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Corona-Beschränkungen
Polen öffnet seine Grenzen am Samstag

Deutsch-polnische Grenze wird geöffnet: Nach den lang geltenden Beschränkungen durch die Coronakrise an der Grenze beider Nachbarländer, ist die Einreise ab 13. Juni wieder möglich.
Deutsch-polnische Grenze wird geöffnet: Nach den lang geltenden Beschränkungen durch die Coronakrise an der Grenze beider Nachbarländer, ist die Einreise ab 13. Juni wieder möglich. © Foto: Rene Matschkowiak
Beate Bias und Nancy Waldmann / 10.06.2020, 13:40 Uhr - Aktualisiert 11.06.2020, 22:03
Potsdam (MOZ) Polen öffnet in der Nacht zum Sonnabend die Grenzen nach Deutschland. Nach fast drei Monaten können Besucher aus beiden Ländern dann wieder die Übergänge passieren. Nach Informationen der Staatskanzlei in Brandenburg sollen die Beschränkungen in der Nacht um 0.00 Uhr aufgehoben werden.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte am Mittwoch, dies sei ein wichtiger Schritt bei der Rückkehr zur europäischen Normalität. „Wir haben in der Zeit der geschlossenen Grenze erlebt, wie wichtig offene europäische Grenzen sind und wie eng Deutschland und Polen miteinander verbunden sind“, sagte Woidke. Tausende Deutsche und Polen könnten jetzt wieder ihre Familienangehörigen, Freunde und Nachbarn über Oder und Neiße besuchen, Tourismus und Wirtschaft könnten sich wieder frei entfalten.

Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Linke) erklärte, dass die Freude auf beiden Seiten groß sei. Die Kanzlei von Premierminister Mateusz Morawiecki bestätigte die Nachricht erst am Nachmittag per Twitter.

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Polizei ist auf Ansturm vorbereitet

Wie groß der Ansturm an Oder und Neiße sein wird, ist schwer abzuschätzen. Im Polizeipräsidium in Potsdam hieß es am Mittwoch, dass man der Öffnung gelassen entgegensehe. Dennoch gebe es erste Vorbereitungen. „Wir haben die Polizeimotorräder aus der Direktion West angefordert, die dort stationiert sind“, sagte Polizeisprecher Stefan Möhwald.

Erfahrungsgemäß gelangen die Beamten damit schneller und besser durch den Stau. Schwerpunkte in der Direktion Ost seien die Übergänge in der Uckermark, in Märkisch-Oderland, in der Stadt Frankfurt und auf der A12.

Einkaufen in Polen wieder möglich

Wegen der unterschiedlichen Preise pendeln viele Menschen zum Einkaufen nach Polen und nach Deutschland. Tourismus und Wirtschaft könnten sich jetzt wieder frei entfalten, sagte Ministerpräsident Woidke, der auch Polen-Koordinator der Bundesregierung ist.

„In den Wochen der geschlossenen Grenze hat unsere Doppelstadt gelitten, wirtschaftlich, politisch, aber auch für viele Menschen zutiefst persönlich. Wir haben zuletzt stark gespürt, was wir aneinander haben“, sagte Oberbürgermeister Wilke. Der Vorsitzende der Händlervereinigung am großen Basar in Slubice, Pawel, Slawiak, meinte: „Wunderbar, wir erwarten unsere Kunden.“ Dem Slubicer Markt war durch die Grenzschließung so gut wie das komplette Frühjahrsgeschäft weggebrochen.

Polnische Wirtschaft wieder beleben

Polen wird auch die Grenzen zu anderen EU-Ländern am 13. Juni wieder öffnen. Dies werde helfen, die polnische Wirtschaft wieder zu beleben, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Mittwoch in Lochow östlich von Warschau. Internationale Flüge sollen ab dem 16. Juni wieder möglich sein. „Auf diesen Moment haben wir alle gewartet. Die Beschränkungen im Zusammenhang mit der Schließung der Grenze waren für viele Polen eine große Unannehmlichkeit, und viele Branchen unserer Wirtschaft haben stark unter ihnen gelitten“, schrieb Morawiecki auf Facebook.

Chronologie der Corona-Maßnahmen an der Grenze

Seit dem 15. März hatte die nationalkonservative Regierung in Warschau als Schutzmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus die EU-Binnengrenzen für Ausländer geschlossen. Ausnahmen galten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten.

Polen, die aus dem Ausland zurückkehrten, mussten für 14 Tage in Quarantäne. Die Einführung dieser Regelung hatte besonders Pendler an der deutsch-polnischen Grenze hart getroffen. Für sie wurde erst später eine Ausnahmeregelung vereinbart.

In Frankfurt (Oder) sorgte dies, verbunden mit den Kontrollen an der Grenze, wiederum teilweise zu starken Verkehrsbelastungen. Zu Himmelfahrt etwa stauten sich die Autos stundenlang in der Innenstadt. (mit dpa)

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