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Corona
TheosGym in Bad Freienwalde und Eberswalde kündigt Mitarbeitern

Fitnessstudio TheosGym in Bad Freienwalde: Ex-Mitarbeiter Frank Neubauer (links) sowie Geschäftsführer und Eigentümer Tobias "Theo" Finé. Aufgrund von fehlenden Einnahmen musste Finé seine Mitarbeitenden entlassen.
Fitnessstudio TheosGym in Bad Freienwalde: Ex-Mitarbeiter Frank Neubauer (links) sowie Geschäftsführer und Eigentümer Tobias "Theo" Finé. Aufgrund von fehlenden Einnahmen musste Finé seine Mitarbeitenden entlassen. © Foto: Steffen Göttmann
Jacqueline Westermann / 14.05.2020, 17:16 Uhr - Aktualisiert 15.05.2020, 12:27
Bad Freienwalde/Eberswalde (MOZ) Tobias Finé musste wegen Corona seine Mitarbeiter in Bad Freienwalde und Eberswalde entlassen. Er ist zahlungsunfähig.

Bis Mittwochmorgen hatte TheosGym in Bad Freienwalde und Eberswalde noch sieben Mitarbeitende. In einem Video, das am 13. Mai auf Facebook veröffentlicht wurde, wendet sich Inhaber Tobias Finé an die Netzgemeinde: "Ich musste heute alle Mitarbeiter entlassen." Um gewissen insolvenz-rechtlichen Sachen aus dem Weg zu gehen, seien ihm da leider die Hände gebunden, spricht Finé sichtlich emotional in die Kamera. Er ist zahlungsunfähig.

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Keine Mitgliedsbeiträge

"Es kam relativ überraschend, weil wir dachten, dass das Kurzarbeitergeld zügiger kommt", erklärt Finé später im Telefongespräch. Doch es hätte wohl noch weitere drei Wochen gedauert, bis die Auszahlungen durchgeführt würden, habe man ihm beim Arbeitsamt auf Nachfrage mitgeteilt. Das sei erst im Juni und das hätte noch mehr Kosten bedeutet, so Finé. "Ich habe mich extra noch mal erkundigt. Es ist ja keine Besserung in Sicht, ich mache mich sonst haftbar, wenn ich nichts für meine Mitarbeiter einzahle", erklärt der Gründer des Fitnessstudios.

Seit 2010 betreibt Finé TheosGym in Eberswalde, im Januar letzten Jahres kam der Standort in der Kurstadt hinzu. Eine dritte Dependance in Angermünde befindet sich gerade im Bau. Der 36-Jährige habe bis zum Schluss gehofft, dass er Kündigungen vermeiden könne. "Aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, wenn die laufenden Kosten zu groß werden. Die Situation verschlechtert sich ja laufend." Er mache dem Arbeitsamt gar keine Vorwürfe, die seien mit der Situation gerade einfach überfordert. Und auch wenn Insolvenzen derzeit ausgesetzt wurden, ändere das nichts an der Tatsache, dass er keinerlei Zahlungen vornehmen könne, denn TheosGym hatte die letzten zwei Monate keine Einnahmen. "Wir haben keine Beiträge der Mitglieder eingezogen", berichtet Finé. Aufgrund einer Empfehlung des Verbandes hin; verpflichtend sei der Einzugsstopp nicht gewesen.

Keinerlei Informationen zur Öffnungssituation gebe es vom Kreis. "Wir haben ein Hygienekonzept vorgelegt. Per Telefon oder Online-Formular würden sich die Mitglieder fürs Training anmelden", erklärt der Fitness-Ökonom. Maximal 15 Personen gleichzeitig im Studio auf einer Fläche von 800 Quadratmetern. Ein Mitarbeitender vor Ort, um die Einhaltung der Abstandsregelungen zu überprüfen. Geräte müssten nach jeder Benutzung desinfiziert werden. Das Betreten des Studios sei durch eine automatische Drehtür kontaktlos möglich. "Warum das Konzept nicht akzeptiert wird, ist fraglich", merkt Finé an.

Kritik an Landesregierung

Finé mache vor allem der Landesregierung einen Vorwurf, die sich bisher nicht zu Fitnessstudios geäußert habe. In seiner Kritik ist er nicht allein. "Wir werden unseren Wiederöffnungstermin am 18. Mai wahrscheinlich nicht halten können. Es ist ja noch nicht mal am Horizont ein Zeichen zu sehen, dass in Brandenburg Fitnessstudios wohlwollend berücksichtigt werden", sagt Wolfgang Lau, Inhaber der Fitnesscompany Bad Freienwalde. Mit seinen Mitgliedern habe er eine Vereinbarung getroffen, dass die Beiträge größtenteils während der Schließung weiter gezahlt würden, um die Liquidität des Studios zu wahren. Aber im Laufe der nächsten Monate erhalten sie dafür Beitragsfreistellungen.

Seine Mitarbeitenden hätten nach der Veröffentlichung des Videos auf der TheosGym-Facebookseite am Mittwoch jedenfalls besorgt angerufen, ob Entlassungen auch bei ihnen anstünden. "Gott sei Dank konnte ich sie beruhigen. Wir halten garantiert noch etwas durch", sichert Lau, der das Studio in der Kurstadt seit 27 Jahren betreibt, zu.

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