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Tourismus
Jugendherberge Bremsdorf hat kaum geöffnet, da ist sie schon ausgebucht

Hagen Bernard / 03.06.2020, 06:30 Uhr - Aktualisiert 03.06.2020, 08:33
Bremsdorf (MOZ) Die Pfingstfeiertage haben sich für die Jugendherberge Bremsdorfer Mühle gelohnt. Leiter Eckhard Rockstädt berichtet von komplett belegten Zimmern mit Ausnahme von drei Räumen, die zu Quarantäne-Zwecken freigehalten werden. "Das ist sehr gut gelaufen. Wir sind zufrieden. Die Gäste haben uneingeschränkt die Hygieneregeln eingehalten", erklärt der Leiter.

Diese Jugendherberge im Schlaubetal ist eine von sieben Einrichtungen dieser Art in Berlin-Brandenburg, die seit Freitag wieder Gäste beherbergen durften. Ausschlaggebend für die Wiedereröffnung der Bremsdorfer ist die Ausstattung der Vier-Bett-Zimmer mit jeweils einer Dusche und WC gewesen. Weitere sieben Jugendherbergen in Berlin-Brandenburg haben ab dem 1. Juli beziehungsweise 17. August wieder geöffnet.

Da zu Pfingsten hauptsächlich Familien anreisten, waren die Zimmer laut Rockstädt so gut wie komplett belegt. 144 Betten stehen maximal zur Verfügung. Allerdings treffe das nur für die Wochenenden zu. In der Woche ist die Jugendherberge geschlossen, da es sich laut Rockstädt nicht lohne, wie beispielsweise zurzeit wegen zweier Familien die Küche offen zu halten.

Gut gebucht sei auch für das anstehende Wochenende, während es für die Woche darauf in dieser Hinsicht noch einige Reserven gebe. Dann kommen die Ferien und die Bremsdorfer rechnen damit, dass dann besonders viele Familie ihren Urlaub nicht im Ausland verbringen möchten.

Hingegen müssen die Betreíber auch in den kommenden Wochen nahezu komplett auf Gruppen und Schulen verzichten, die sonst die Haupteinnahmequelle sind. So sei gerade die Buchung für die EKO-Kennenlernfahrt mit 60 Lehrlingen storniert worden. "Wir müssen mit den übernachtenden Familien überleben", lautet das Fazit von Rockstädt, da auch so mancher Schulausflug für den Herbst bereits storniert worden ist.

Allerdings mussten sich die Mitarbeiter in der Bremsdorfer Mühle mit der Wiedereröffnung zu Pfingsten gehörig umstellen. Anstatt Frühstück, Mittag und Abendbrot am Büfett wurden nunmehr die Essensportionen familienweise gereicht. So begann das Frühstück um 7.30 Uhr, jede Familie hatte dafür eine Dreiviertelstunde Zeit. Ähnlich war es zu Mittag ab 11.30 Uhr, die Betreiber haben sich erst einmal auf zwei Gerichte beschränkt. Das Abendbrot begann um 17.30 Uhr, um 20 Uhr war die Essensausgabe beendet. Maximal acht Personen aus zwei Haushalten durften an einem Tisch sitzen.

Zwangsläufig müssen die Schlaubetaler weiter auf den Familientourismus setzen und die Gäste angesichts eingeschränkter Spiel- und Sportmöglichkeiten auf dem eigenen Gelände bei Laune halten. Zu Pfingsten hatten die Betreiber gegrillt.

Die Sportangebote allerdings sind weiterhin nur individuell. So gibt es ausgebaute Wege für Radfahrer, Wanderer und Läufer. Kanus beispielsweise können individuell in Beeskow ausgeliehen werden, auch der Reiterhof in Schneeberg ist nicht allzu weit entfernt. Zum Baden bietet sich der nahe gelegene Große Treppelsee an.

Ungewisse Zukunft

Trotz der über Erwarten erfolgreichen Wiedereröffnung nach der Zwangsschließung am 18. März stehen einige Fragezeichen für die Zukunft der Jugendherbergen. Der Einnahmeverlust durch die ausgefallenen Übernachtungen lässt sich nicht aufholen.

"Der Landesverband muss um seine Existenz kämpfen, wenn sich kurzfristig nichts an der Belegungssituation ändert", hatte vor kurzem der Sprecher des Landesverbandes von Berlin und Brandenburg Marcus Hirschberg davor gewarnt, dass die Zwangsschließung mittelfristig nicht folgenlos bleiben könnte. Außerdem haben sich die jetzigen Einnahmemöglichkeiten verringert. So können die Vier-Bett-Zimmer mitunter nicht komplett belegt werden, da maximal Personen aus zwei Haushalten zugelassen seien. Die Jugendherberge ist laut Rockstädt normalerweise zu 80 Prozent mit Schulklassen belegt, doch diese fehlen nun.

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