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Angermünder Seniorenheime
Bewohner dürfen wieder draußen spazieren gehen

Für Besucher wieder geöffnet: Die Tür zum Garten des Awo-Seniorenheims in Angermünde ist für angemeldete Angehörige wieder passierbar.
Für Besucher wieder geöffnet: Die Tür zum Garten des Awo-Seniorenheims in Angermünde ist für angemeldete Angehörige wieder passierbar. © Foto: Daniela Windolff
Daniela Windolff / 08.06.2020, 20:11 Uhr
Angermünde (MOZ) Niemand darf rein, niemand darf raus. Wochenlang waren Besuche in Pflege- und Seniorenheimen verboten. Auch die Bewohner durften die Einrichtungen nicht verlassen. Keine Spaziergänge oder Besuche außerhalb, auch keine größeren Veranstaltungen im Heim.

"Für uns alle, Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige, war das eine sehr schwierige und anstrengende Zeit. Aber die meisten haben sehr verständnisvoll und vernünftig reagiert und unsere Mitarbeiter haben sich trotz der zusätzlichen Einschränkungen bemüht, den Alltag der Bewohner abwechslungsreich zu gestalten. Dafür kann ich allen gar nicht genug danken", sagt Doreen Gnorski, Leiterin des Awo-Seniorenzentrums am Stadtwall, das mit 100 Bewohnern die größte stationäre Pflegeeinrichtung in Angermünde ist.

Doch während die meisten Lebensbereiche schrittweise wieder zur Normalität zurückkehren, ist in den  Seniorenheimen Unsicherheit zu spüren, was hier wieder erlaubt werden darf. "Wir stehen in der Verantwortung für die Gesundheit der Bewohner und Mitarbeiter. Gleichzeitig verstehen wir auch die Sehnsucht, endlich wieder ihre Angehörigen treffen oder draußen spazieren gehen zu dürfen", sagt Doreen Gnorski, die deshalb oft mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Uckermark telefoniert.

Die erste Lockerung gab es zum Muttertag am 10. Mai. Zum ersten Mal durften Angehörige zu Besuch kommen. Einzeln, für eine Stunde, nach 24-stündiger Voranmeldung, mit Mundschutz, Abstand und unter Aufsicht. Die Wohnbereiche im Haus sind weiterhin für Besucher weitestgehend tabu. Seit Pfingsten gibt es weitere Erleichterungen für die Heimbewohner. "Sie dürfen die Einrichtung auf eigene Verantwortung verlassen, zum Beispiel zum Einkaufen oder um mit Angehörigen spazieren zu gehen, und müssen sich abmelden und unterschreiben", sagt Doreen Gnorski. Auch über die Hygiene- und Abstandsregeln werden sie aufgeklärt.

Die Amtsärztin der Uckermark, Dr. Manuela Hofmann, bestätigt diese Regelungen. "Das Gesundheitsamt handelt ausschließlich auf der Grundlage der Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg. Die aktuelle Fassung vom 27. Mai sieht für Pflegeheime keine Besuchs- oder Ausgehverbote vor. Danach können Bewohner dieser Einrichtungen Besuch von einer Person erhalten, wenn die Betreiber der Einrichtungen unter anderem sicherstellen, dass der Zutritt gesteuert wird und ein wirksamer Schutz der Bewohner und des Personals vor Infektionen gewährleistet ist. Damit liegt die Verantwortung nicht beim Gesundheitsamt, das weder bei der Anordnung von Besuchsverboten noch jetzt bei der Aufhebung dieser Reglementierungen Vorgaben machte, sondern weiterhin bei den Einrichtungen selbst", so Dr. Hofmann.

Ellen Fährmann ist Mitglied im Bundesvorstand privater Pflegeanbieter und steht in ständigem Kontakt mit den Ministerien und dem Gesundheitsamt. Sie berät Pflegeeinrichtungen auch über aktuelle Handlungsempfehlungen. "Jede Lockerung bedeutet auch mehr Verantwortung. Pflegeheime sind nach wie vor sehr sensible Bereiche und am stärksten gefährdet, im Falle einer Infektion zum Hotspot zu werden", wirbt Ellen Fährman um Verständnis für die noch sehr vorsichtigen Lockerungen.

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