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Tierpark
Unerwarteter Nachwuchs im Zoo Eberswalde

Sucht die Nähe die Mutter: Gut zwei Wochen ist das kleine Trampeltier jetzt alt. Laut Tierpflegerin Maria Kießling entwickelt es sich prächtig. Nur einen Namen hat das Fohlen noch nicht. Deshalb sind die MOZ-Leser aufgerufen, Vorschläge zu unterbreiten.
Sucht die Nähe die Mutter: Gut zwei Wochen ist das kleine Trampeltier jetzt alt. Laut Tierpflegerin Maria Kießling entwickelt es sich prächtig. Nur einen Namen hat das Fohlen noch nicht. Deshalb sind die MOZ-Leser aufgerufen, Vorschläge zu unterbreiten. © Foto: Viola Petersson
Viola Petersson / 07.04.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 07.04.2020, 16:43
Eberswalde (MOZ) Das kleine Trampeltier nähert sich seinem Vater. Das sei die erste Kontaktaufnahme zum Papa, sagt Zoodirektor Bernd Hensch. Noch trenne beide das Gitter. Zum Schutz des Nachwuchses und der Mutter. Denn das Männchen sei in der Brunft. Und wenn die Hormone verrückt spielen …

Also heißt es erst mal Sicherheitsabstand. Das Jungtier ist der erste Nachwuchs bei den Kamelen seit genau 20 Jahren. Und für Tierpflegerin und Inspektorin Maria Kießling ist es der erste Nachwuchs bei den Trampeltieren überhaupt. Weshalb sie "ihr" Glück am 21. März zunächst gar nicht fassen konnte. "Ich war völlig überrascht, als ich bei der Nachmittagsfütterung das Kleine liegen sah", erzählt die junge Frau, die die erste Nacht nach der Geburt kaum richtig schlafen konnte. Normalerweise hätten es wahrscheinlich zuerst die Besucher entdeckt und die frohe Kunde sofort verbreitet sowie im Bild festgehalten. Doch am 21. März war die Zoo bekanntlich bereits für Gäste geschlossen.

Fohlen entwickelt sich prächtig

"Wir hatten mit dem Nachwuchs auch einfach nicht gerechnet." Sie habe zwar im Februar vorigen Jahres einen Deckakt bei den Trampeltieren beobachtet. "Aber wir dachten, das wäre ein erster Versuch. Denn der Hengst und die Stute sind noch recht jung. Dass es sozusagen gleich beim ersten Mal klappen würde, das haben wir nicht erwartet." Zudem sei bei Kamelen aufgrund der Statur auch nicht zu erkennen, ob sie trächtig sind. "Der Kugelbauch, das dicke Fell." Das kaschiere.

Ein ebenso großes Glück sei, dass die Mutter, obwohl eben erst fünf Jahre, das Junge auch angenommen hat. Und es säugt. Am Tag nach der Geburt habe das Fohlen bereits auf den eigenen Beinen gestanden. "Das ist enorm wichtig. Erst wenn das Junge steht, erwachen die Mutterinstinkte", weiß Kießling.

Und Bernd Hensch ergänzt: Bei dem letzten Nachwuchs, im Jahr 2000, habe die Mutter ihr Fohlen nicht angenommen. Der Nachwuchs musste per Hand aufgezogen werden. Das Kleine ging später in einen Zoo nach Österreich, in die Kalkalpen, und habe sich hervorragend gemacht.

Irgendwann müsse sich der am 21. März geborene Kleine auch von seinen Eltern und Eberswalde trennen. "Wir werden dann ein neues passendes Zuhause für ihn suchen", sagt Hensch. Doch bis dahin bleibt noch viel Zeit. Kamele, so erklärt Kießling, werden etwa ein bis anderthalb Jahre gesäugt. Parallel fressen sie aber auch schon Pflanzen und Heu. Der Kleine, davon ist die Tierpflegerin überzeugt, entwickle sich ganz prächtig. Bei der Geburt, so schätzt sie, habe er bestimmt um die 40 Kilogramm gewogen. Er ist inzwischen schon fast so groß wie sie selbst. "Und vor allem von Tag zu Tag bilden sich stärker die beiden Höcker aus."

Die übrigen Bewohner der WG, das Yak und die Hängeohrziegen, begegnen dem Zuwachs ganz entspannt und gelassen. "Auf dieser Anlage hier leben drei Haustierrassen zusammen, die alle in Asien beheimatet sind", so Kießling. Die Trampeltiere, die – wie die Dromedare – zu den Kamelen gehören, seien in Zentralasien zuhause, in der Mongolei sowie in Südchina. Im Zoo könnten sie 30 bis 35 Jahre alt werden. Die Eltern des Kleinen und eine zweite Stute hätten also noch den Sommer vor sich. Derweil klappert die zweite Tierpflegerin mit dem Eimer. Es gibt Futter. Und Leckerli. "Selenkekse", sagt Kießling. Die beiden Kamel-Damen "eilen" sogleich herbei.

Auch wenn es an Besuchern derzeit im Revier fehlt und damit an Einnahmen, so erfahre die Einrichtung derzeit doch eine große Unterstützung und Spendenbereitschaft. Gerade habe der Landhandel Behrendt dem Tierpark Futtermittel im wert von 1000 Euro spendiert, bedankt sich Hensch für das Engagement in dieser schweren Zeit.

Steckbrief Trampeltier

Trampeltiere  sind zweihöckrige Kamele. Ihr Lebensraum sind die Steppe und die Halbwüste. In den Höckern speichern die Trampeltiere Fett. Wild lebende Kamele sind inzwischen sehr selten, gelten als bedroht. Viel häufiger kommen sie als domestizierte Nutz- und Reittiere vor.

Für das jetzt im Zoo geborene männliche Fohlen sucht der Tierpark einen Namen. Machen Sie Vorschläge und schicken diese an: zoo@eberswalde.de⇥vp

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