Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Tourismus
Frühjahrsputz an Brücken und Schleusen am Langen Trödel in Zerpenschleuse

Hans Still / 08.04.2020, 03:00 Uhr
Zerpenschleuse (MOZ) Das sonnenreiche Wetter lädt ja gerade zum Frühjahrsputz ein - doch damit haben die Arbeiten nur entfernt zu tun, die seit Tagen den normalen Alltag an der Schleuse in Zerpenschleuse durcheinander wirbelten. Dort wurde nicht nur einfach geschrubbt, vielmehr wurde der gesamte Zustand der technischen Anlagen überprüft und bewertet. "Wir stehen kurz vor dem Ende der fünfjährigen Garantiezeit für die Brücken und Schleusen in Zerpenschleuse und Liebenwalde. Daher war es jetzt nötig, genau zu prüfen, ob wir Mängel finden, die innerhalb der Garantiezeit nachzubessern sind", begründet Hans Frodl, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes "Schnelle Havel" die Sorgfalt. Zugleich bereiten die Fachleute die touristische Saison auf dem Langen Trödel vor, wenngleich auch der Starttermin dafür noch etwas unklar erscheint.

Berge von Muscheln, Holz und sonstigem Schmutz wurden beispielsweise aus dem immerhin 41,5 Meter langen Trog der Zerpenschleuser Schleuse gefischt. Das Material füllt einen Container. Die 1400 Kubikmeter Wasser wurden zuvor aus dem Schleusentrog gepumpt, sodass maximal noch Pfützen im Trog standen und die Firmenmitarbeiter mit Stiefeln arbeiten konnten. Gemessen und aufgenommen wurden beispielsweise die Betonstärke und die Farbschicht, weiß Udo Heinemann, der das ganze Jahr über als Schleusenwärter ein Blick auf die Anlagen behält. Der Trog wurde komplett abgekärchert, sodass er fast wie neu aussah. Heinemann schoss Fotos von den Arbeiten, die er der MOZ freundlicherweise zur Verfügung stellte. Denn zu aller Überraschung stand der Trog am Montagmorgen schon wieder voller Wasser. "Die Firma hat sogar sonnabends gearbeitet und am Ende den Trog geflutet", berichtete Heinemann am Montag seinem Chef Hans Frodl.

Davon unbenommen erwartet Frodl nach bisherigen Erkenntnissen keine gravierenden Meldungen über den Zustand der Brücken und Schleusen. "Ich kann das Ergebnis nicht vorwegnehmen, aber bislang hörte sich alles sehr normal an", wagte der Geschäftsführer am Montag eine Prognose.

Bis jedoch die Motorschiffe und Segler zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse schippern können, werden noch einige Tage vergehen. Regulär bleibt bis zum 19. April Zeit, um vor dem Saisonstart weitere wichtige Prüfungen vorzunehmen. So wird jährlich der komplette Kanal vom Abzweig Voßkanal bis zum Oder-Havel-Kanal abgefahren, um nach Bäumen im Wasser oder anderen Hindernissen zu schauen. Auch muss noch entkrautet werden. Und schließlich steht die so genannte Peilfahrt steht noch aus, bei der die Wassertiefen eine Rolle spielen. Mindestens 1,20 Meter tief sollte die Fahrrinne im Langen Trödel sein, sonst könnten die Freizeitkapitäne Probleme bekommen.

Frodl hofft, in der ersten Maihälfte das Okay für den Start in die touristische Saison zu bekommen. Momentan wäre touristisches Wandern mit dem Boot ohnehin unmöglich. Entlang der Wasserstraßen sind sämtliche Versorger geschlossen. Frodl hofft also auf die neue Saison nach Corona. Drei Schleusenwärter sind eingestellt, sie werden von ihrer Messwarte aus das Geschehen von Liebenwalde bis Zerpenschleuse beobachten.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG