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Kommentar
Nicht wegducken

Mathias Hausding.
Mathias Hausding. © Foto: Gerrit Freitag
Mathias Hausding / 26.04.2020, 19:31 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Brandenburg hat bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur nach der Wende vieles falsch gemacht und noch mehr versäumt. Vor elf Jahren ging es überhaupt erst damit los, dass sich Regierung und Parlament der Vergangenheit stellen. Es besteht also weiterhin Nachholbedarf. Deshalb sollte das Land an sich selbst den Anspruch haben, offene Fragen zur künftigen Erinnerungsarbeit nicht auszusitzen. Dazu gehört auch die Standortwahl für das Stasiakten-Archiv.

Es mag auf den ersten Blick taktisch clever sein, dass Ministerpräsident Dietmar Woidke dem Bund den Schwarzen Peter zuschiebt, also die Entscheidung darüber, ob es in Frankfurt oder in Cottbus enttäuschte Gesichter gibt, weil das Archiv in der anderen Stadt errichtet wird. Aber es geht um mehr. Mit dem Archivstandort eng verbunden ist das gesamte Konzept des Landes für die künftige  Bildungsarbeit zur DDR-Vergangenheit. Hier darf sich die Landesregierung nicht hinter dem Bund verstecken, sondern muss eigene Schwerpunkte setzen und diese dann öffentlich erklären. Gefragt sind zudem Ideen, die beiden Städten gerecht werden, also auch jener, die das Archiv nicht bekommt. Die Landesregierung sollte im Dialog mit Roland Jahn, dem Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, endlich ihre Hausaufgaben machen.

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