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Stadtgeschichte
Straßennamen in Eberswalde im Wandel der Zeit

Soeben erschienen: das Büchlein "Eberswalder Straßennamen", in einer Auflage von 350 Exemplaren. Christina und Eberhard Wühle, hier  in der August-Bebel-Straße, sind zwei der Autoren und sie haben die historischen Aufnahmen beigesteuert.
Soeben erschienen: das Büchlein "Eberswalder Straßennamen", in einer Auflage von 350 Exemplaren. Christina und Eberhard Wühle, hier  in der August-Bebel-Straße, sind zwei der Autoren und sie haben die historischen Aufnahmen beigesteuert. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 22.04.2020, 14:23 Uhr
Eberswalde Mehr als 350 Straßen, Wege und Plätze gibt es in Eberswalde. Von A wie Ackerstraße bis Z wie Zum Schwärzesee. Sie alle sind jetzt in einem Verzeichnis erfasst, einschließlich früherer Namen. Der Verein für Heimatkunde zu Eberswalde hat die Broschüre "Eberswalder Straßennamen" herausgegeben. Anlässlich des Festaktes zum 50. Jahrestag der Fusion von Eberswalde und Finow sollte das Werk vorgestellt, wollte der Verein die Buchpremiere feiern. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Veranstaltung bekanntlich abgesagt werden, so erschien die 144-seitige Arbeit ohne großen Bahnhof. Und abseits des Buchhandels.

Eine Premiere ist das Buch trotzdem. Denn erstmals sind alle Straßen bzw. Straßennamen der gesamten Barnimer Kreisstadt dokumentiert. Inclusive aller Ortsteile. Dabei konnte das Autorenkollektiv mit Klaus Rohlfien, Karl-Dietrich Laffin, Heidemarie und Martin Appel, Otto Baaz sowie Christina und Eberhard Wühle auf umfangreichen und fundierten Vorarbeiten aufbauen. "Eberswalder Straßennamen" habe "mehrere Vorgänger", wie Martin Hoeck, Vorsitzender des Heimatkundevereins, sagt. Er verweist auf die "Orts-und Flurnamen des Stadtkreises Eberswalde" des Kreishistorikers Rudolf Schmidt von 1931 sowie auf zwei Verzeichnisse getrennt für Finow (2018 und 2019, Laffin) und Eberswalde (2013, Rohlfien).

Diese Werke seien eine "wichtige Grundlage" gewesen. Gleichwohl gestaltete sich die Recherche zum aktuellen Werk nicht immer einfach, wie Hoeck sagt. "Etwa wenn es darum ging, Zahlen zu finden für Umbenennungen." Und nicht immer seien die Quellen eindeutig. Die heutige Alfred-Dengler-Straße etwa hatte seit 1898 sieben verschiedene Namen. Die Autoren wühlten sich durchs Kreisarchiv und nahmen Kontakt zum Stadtentwicklungsamt im Rathaus auf, bedankt sich der Leiter des Autorenkollektivs gleichsam bei den Partnern sowie bei Hans-Rudolf Frölich, einem "stillen Macher".

Und so listet das Buch denn alle Straßennamen zwischen Finow und Tornow sowie zwischen Clara-Zetkin-Siedlung und Spechthausen auf. Darunter einige kurios oder seltsam anmutende Bezeichnungen wie "Kleines Berg", "Webers Ablage", "Große Hufen" oder "An den Kusseln". Aufgenommen wurden ebenso Namen, für die die Straßen erst noch gebaut bzw. diese erschlossen werden müssen. Nämlich Delmenhorster Straße, Christel-Brauns- und Bärbel-Wachholz-Weg. "Bezeichnungen, die bereits per Beschluss durch die Stadtverordnetenversammlung vergeben worden sind", so Hoeck.

Komplettiert wird das Verzeichnis durch einen kurzen historischen Abriss zur Entwicklung aller Stadtteile bzw. -bezirke sowie durch zahlreiche historische Ansichten von Straßen aus dem umfangreichen Fundus der Familie Wühle.

Während die Vermarktung für die "Eberswalder Straßennamen" startet, geht es für die "Orts- und Flurnamen für Eberswalde" unter Leitung von Ingrid Fischer in die redaktionelle Endphase. "Dieses Werk soll ebenfalls noch 2020 erscheinen", kündigt der Vereinsvorsitzende an. Parallel laufen die Arbeiten am Eberswalder Jahrbuch, das am 23. November präsentiert werden soll. Trotz derzeit erschwerter Möglichkeiten der Recherche ist Hoeck zuversichtlich, die Termine zu halten.

"Eberswalder Stadtnamen" kann zum Preis von 12 Euro (incl. Stadtplan) bzw. 10 Euro (ohne Plan) bestellt werden: www.heimatkundeverein-eberswalde.de; zuzügl. Versandkosten

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