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Corona-Krise
Uckermark öffnet Kitas für alle Kinder von Berufstätigen

Michael Dietrich / 24.05.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 24.05.2020, 07:43
Prenzlau (MOZ) Die Kitas der Uckermark öffnen ab 2. Juni wieder für Kinder berufstätiger Familien. Das hat Landrätin Karina Dörk am Freitag bekanntgegeben. Dieser Schritt war erst jetzt möglich geworden, nachdem das Land Brandenburg den Landkreisen in dieser Woche freigestellt hatte, entsprechend ihrer Infektionszahlen und Bedingungen vor Ort die Notfallbetreuung in eigener Regie auszuweiten und die bisher einheitlich festgelegten Gruppenstärken anzupassen.

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Diesen Spielraum wolle sie gern nutzen, erklärte Landrätin Karina Dörk. Die Uckermark ist mit ihren bislang 36 bekannten Corona-Infektionen und seit drei Wochen ohne Neuinfektion der am wenigsten von Corona betroffene Landkreis. Deshalb entschied die Behördenchefin in Abstimmung mit dem Gesundheits- und Jugendamt, nach einer Woche zur Antragstellung und zur Vorbereitung in den Kitas  ab 2. Juni zu einer eingeschränkten Regelversorgung zurückzukehren.

Eltern, die sich seit Corona zwischen Kinderbetreuung und Arbeit abwechseln und so kaum noch sehen, die in Doppelbelastung Homeoffice und Kinderbetreung meistern müssen und deren Kinder sehnsüchtig darauf warten, endlich wieder die Freunde und Spielkameraden aus der Kita-Gruppe zu sehen, haben endlich eine Aussicht auf Besserung.

Keine Gefahr für Kinder

"Wir können nicht die Wirtschaft wieder hochfahren, wenn die Eltern zu Hause bei den Kindern sitzen", erklärt Karina Dörk. Ihre Amtsärztin Michaela Hofmann formuliert es sogar noch drastischer: "Die Kinder waren nie das Problem und für sie besteht nach allem, was wir inzwischen gelernt haben, auch keine Gefahr. Es wird Zeit, dass wenigstens die Kinder langsam wieder ihr normales Leben zurück bekommen."

Elternhäuser, in denen beide Eltern oder Alleinerziehende einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, dürfen ab sofort die Genehmigung beim Landkreis beantragen. Das Antragsformular findet man auf der Internetseite des Landkreises, der Antrag kann per E-Mail gestellt werden. Nach Angaben des Landkreises betrifft die Regelung  3000 bis 4000 Kinder in der Uckermark. Derzeit sind lediglich 2230 Kinder uckermarkweit in einer Notfallbetreuung. Übrig blieben nach Angaben des Kreises dann noch 1000 bis 2000 Kinder, für die der Platz und die Ressourcen zur Unterbringung in den Kitas noch nicht ausreichen. Kinder von Eltern, bei denen ein Elternteil nicht arbeitet, müssen noch weiter warten. Zumindest aber Kinder mit speziellem Förderbedarf in Kietz-Kitas und Sprachförderung soll es ab 2. Juni möglich sein, wenigstens einmal in der Woche für vier Stunden diese Angebote zu nutzen.

Die Öffnung der Kindertagesstätten für die Kinder berufstätiger Eltern gilt auch für Selbstständige. In einem zweiten Schritt sollen dann  ab 8. Juni alle Vorschulkinder wieder in die Kita dürfen, unabhängig davon, ob die Eltern arbeiten.

Entlastung für Kitas

Trotz des zu erwartenden gewaltigen Ansturms von Eltern hat sich der Kreis entschieden, das Verfahren weiterhin in Verantwortung des Jugendamtes zu belassen. "Wir entlasten damit die Träger und Beschäftigten in den Kitas. Genauso wichtig war uns aber, dass die Eltern letztlich einen Bescheid in den Händen halten, der auch Rechtsmittel  zulässt", erklärt Sozialdezernent Henryk Wichmann.

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