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Kultur
Schön, bunt, handgemacht

Nadja Voigt / 24.05.2020, 06:00 Uhr - Aktualisiert 24.05.2020, 07:50
Wriezen (MOZ) Handwerkskunst im wahrsten Wortsinne ist Kat Menschiks Metier. Die Illustratorin, die neben Büchern regelmäßig für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und "Das Magazin" arbeitet, hat viel Neues für sich entdeckt.

Nachdem der Berliner Galiani-Verlag sie eine eigene Buchreihe machen lässt, kam ihr nach einem Sommerfest in dem Dorf nahe Wriezen, das ihr Sehnsuchtsort ist, die Idee zu einer eigenen Schmucklinie. "Ich bin ja selbst so eine Schmuckelse", lacht Kat Menschik beim Besuch in eben jenem Idyll am Dorfrand. Dort hat sie die Corona-Zeit verlebt, dort entstanden die Illustrationen für das neueste Werk, das im Herbst erscheinen wird: "Kat Menschiks und des Diplombiologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes illustrirtes Thierleben". Viel darf die Künstlerin darüber noch nicht verraten. Aber: "Es sind kleine Kolumnen von Mark Benecke über verschiedene Phänomene. Sehr unterhaltsam aufgeschrieben."

Und mit ihren Werken opulent bebildert. Schon auf dem Buchcover wimmelt es vor Schmetterlingen, Maden und Käfern. "Er hat mir eine Liste mit Tieren geschickt und ich habe einfach eingefangen zu zeichnen", berichtet die 52-Jährige über den Entstehungsprozess. Beide – von Lesereisen und sonstigen Projekten durch die Corona-Krise befreit – hätten innerhalb kürzester Zeit ihr gemeinsames Werk fertiggestellt. "Es war eine tolle Zusammenarbeit", schwärmt Kat Menschik. Sie war es auch, die die Idee zu dem Projekt hatte. Denn sie schätzt die Arbeit des Forensikers. Und will mit ihrer Buchreihe, zu der bereits neben ihrem eigenen Kochbuch, das 2019 erschien, Klassiker von Shakespeare bis Kafka, eine große Bandbreite zeigen.

Zuletzt war Alexander Puschkins "Pique Dame" mit ihren Illustrationen erschienen. Die Buchpremiere am 8. März konnte noch gefeiert werden, erinnert sich die Künstlerin. Seither ist sie in ihrem Haus in dem Dorf bei Wriezen zu finden, das ihr Rückzugsort und Refugium zugleich ist. In der Natur, mit der Natur. "Wenn ich Pause mache, trinke ich einen Kaffee auf der Terrasse, gucke mir meine Blümchen an, zupfe ein bisschen Unkraut und dann versinke ich wieder in meiner Arbeit." Mehr braucht es anscheinend nicht, um seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und immer noch Zeit für "kleine" Projekte zu haben: Fliesen zu bemalen, Vasen zu töpfern, mit Holz zu arbeiten und eine Technik zu erfinden, um die eigenen Illustrationen auf Porzellan zu bringen.

So prangen nun ihre Entwürfe auch auf einer limitierten Auflage einer Kaffeedose, die für das Hilfswerk Misereor versteigert wird und die sie gemeinsam mit der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin entwickelt hat. Immer wieder entdeckt sie neue Möglichkeiten, die "Schmuckelse", Bücherfreundin, Liebhaberin kleiner Dinge und schöner Kleinigkeiten. Und was kommt als nächstes? Ein Kaffeeservice? Kat Menschik lacht. "Vielleicht. Es gibt so viele Möglichkeiten. Immer öffnet sich eine neue Tür", freut sie sich.

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