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Umwelt
Honig frisch vom Wasserwerk in Erkner

Annette Herold / 07.04.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 07.04.2020, 16:51
Erkner (MOZ) Ein recht abgeschiedenes Gelände, viel Grün rundum und gewissermaßen gleich vor der Haustür wachsen Robinien: Soweit Christian Grune das einschätzen kann, dürfte es seinen Bienen am neuen Standort prächtig gehen. Zum ersten Mal hat der Woltersdorfer vier Völker auf dem Gelände des Erkneraner Wasserwerkes platziert. Wenn alles klappt, dürfte im Mai der erste Honig soweit sein.

Dass er vom Wasserwerksgelände stammt, wird auf den Gläsern zu erkennen sein: Am Logo des Wasserverbandes Strausberg-Erkner (WSE), das auf dem Deckel platziert ist. Für dessen Sprecherin Sandra Ponesky ist die Kooperation folgerichtig. Umweltschutz sei ein wichtiges Thema für den WSE – und ist es auch für viele Imker, wie Christian Grune betont. Ihn interessiert besonders der Erhalt der Artenvielfalt. Grune züchtet selbst und setzt gerade besonders auf die Vermehrung von Mellifera, der Dunklen Biene. Diese Rasse sei hier eigentlich heimisch, erzählt er. In den vergangenen 150 Jahren sei sie durch Züchtung aber mehr und mehr verdrängt worden, dabei gelte die Mellifera als sehr gut an die hiesigen Gegebenheiten angepasst. Der Freizeit-Imker weiß auch, dass viele Imker Tiere dieser Rasse nicht wollen, weil sie als aggressiver als andere gelten und die Honigausbeute geringer ausfällt. Das mit der Aggressivität könne er nicht bestätigen, sagt der Woltersdorfer.

Seit drei Jahren befasst sich Christian Grune, im Hauptberuf Vorstand der Berliner Montessori-Stiftung, nun intensiver mit der Imkerei und entdeckt immer wieder Neues. Im Moment ist er an einem Projekt beteiligt, bei dem es um die Vermehrung der Dunklen Biene geht. Mondscheinbegattung ist das Stichwort. Anders als zu vermuten handelt es sich nicht um eine besonders romantische Angelegenheit. "Genau genommen scheint nicht einmal der Mond", sagt Christian Grune und lacht. Vielmehr gehe es darum, eine Königin zur Begattung erst fliegen zu lassen, wenn die Drohnen anderer Völker nicht mehr unterwegs sind, also abends, um aus Zuchtgründen die Vermehrung innerhalb einer Rasse zu gewährleisten. Tagsüber bleibt der Bienenstock des entsprechenden Volkes, der Imker sagt Beute dazu, also zu.

Erst der Anfang

Regionales für die Region, mit dieser Idee ist der Woltersdorfer Imker beim WSE gleich auf offene Ohren gestoßen, wie Sprecherin Ponesky berichtet. Start sollte eigentlich schon 2019 sein, doch der kalte Mai verdarb damals die Erweiterungspläne des Imkers. Für dieses Jahr ist er optimistisch, dass alles gut geht. Und beide Seiten sind sich einig, dass die Kooperation in Erkner erst der Anfang sein soll. Die Mitarbeiter der WSE-Leitwarte wissen jedenfalls Bescheid, dass künftig ab und zu der Imker auf dem Gelände zu tun haben wird. Einmal in der Woche will Christian Grune schon vorbeischauen, ob es seien Bienen am Wasserwerk gut geht. Und ein Mitarbeiter hat schon angekündigt, dass er gern dabei wäre, wenn der erste Honig vom Wasserwerk geerntet wird.

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