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Schülerbeförderung
Wieder Busbegleiter im Barnim an Bord

Im Einsatz: Busbegleiter sollen für Ordnung und Sicherheit auf dem Weg zu Schule sorgen. (Symbolfoto)
Im Einsatz: Busbegleiter sollen für Ordnung und Sicherheit auf dem Weg zu Schule sorgen. (Symbolfoto) © Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa
Kai-Uwe Krakau / 24.05.2020, 07:28 Uhr - Aktualisiert 24.05.2020, 14:40
Bernau (MOZ) Die Busfahrten zur und von der Schule verlaufen nicht immer so, wie es sich die Erwachsenen wünschen. Da wird mitunter geschubst und gedrängelt, Taschen fliegen durch die Reihen, es ist laut und stressig. Die Sicherheit bleibt dabei nicht selten auf der Strecke. Vor Jahren lief deshalb bereits das Projekt "Schulbusbegleitung", 2015 wurde es beendet. Nach einem "Vorfall"  ist nun eine Neuauflage geplant.

"Im Herbst des vergangenen Jahres haben wir erste Gespräche mit dem Landkreis Barnim geführt", sagt der 2. Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Barnim, Hans-Peter Krüger. Kurz vor Weihnachten gab es dann bereits ein Treffen mit den zuständigen Mitarbeitern des Jobcenters. Im Februar fanden die Bewerbungsgespräche statt. Vier Interessenten hatten sich gemeldet, zwei werden nun als Busbegleiter tätig sein.

Zum 1. April sollte das Projekt offiziell starten. "Die Corona-Pandemie hat uns da leider einen Strich durch die Rechnung gemacht", so Krüger. Da der Schulbetrieb immer noch eingeschränkt sei, konnten die beiden Busbegleiter – ein Mann und eine Frau – auch noch nicht sehr viel im Einsatz sein. "Wir hoffen, dass sich das bald ändert". so der Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht. An dem Projekt sind zwei Kommunen, die Stadt Bernau und die Gemeinde Ahrensfelde, sowie der Landkreis Barnim und die Barnimer Busgesellschaft mbH (BBG) beteiligt. Das Jobcenter übernimmt dabei die finanziellen Leistungen. Die Grundlage dafür ist das Sozialgesetzbuch II und hier der Paragraph 16i "Teilhabe am Arbeitsmarkt". Eine Voraussetzung ist, dass die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person insgesamt mindestens sechs Jahre innerhalb der letzten sieben Jahre Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts erhalten hat. Alle darüber hinaus anfallenden Kosten des Projekts tragen die vier beteiligten Partner.

Die Busbegleiter werden auf verschiedenen Strecken eingesetzt. In Bernau sind beispielsweise zwei Schwerpunkte die Transporte in die Grundschule an der Hasenheide und die Grundschule im Blumenhag. Aber auch in Bussen, die in Ahrenfelde, Werneuchen und Grüntal unterwegs sind, werden die Busbegleiter für Sicherheit und Ordnung sorgen. Das Projekt läuft bis zum 31. April 2025. "Der Barnim ist dabei durchaus Vorreiter", so der Vize-Vorsitzende der Kreisverkehrswacht. Zumindest aus den Nachbarkreisen Märkisch-Oderland und Oberhavel sei ihm kein ähnliches Vorhaben bekannt.

Zu den Schwerpunkten der Arbeit des Vereins zählt weiterhin die Verkehrserziehung des Nachwuchses. So finden in Kindertagesstätten und Schulen entsprechende Ausbildungen statt. Auch gibt es an einigen Bildungseinrichtungen durchaus Interesse, wieder ein Schülerlotsen-Projekt ins Leben zu rufen. Bei der Verkehrswacht ist zudem eine E- Scooter-Ausbildung möglich. Die Mitglieder der Kreisverkehrswacht gehen überdies in Pflegeheime und erklären den dortigen Bewohnern, wie sie mit Rollatoren richtig umgehen. Darüber hinaus ist die Verkehrswacht – wenn dies wieder möglich ist – auch erneut auf zahlreichen Veranstaltungen in der Region vertreten. "Tatkräftige Mitstreiter suchen wir natürlich immer", so Hans-Peter Krüger.

Idee stammte aus Ahrensfelde

Ein Projekt zur Schulbusbegleitung hatte es bereits in den Jahren 2010 bis 2015 gegeben. Die Idee war damals in Ahrensfelde geboren worden. Die Eltern waren wegen der teilweise chaotischen Zustände in den Bussen alarmiert und auch das Verkehrsunternehmen machte sich Sorgen um die Schüler und seine Fahrer. Bürgermeister Wilfried Gehrke suchte ebenfalls nach einer Lösung. Die Kreisverkehrswacht sorgte für Schulung und Training der Busbegleiter.

Doch vor fünf Jahren lief das erfolgreiche, aber auch "hochpreisige" Projekt aus. Das Programm "Förderung von Arbeitsverhältnissen" endete, die Kommunen hätten ihren finanziellen Anteil deutlich erhöhen müssen. Zumindest die Gemeindevertretung von Ahrensfelde lehnte das damals ab.

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