erschwerten Bedingungen – das gilt sowohl für das Personal, als auch für die Kunden.
Einkauf unter erschwerten Bedingungen – das gilt sowohl für das Personal, als auch für die Kunden. © Foto: Sven Hoppe/dpa
Nina Jeglinski / 07.04.2020, 03:00 Uhr
Berlin (NBR) Gedränge, leer gekaufte Regale, lange Wartezeiten? Die Supermärkte und Einzelhandelsketten in Deutschland wollen auch in der Woche vor Ostern ihr Versprechen halten, dass die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs gesichert ist. Es gilt aber bestimmte Regeln zu beachten.

Nach Auskunft der vier größten Lebensmittelhändler Edeka, Rewe, Lidl und Aldi haben die Hamsterkäufe etwas nachgelassen – aber mit Spuren. Zuerst war der am meisten gehamsterte Artikel in Corona-Zeiten das Desinfektionsmittel, dann folgte das Toilettenpapier, schließlich das Mehl – und nun ist auch Hefe in den meisten Supermärkten nicht mehr zu bekommen. Doch gerade vor Ostern ist es bei vielen Verbrauchern Tradition den Hefezopf selber zu backen. Wer keine Hefe mehr im Supermarkt bekommt, dem versprechen Rezepturen zum "Hefe selbst machen", die im Internet kursieren, Abhilfe. Aber solche Experimente sollten vorbereitet sein, wem das zu unsicher ist, der gehe am besten gleich zum Bäcker. Denn Großhändler bekommen genug Hefe.

Landen Vorräte im Abfall?

Vor allem die Hamsterkäufe bei Mehl Mitte März haben laut Bundesverband des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels (BVLH) dazu geführt, dass massenhaft Hefe gekauft wurde. Ob diese Vorräte aber jemals aufgebraucht werden oder doch im Abfall landen, das kann keiner sagen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) mahnte bereits vor drei Wochen "Kaufen Sie bedarfsgerecht ein. Wer zu viel kauft, wird Lebensmittel wegwerfen müssen!"

Keinerlei Engpässe wird es Ostern bei der Versorgung mit Eiern geben. "Ostern und die Wochen Ende November, Anfang Dezember sind unsere Saisonpeaks", sagt Margit Beck vom Branchendienst Marktinfo-Dienst Eier und Geflügel (MEG) dieser Zeitung. Die Produktionsabläufe seien auf Ostern eingestellt, im Jahr 2018 wurden in Deutschland etwa 19,5 Milliarden Eier gegessen. Die Bundesbürger legen – außer an Ostern – Wert auf beigefarbene Eier. "Was das für Gründe hat, ist nicht bekannt", sagt Geflügel-Expertin Margit Beck.

Weiße Eier gefragt

Auch in den vergangenen Jahren kam es zu Ostern oft zu Engpässen an weißen Eiern, die sich für das Färben besser eignen. Das liegt an den Hühnern, die vielen Hennenhalter würden sogenannte "braune Herden" halten, Hühner, die keine weißen Eier legten. Aber derzeit würden in den Lebensmittelgeschäften genug Eier angeboten. Deutschland hat eine Eigenversorgung mit Eiern von "etwa 70 Prozent", sagt Beck. In den Läden finden sich neben Eiern aus Deutschland vor allem welche aus den Niederlanden. Polen beliefert Hersteller von Nudeln und Backwaren mit Eiern.

Auch nach den Ostereiertagen wird es genug Eier geben, "ein Nadelöhr" sei jedoch die Produktion kleiner Verpackungen für den Einzelhandel, aber ob dieser Engpass im Supermarkt durchschlägt, bleibt abzuwarten. "Nach Ostern ist der Bedarf der meisten Verbraucher mit Eiern erst mal gedeckt", sagt Beck. Vom Hamstern bei Eiern rät der Fachverband ab, die Ware hält sich auch gekocht nur wenige Wochen.

Auch der Handel ruft vor den Osterfeiertagen zu "vorausschauenden Einkäufen" auf. "Überlegen Sie bereits jetzt, was Sie für die Feiertage konkret benötigen", empfiehlt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Neben einer gründlichen Planung, was über Ostern gegessen und getrunken werden soll, ruft der Verband die Verbraucher auf, "sowohl die breiten Öffnungszeiten als auch alle Einkaufstage der Wochen nutzen", schreibt der HDE in einer Mitteilung.

Das sei erforderlich, weil alle großen Supermärkte und auch viele kleine Lebensmittelhändler aktuell Abstandsregelungen und Zugangsbeschränkungen unterliegen. Konkret bedeutet das: Es darf immer nur eine bestimmte Anzahl an Kunden in den Laden gelassen werden, jeder hat einen Einkaufswagen (wegen des Abstandes) zu nutzen und in der Warteschlange vor den Märkten ist ein Mindestabstand von 1,5 bis zwei Metern zu wahren. "Diese Schutzmaßnahmen verlängern die Einkäufe", sagte Franz-Martin Rausch Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels (BVLH).

Rabatte gegen den Ansturm

Die großen Lebensmittelhändler werben auf ihren Websites ebenfalls dafür, dass die Kunden nicht alle am Gründonnerstag oder Karsamstag in die Läden stürmen. "Bitte erledigt eure Ostereinkäufe am besten bereits jetzt", heißt es bei Aldi. An Gründonnerstag und Karsamstag rechnet allein Rewe mit mehr als zehn Millionen Kunden. Wer sich jedoch beeilt, dem winken verschiedene Rabatt-Aktionen: Rewe, Aldi und Kaufland werben Anfang der Woche mit 20 bis 25 Prozent Nachlass auf Süßwaren wie Schokoladen-Osterhasen und Pralinen-Eier.

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