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Wildtiere
Tierrettung in Tempelfelde

Sabine Rakitin / 21.04.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 21.04.2020, 12:02
Tempelfelde (MOZ) Theodore Chipmunk Nummer 2 lebt in Tempelfelde. Spaziergänger fanden das etwa drei Wochen alte Eichhörnchen auf einem Waldweg und brachten es in die Zepernicker Praxis von Catharina Grasnick. "Es war unterkühlt, dehydriert und abgemagert", erinnert sich die Tierärztin. Sie hat Theodore Chipmunk mit der Spritze ernährt, alle zwei Stunden.

Jetzt ist er fast drei Monate alt und quietsch-fidel. Wenn er aus dem Käfig darf, dann klettert er auf die nebenstehende Fichte und rutscht blitzschnell in Kreisen den Stamm hinunter. Ruft Catharina Grasnick ihn, dann hüpft er auf ihre Schulter.

Einerseits ist ihr das putzige Tier ans Herz gewachsen. Andererseits weiß sie: "Es ist gefährlich, wenn er zu zahm wird." Langsam wird es Zeit, Theodore aus ihrer Obhut zu entlassen. Doch noch klettert er nach seinen Touren immer wieder von allein zurück in den Käfig.

Tierärztin Catharina Grasnick kümmert sich in ihrer Freizeit um verletzte Wildtiere. Zurzeit bereut sie in Tempelfelde Eichhörnchen und Vögel, darunter eine Eule und einen Schwan.
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Schon als kleines Mädchen hat sich Catharina Grasnick um verletzte Wildtiere gekümmert. Damals sei das allerdings noch komplizierter gewesen, erzählt sie. Die Familie lebte in einer Wohnung in Berlin. "Meine Eltern hatten schon was auszuhalten", stellt sie schmunzelnd fest.

Zu der Sammlung an Tieren, die Catharina Grasnick zurzeit zuhause in Tempelfelde aufpäppelt, gehören ein Kernbeißer, ein Rotkehlchen, eine Eule und ein Schwan. Fast alle sind ihr in die Praxis gebracht worden. Der Kernbeißer, auch Finkenkönig genannt, wurde mit einem gebrochenen Flügel von Spaziergängern im Wald gefunden. Der Umgang mit dem Vogel ist nicht ganz einfach. "Er hat eine enorme Beißkraft von etwa 40 bis 50 Kilogramm", weiß die Tierärztin.

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Das Rotkehlchen ist bereits seit zwei Monaten bei ihr. "Es stammt aus Werneuchen und ist unter eine Katze gekommen", erzählt die 43-Jährige. Der Vogel war völlig gerupft. Sie musste ihn mit Antibiotika behandeln.

Das kleinste Raubtier der Welt

Die Eule war ebenfalls schwer verletzt. Sie muss gegen eine Fensterverglasung geprallt sein und lag gelähmt auf dem Boden, als sie gefunden wurde. Seit knapp zwei Monaten ist das Tier nun bei Catharina Grasnick in Behandlung. "Fliegen kann sie noch nicht, aber wieder auf der Stange sitzen", ist die Tierärztin erleichtert. Die Genesung der Eule werde allerdings noch einige Zeit dauern, weiß sie. "Zwei bis drei Monate ist sie bestimmt noch hier", schätzt die Tierärztin.

Jüngster Zugang im Wildtier-Krankenlager in Tempelfelde ist ein Schwan. Er hatte einen gebrochenen Flügel und ist inzwischen operiert. Überhaupt sind es zumeist Vögel, die Catharina Grasnick gebracht werden, vor allem Jungtiere, die aus dem Nest gefallen sind, erzählt sie. Doch sie hatte auch schon das kleinste Raubtier der Welt, einen Mauswiesel, in Obhut, einen verletzten jungen Fuchs und Waschbären. Die Behandlung der Tiere übernimmt sie auf eigene Rechnung. Für die Futterkosten gibt es in der Praxis eine Wildtierspendenbox.

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