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Infrastruktur
Gransee rückt erneuerbare Energie in den Fokus

Das Wohngebiet an der Straße des Friedens in Gransee:  Das Wärmenetz, über das die Haushalte versorgt werden, befindet sich seit einigen Jahren wieder in kommunaler Hand.
Das Wohngebiet an der Straße des Friedens in Gransee:  Das Wärmenetz, über das die Haushalte versorgt werden, befindet sich seit einigen Jahren wieder in kommunaler Hand. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 27.05.2020, 09:30 Uhr
Gransee Um das Quartier an der Straße des Friedens in Gransee mit Wärme zu versorgen, setzt die Wärme- und Servicegesellschaft Gransee (WSG) derzeit noch auf mit Erdgas befeuerte Brennwertkessel. Eine Rolle werden diese auch künftig spielen, doch erneuerbarer Energie messen die Verantwortlichen immer mehr Bedeutung bei. Eine Hackschnitzelheizung sowie Solarthermieanlagen sollen daher errichtet werden. Auch wird das Netz voraussichtlich einen Ausbau erfahren. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten beginnen.

Darüber informierte auf Nachfrage der ehrenamtliche Geschäftsführer der WSG, Nico Zehmke, seines Zeichens auch Fachbereichsleiter Finanzen/Bauen und Liegenschaften in der Granseer Amtsverwaltung. Demnach werden auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern solarthermische Anlagen auf den Wohnblöcken in der Straße des Friedens 24 bis 32 montiert, die primär während der Sommermonate die Grundlast des Systems sicherstellen sollen. Ferner soll ein Minikraftwerk mit einem 500 Kilowatt Hackgutkessel auf der Freifläche südlich des Blocks Nummer 18/19 errichtet werden, im Bereich des alten Feuerlöschteichs. Diese Anlage wird auch zu einem Teil die Wärmeerzeugung ersetzen, die bislang über die Gaskessel im Keller der Werner-von-Siemens-Schule erfolgt. "Mit der Integration einer solchen Anlage in ein Wohngebiet betreten wir Neuland. So etwas gibt es im Mittelzentrum bislang nicht", sagt Nico Zehmke.

Das Projekt sowie die ebenfalls beabsichtigte Netzerweiterung sei langfristig angelegt. Bislang umfasse das Netz die Wohnblöcke, inklusive der Nummern 26 bis 29 an der Berliner Straße, die Siemens- sowie die Stadtschule mit zugehöriger Sporthalle und den Hort "Hufeisen-Kids". Neu an das Netz gehen können dann die Kita "Zwergenland" sowie sukzessive weitere Neubauvorhaben. Für die Kommune ist es von Vorteil, wenn sie bei Förderanträgen auf zur Verfügung stehende regenerative Energiequellen verweisen kann. Unter dem Strich soll eine CO2-Einsparung von 340 Tonnen pro Jahr stehen, wenn in drei Jahren alle eingeplanten Gebäude an das Wärmenetz angeschlossen sind – Vergleich bei alleiniger Nutzung von Erdgas.

Wärmenetz rekommunalisiert

Die WSG ist auch das Ergebnis einer Rekommunalisierung des Wärmenetzes an der Straße des Friedens. Wie Zehmke weiter erläuterte, seien im Rahmen des Stadt-Umland-Wettbewerbs (SUW) 2012 und 2013 Quartierskonzepte erarbeitet worden, die zum einen erneuerbare Energie in den Fokus rückten, zum anderem eben jene Kommunalisierung, die 2014 begonnen und drei Jahre später schließlich abgeschlossen werden konnte. Zuvor bediente sich die Wohnungsgesellschaft Gewo an der Straße des Friedens privater Partner, um die Wärmeversorgung sicherzustellen. Im Zuge der Bauarbeiten an der Straße 2013 wurden auch gleich Leitungen verbaut, um nicht später wieder die Straße aufreißen zu müssen. Bislang ging ein Teil dieser Leitungen aber noch nicht in Betrieb – ein Umstand, der sich jetzt ändern soll.

Gesellschafter der WSG ist die Gewo Gransee. Eigenes Personal hat die WSG nicht. Vielmehr bedient diese sich des technischen und kaufmännischen Know-hows der Stadtwerke Zehdenick. Als WSG-Geschäftsführer fungierte nach der Umfirmierung der alten Kommunalen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft der damalige Fachbereichsleiter Manfred Richter und schließlich, nachdem dieser in den Ruhestand ging, Nico Zehmke.

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