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Fredersdorfer Freibad
"Es wird aber auch Zeit!"

Rettungsschwimmer Michael Golze kann sich über die Sommermonate keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen als das Fredersdorfer Freibad.
Rettungsschwimmer Michael Golze kann sich über die Sommermonate keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen als das Fredersdorfer Freibad. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 05.06.2020, 09:00 Uhr
Fredersdorf Knapp 5.300 Badegäste besuchten im Sommer 2019 das Fredersdorfer Schwimmbad. "Die vergangene Badesaison war sehr gut", bilanziert Rettungsschwimmer Michael Golze. Dieser Tage erledigte er die letzten Vorbereitungen für den Start der diesjährigen Saison.

Für den 42-Jährigen beginnt damit zugleich der zweite Sommer als Rettungsschwimmer - in Fredersdorf. "Diesen Job in einem anderen Bad zu machen, könnte ich mir nicht vorstellen", sagt er. Er erzählt, dass er in Dippmannsdorf aufgewachsen ist und heute in Bad Belzig lebt. Während seiner ersten beiden Schuljahre drückte er jedoch in Fredersdorf die Schulbank - vis à vis des Freibades, im alten Gutshaus, dass damals als Schule genutzt wurde. Die vielen Kontakte aus dieser Zeit und die familiäre Atmosphäre im Bad, das vom örtlichen Freibadverein betrieben wird, machen das Schwimmbad in Fredersdorf für ihn zum schönsten Arbeitsort. Zumindest für die Dauer der Badesaison. Ist die zu Ende, wechselt Michael Golze wieder in das Team des städtischen Bauhofes.

Am morgigen Montag, 8. Juni, soll die diesjährige Badesaison endlich starten. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie mit leichter Verspätung. "Es wird jetzt aber wirklich Zeit. Die Leute warten darauf", sagt der 42-Jährige. Die allgemein gültigen Baderegeln werden dann durch die Corona bedingten Hygiene- und Abstandsvorschriften ergänzt.

So wird auch im Fredersdorfer Freibad das Abstandsgebot gelten, werden Schwimmzeiten vorgegeben und müssen in festgelegten Zeitabständen Desinfektionen erfolgen. Dass der Badebetrieb in dieser Folge nur unter Einschränkungen möglich ist, bereitet Michael Golze dennoch keine Sorge. "Hier ist alles überschaubar. Anders als in Bad Belzig", sagt der Bademeister.

Nachdem im vergangenen Jahr so viele Dauerbadekarten wie nie zuvor in Fredersdorf verkauft wurden, ändern sich - Corona bedingt - in der diesjährigen Saison auch die Eintrittspreise. Wie im städtischen Freizeit- und Erlebnisbad in Bad Belzig und im Naturbad Dippmannsdorf gilt auch in Fredersdorf ein Ticketpreis von 1 Euro. Bedingt durch den eingeschränkten Badebetrieb haben Klein und Groß ein einheitliches Entgelt zu zahlen.

Dann erzählt der 42-Jährige von den Investitionen, die der Freibadverein seit der Saison 2019 getätigt hat und noch tätigt. Unter anderem wurde eine neue Treppe in das Schwimmerbecken gebaut, die zusätzlich mit einem Geländer aus Edelstahl ausgestattet wurde. "Darüber werden sich die älteren Schwimmbadbesucher besonders freuen. Durch die Treppe gibt es einen einfacheren Zugang ins Wasser und wieder heraus", so Michael Golze. "Das Geländer für die neue Treppe hat die Firma Metallbau Stoof aus Schwanebeck gesponsert. Für den Lagerraum und die Hütte, die noch im Bau ist, konnten wir die Firma Tietze aus Bad Belzig gewinnen", ergänzt Matthias Ambs. Er hat den Vorsitz im Fredersdorfer Freibadverein inne und richtet bei der Gelegenheit ein großes Danke an alle Förderer und Unterstützer des Vereins, die sich im Verlauf der letzten Monate erneut auf die verschiedenste Art und Weise einbrachten und damit einen Betrag zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Freibades leisteten - das schnurstracks auf ein Jubiläum zusteuert.

So liegt der Ursprung des Bades im Jahr 1701. Damals wurden im Schlosspark Fischteiche angelegt. Zwei Jahrhunderte später entstand aus denen ein Swimmingpool - für Hans-Carl Freiherr Oppen von Huldenberg. Ihm war es fortan vergönnt, vor der Haustür dem Schwimmsport zu frönen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie enteignet und der Gutspark fiel an die Kommune. Anfang der 60er Jahre wurde das Bad im Rahmen des NAW (Nationales Aufbauwerk) umgebaut. Es entstand neben dem Schwimmbecken ein kleiner Nichtschwimmerbereich. In den darauf folgenden Jahrzehnten wurde immer wieder in das Bad investiert - und immer wieder packten die Fredersdorfer selbst mit an. Ob mittels Muskelkraft oder über Spenden.

Der Förderverein Freibad Fredersdorf e.V. wurde im Januar 2015 gegründet. Ziel ist es, durch ehrenamtliches Engagement das Bad zu erhalten und weiter zu entwickeln. Seit der Vereinsgründung wurden bereits viele Verbesserungen erzielt und zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt, mit deren Erlös notwendige Reparaturmaßnahmen unterstützt werden konnten. Die Badesaison im Fredersdorfer Freibad beginnt am 8. Juni 2020 endet am 31. August 2020. Der Eintritt kostet für jeden Badbesuch 1 Euro.

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