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Probebetrieb ab August
Erste Trogfahrt beim Schiffshebewerk Niederfinow geglückt

Das neue Schiffshebewerk Niederfinow.
Das neue Schiffshebewerk Niederfinow. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 08.04.2020, 11:49 Uhr - Aktualisiert 10.04.2020, 19:17
Eberswalde (MOZ) Seit einer Woche hängt er oben. In 36 Metern Höhe. Der Trog des neuen Schiffshebewerkes Niederfinow.

Rolf Dietrich, Direktor des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin (WNA), und sein Projektleiter Klaus Winter sind erleichtert. Die Premiere, die erste Trogfahrt, sie hat geklappt. "Reibungslos", wie die Zwei versichern.

Ende voriger Woche hat der Bauherr das Herzstück des Fahrstuhls in Bewegung gesetzt. Ein extrem spannender Moment, weshalb der erste Praxistest ohne Medienvertreter, ohne Kameras und Mikrofone, über die Bühne ging. Und wie es sich für eine Premiere gehört: Die Generalprobe am Tag zuvor, die habe nicht geklappt, verrät Winter am Rande. Da habe sich der Trog eben nicht bewegt, nicht einen Zentimeter geruckt.

Dafür glückte dann das eigentliche Debüt. "Für die Trogfahrt gibt es drei Geschwindigkeiten. Wir sind beim Testlauf mit der geringsten gestartet: 20 Millimeter pro Sekunde", erzählt Winter. Das höchste Tempo seien 250 Millimeter pro Sekunde. Also 25 Zentimeter.

Habe sich später mal alles eingespielt, sei eine reine Fahrzeit von etwa drei Minuten kalkuliert, um den Höhenunterschied von 36 Metern zu überwinden. Plus Anfahren und Abbremsen müsse man mit etwa fünf Minuten für die Passage rechnen.

"Wir sind wirklich sehr froh, dass die erste Trogfahrt an der realen Anlage erfolgreich war", unterstreicht Rolf Dietrich.

Auch wenn die Funktion vorab an einem digitalen Anlagenzwilling virtuell simuliert wurde, den Praxistest könne dies nicht ersetzen. Gleichwohl helfen die digitalen Testläufe enorm und tragen dazu bei, die Risiken bei der Inbetriebnahme zu minimieren.

Notwendig war die Trogfahrt, um Baufreiheit für die Montage des letzten großen Maschinenbauteils zu schaffen. Dietrich zeigt auf den unteren Andichtrahmen, der schon bereitliegt. Dieses tonnenschwere Teil ist für das Andocken des Troges an die untere Stauhaltung der Alten Oder wichtig und könne nun in den unteren Haltungsabschluss eingebaut werden.

Damit biegt der Bauherr, das WNA, gewissermaßen auf die Zielgerade beim Neubau des XXL-Schiffsfahrstuhls ein.

"Ab August soll die Anlage in den Probebetrieb gehen", sagt Rolf Dietrich. Einen Termin für die Verkehrsfreigabe könne er erst danach bekanntgeben. Vorgesehen seien bis zu 500 Testfahrten mit dem Trog.

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