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Senioren
Amaravia plant in Bad Saarow "Lebenswelt" für Demenzkranke

Bernhard Schwiete / 24.04.2020, 21:47 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Auf den grafischen Darstellungen des Architekten-Entwurfs sieht man Senioren, die auf Wegen flanieren, andere sitzen auf ihren Balkonen, wieder andere haben es sich in Sesseln und auf Sofas in einer weitläufigen Lobby bequem gemacht. Stattfinden soll dies in der Straße An den Rehwiesen in Bad Saarow, auf einem Areal, das im Norden an die dortige Wohnbebauung angrenzt. Bislang existiert dort eine weitläufige Wiese, die nun bebaut werden soll. Eigentümer des Grundstücks und Investor ist die Deutsche Immobilien AG aus Hannover,  tätig als Betreiber wird die Amaravia GmbH aus dem baden-württembergischen Überlingen. In den kommunalpolitischen Gremien in Bad Saarow wurde die Einrichtung oft als "Demenzklinik" bezeichnet. Amaravia-Geschäftsführerin Christel Dost lehnt diese Bezeichnung ab; auch von einem Seniorenheim will sie nicht sprechen. Die Einrichtung wendet sich zwar speziell an Menschen mit einer beginnenden Demenz, aber unter anderem auch ausdrücklich an deren Angehörige. "Lebenswelt" nennt Amaravia sein Projekt.

Gleichartige Einrichtungen plant das Unternehmen deutschlandweit auch in anderen Orten. "Bad Saarow war für mich schon immer ein sehr interessanter und entwicklungsträchtiger Standort. Vor etwa einem Jahr sind wir dann fündig geworden", sagt Dost. Nun solle es zügig vorangehen, noch im ersten Halbjahr wolle man den Bauantrag einreichen. Gespräche mit der Kreisverwaltung in Beeskow habe es dazu bereits gegeben. Nach Angaben von Amaravia werden mit der "Lebenswelt" etwa 100 Arbeitsplätze geschaffen. Zur Investitionssumme will das Unternehmen noch keine Angaben machen. Dazu äußere sich die Deutsche Immobilien AG im Rahmen der Grundsteinlegung, so Dost.

Die Anlage besteht aus einem Komplex von neun unterschiedlich großen, dreistöckigen Gebäuden. Sie bieten nicht nur Platz für 128 Wohnungen, sondern auch für 30 Hotel-Appartements, 17 Mitarbeiterwohnungen, zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften mit je zwölf Plätzen und eine Tagespflege für 20 Gäste. Dazu kommen unter anderem ein öffentliches Restaurant, ein Therapiebereich und ein Sportstudio. Zwischen und hinter den Gebäuden entstehen Grünflächen. So geht es aus dem Entwurf von Burkhardt Architekten hervor. Dort befindet sich unter anderem ein überdachter Rundweg, der die einzelnen Gebäude miteinander verbindet, ein Brunnen, eine Veranstaltungsfläche, Bouleplätze und ein Kunstgarten. Auch Kreativwerkstätten, einen Obst- und Gemüsegarten mit Hochbeeten und einen Kleintierzoo soll es geben.

52 bis 98 Quadratmeter

Die Wohnungen haben ein bis drei Zimmer und Größen von 52 bis 98 Quadratmetern. Sie werden vermietet. "Sie richten sich in erster Linie an Menschen, die wegen einer beginnenden demenziellen Erkrankung im eigenen Haus nicht mehr klarkommen", sagt Dost. Auch ein betreutes Wohnen sei möglich. In den ambulant betreuten Wohngemeinschaften sollen Menschen mit einer weiter fortgeschrittenen Erkrankung, die mehr Pflege und Betreuung benötigen, aufgenommen werden. Die Hotel-Appartements sind gedacht unter anderem für Menschen, die ihre Angehörigen in der "Lebenswelt" besuchen wollen.

Mit der Einrichtung verfolge Amaravia vor allem zwei Ziele, sagt Dost. "Wir wollen die Menschen so betreuen, dass die Demenz nicht fortschreitet. Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber man kann sie aufhalten. Und wir wollen, dass die Erkrankten weiter mit ihren Familien zusammenleben können."

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