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Corona
Hilfsangebote in der Märkische Schweiz

Auf Tour in den Ortsteilen: Carolin Schönwald und ihr Kollege Frank Bielig sind im neuen Projekt des Kultus-Vereins für die familienaufsuchende Arbeit im Amt Märkische Schweiz tätig. Hier machen sie zum Plakatverteilen kurz Station in Klosterdorf.
Auf Tour in den Ortsteilen: Carolin Schönwald und ihr Kollege Frank Bielig sind im neuen Projekt des Kultus-Vereins für die familienaufsuchende Arbeit im Amt Märkische Schweiz tätig. Hier machen sie zum Plakatverteilen kurz Station in Klosterdorf. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 07.04.2020, 03:00 Uhr
Buckow/Klosterdorf Gern nimmt Oberbarnims Bürgermeister Lothar Arndt von den beiden jungen Leuten eins der Plakate in Empfang, um es sofort in den Gemeindeschaukasten an der zentralen Klosterdorfer Kreuzung zu hängen.

Es ist auf hellgrünem Untergrund ein Hingucker, um für die Initiative #dasdorfhilft! zu werben. Über diese, eine von diversen in der Region (siehe Übersicht im Kasten), werden in den Zeiten der Corona-Krise verschiedene Hilfsangebote und -gesuche im gesamten Raum Märkische Schweiz koordiniert. "Wir hätten beispielsweise schon jemanden, der in der Landwirtschaft helfen würde", kann Carolin Schönwald bei dem Stopp in Klosterdorf berichten. Dort gibt es aber laut Bürgermeister keinen Bedarf dafür.

Kreativ sein in der Krise: Das gilt momentan auch für die Beschäftigten in den verschiedenen Angeboten und Einzelprojekten des Kultus-Vereins. Relativ frisch gestartet ist vor allem die aufsuchende Familienarbeit. Vorerst sind Carolin Schönwald, gestandene Kraft mit umfangreicher Vernetzung, und ihr neuer Kollege Frank Bielig per Fahrrad in den einzelnen Gemeinden und Ortsteilen unterwegs. Hier und da mag sich da am Wegesrand ein kurzes Gespräch mit Sicherheitsabstand ergeben – mehr ist aber derzeit aufgrund der geltenden Kontaktsperre nicht möglich. Die eigentliche Arbeit im Kern muss noch warten, bis die Auflagen wenigstens gelockert sind.Für Bielig ist es immerhin die Chance, sein Tätigkeitsgebiet beim Plakateverteilen schon mal örtlich ein wenig kennen zu lernen. Der Diplom-Sozialarbeiter kommt aus Berlin, wo er unter anderem zehn Jahre eine Jugendeinrichtung geleitet hat. Seit Oktober 2018 ist er Brandenburger, mit der Familie ins ehemalige Ambulatorium in Eggersdorf gezogen. Den Start in die neue Anstellung seit Anfang März hätte er sich auch etwas anders vorgestellt: "Jetzt müssen wir mit dem Ganzen eben flexibel umgehen. Und ich denke, irgendwann ab nächsten Monat kann ich auch mein Know-how richtig einbringen."

Aufsuchende Familienarbeit, das ist ein Bereich, der von den freien Trägern in den Teilregionen in enger Zusammenarbeit mit dem kreislichen Jugendamt erfolgt, erklärt Carolin Schönwald. Nach der regionalen Poolstelle mit Schwerpunkt Jugendbeteiligung zuvor 2018/2019 hat sich nun der Fokus verlagert. Dem Team ist sehr bewusst, dass sich in seiner Zielgruppe in diesen Wochen häuslicher Konzentration vorhandene Problemlagen zuspitzen.

Zielgruppe, dass sind jene Familien, die in gewissen prekären Verhältnissen leben, aber noch keine Hilfen zur Erziehung durch das Jugendamt erhalten. Präventiv wolle man da arbeiten, "der klassische Ansatz von Empowerment", wie es Carolin Schönwald ausdrückt. Netzwerke schaffen, hilfreiche Kontakte knüpfen, Gemeinschaft entwickeln. So im Mai mit einem kleinen Nachbarschaftsfest, wenn das wieder möglich ist. Besonderes Augenmerk liegt in diesem Zusammenhang auf Rehfelde, wo der einstige Jugendclub "Gleis 3" zu einem Familien- und Begegnungszentrum  umgestaltet werden soll (siehe Beitrag auf dieser Seite).

Parallel hat der Verein gerade von der Aktion Mensch Förderung für den KulTourBus Otto erhalten, der mit Sprachtheater und mehr durchstartet, sobald das geht. Projektleiterin ist da Janina Sasse, eine Theaterpädagogin aus Reichenow. Für Ostern gibt es jetzt erst mal das Vorhaben, am Sonnabend als "Wohnzimmerkonzerte" mit dem KulTourBus etwa im stündlichen Wechsel durch Liebenhof (Start um 14 Uhr), Garzin, Garzau, Rehfelde und Werder (18 Uhr) zu rollen. Dafür sind mit Fahrer und DJ an Bord nur zwei Leute nötig.

Übersicht zu Hilfsangeboten

Solidarisch Buckow: Die Koordination für die Einkaufshilfe für ältere/bedürftige Bürger in der Stadt in Verbindung zu den noch offenen lokalen Geschäften läuft über die zentrale Tel.-Nr. 0152 24961103.

Gemeinschaftsunterkunft Müncheberg: Gesucht werden u. a. Ehrenamtliche, die über Telefonkonferenz oder Zoom Sprachkurse machen würden. Eine in der GU wohnende Mutter mit Kind sucht überdies einen Gitarrelehrer, der sie beim Erlernen dieses Instruments unterstützt: Meldungen jeweils unter heike.krueger@leben-in-mol.de

#dasdorfhilft!: Der Kultus-Verein koordiniert unter diesem Stichwort Hilfsangebote gerade auch in den kleineren Orten des Amtes Märkische Schweiz, www.kultus-verein.de

Nachbarschaftshilfe Strausberg: Das soziale Zentrum Horte hat die Vermittlung von Hilfe für Ältere und Kranke in der Quarantäne-Phase übernommen: Tel. 0163 9702794

Anpacken Bad Freienwalde: Das Netzwerk war eines der ersten im Kreis, bietet neben den eigenen Angeboten auch Aufbauhilfe für andere Initiativen: info@anpacken-bad-freienwalde.de, Facebook: ANPACKEN-Bad Freienwalde, Tel. 0173 7224478 (tgl. 10 bis 11 Uhr)

Thälmann’s Müncheberg: Vorerst über Biete-Suche-Karten am Aushang (Ernst-Thälmann-Straße 75) läuft die Koordination lokaler Hilfe, Telefon-/Onlinekontakt sollen demnächst ergänzt werden.

Bastelideen für Familien: Die Diakonie Oderland-Spree bietet kostenfreie tägliche Spiel- und Bastelideen im Austausch mit Eltern, Kontaktaufnahme unter familien-scheffler@diakonie-ols.de⇥bg

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