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GVZ, Hafen und BTC
Staatssekretär Rainer Genilke in Wustermark

Staatssekretär Rainer Genilke besuchte Wustermark: Andreas Guttschau, Holger Schreiber, Barbara Richstein und Rainer Genilke beim Rundgang über den BTC
Staatssekretär Rainer Genilke besuchte Wustermark: Andreas Guttschau, Holger Schreiber, Barbara Richstein und Rainer Genilke beim Rundgang über den BTC © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 12.05.2020, 09:32 Uhr
Wustermark In Sachen Infrastruktur hat Wustermark einiges zu bieten. Davon konnte sich auch der Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, Rainer Genilke (CDU), bei einem Besuch überzeugen. Genilke ist seit November 2019 im Amt und folgt der Sozialdemokratin Ines Jesse.

Drei Stationen hatte der parteilose Bürgermeister der Gemeinde Wustermark, Holger Schreiber, für den Gast aus dem Landtag in Potsdam auf das Programm gesetzt. Die Tour wurde von der Vizepräsidentin des Potsdamer Landtages und Parteikollegin Genilkes, Barbara Richstein, begleitet.

Das Güterverkehrszentrum (GVZ) Wustermark ist ein geschäftiger Ort, immer in Bewegung und mit dem neuen Kreisverkehr läuft es nun auch im Verkehr rund. Mehr als 4.000 Menschen arbeiten hier und etwa genau so viele LKWs bewegen sich täglich durch das Zentrum. Das GVZ, berichtet Schreiber, ist komplett vermarktet. 75 Prozent der ansässigen Firmen sind im Bereich Logistik unterwegs, ein Viertel produzieren ihre Waren in Wustermark. "Ein guter Mix der Unternehmen", sagt Schreiber. Der sich sogleich an die Kritiker des GVZ wendet. "Hier ist viel Fläche versiegelt worden, aber die ökonomischen Vorteile sind immens", sagt er.

Das GVZ Wustermark habe eine überregionale Bedeutung. Es sei nicht das größte Güterverteilzentrum, aber mit den fünf anliegenden Verkehrsschnittwegen einmalig, fügt Rüdiger Hage, Geschäftsführer der Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft, hinzu. Das GVZ Wustermark ist eines der größten Gewerbegebiete Brandenburgs, 95 Millionen Euro sind in die Entwicklung geflossen. Die ansässigen Unternehmen haben rund 350 Millionen Euro am Standort investiert. Eines davon ist der Drogerie-Riese dm, dessen neu gebautes Waren-Verteil-Zentrum werde gerade befüllt, sagt Schreiber. Dass in der unmittelbaren Nachbarschaft der Mitbewerber Rossmann sitzt, ist übrigens kein Zufall, sondern gewollt.

Dass die erste Station des Besuches der neugebaute Kreisverkehr ist, auch nicht. Das GVZ hat dieses Jahr 25. Geburtstag. 25 Jahre schwerer Autoverkehr auf den Straßen, das hinterließ Spuren im Asphalt. So wurde gebaut, erneuert und an moderne Verhältnisse, wie der Nutzung durch Gigaliner, angepasst. Die Straßenbaumaßnahmen rund ums GVZ sind noch nicht fertig. Wolfgang Scholz, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnumfeld in der Gemeinde Wustermark, erklärt, man strebe an, den Verkehr aus der benachbarten Gemeinde Zeestow herauszuhalten. Und er erläutert den für 2024 avisierten Umbau der Anschlussstelle Brieselang.

Staatsekretär Genilke sagt, es sei wichtig, die internationalen, wirtschaftlichen Herausforderungen anzunehmen. "Dafür sind erfolgreiche GVZs nötig." Die Ausgaben für den Straßenbau im GVZ hält e: "für gut angelegtes Geld." Dennoch möchte er den Verkehr nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Schiene haben. Dazu wird er etwa eine Stunde später mehr am Bahn-Technologie-Campus (BTC) Havelland erfahren. Aber vorher gings es zum Binnenhafen Havelport.

Auch der 2013 in Betrieb gegangene Hafen sei voll ausgelastet, sagt Klaus Pietack, Geschäftsführer der Colossus Logistics. Rund 15.000 LKWs kommen im Jahr zum Umladen ihrer Ladung in den Wustermarker Binnenhafen. Am knapp 400 Meter langen Kai ist Liegeplatz für drei Schiffe. Pietack würde den rund 28.000 Quadratmeter großen Hafen gern um weitere 15.000 Quadratmeter erweitern.

Auch am BahnTechnologie-Campus Havelland geht es sichtbar voran. Bis zum Ende dieses Jahres sollen die Erschließungsarbeiten beendet sein, sagt Geschäftsführer Andreas Guttschau. Gleichzeitig wächst die erste Halle in die Höhe. Am 1909 erbauten Rangierbahnhof in Elstal entsteht mit dem BTC ein Ausbildungs- und Forschungszentrum rund um die Bahn und Bahnberufe. Gewerbe und Wissenschaft an einem historischen Standort, der durch moderne Gebäude ergänzt wird. Und mit dem Projekt "City-Logistik" kommt der BTC dem Wunsch des Staatssekretärs nach einer cleveren Kombination von Straße und Schiene entgegen. "Mit dem Projekt wollen wir Stärken kombinieren", sagt Guttschau, der die Warentransporte möglichst lange und weit an Berlin heran auf der Schiene befördert haben möchte.

Der BTC wird vom Kreis und vom Land gefördert. Die Unterstützung für den BTC ist im Koalitionsvertrag festgelegt. Wann das Projekt Bahn-Technologie-Campus insgesamt fertig sein wird, darüber kann Guttschaunoch nichts sagen. Man plane Schritt auf Schritt oder, wie man in der Eisenbahnersiedlung Elstal sagt: Zug um Zug.

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