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Tourismus
Ausgebuchte Ferienhäuser in Bad Saarow am Scharmützelsee

Bernhard Schwiete / 29.06.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 29.06.2020, 07:22
Bad Saarow (MOZ) Mit Beginn der Ferien sind die Quartiere in Bad Saarow und Wendisch Rietz voll. Doch auch vorher war die Nachfrage groß.

Eigentlich wollten sie am Freitag im Flugzeug sitzen. In die Türkei sollte es gehen, ans Mittelmeer, nach Side. Dann kam das Coronavirus, und alle Pläne waren geplatzt. Sabrina Bohne, Katja Kuhla und Jana Kilias machten aus der Not eine Tugend. Im April kontaktierten die drei Frauen aus Cottbus die Ferienhaus-Anlage Schlosspark Theresienhof in Bad Saarow. Das war gerade noch rechtzeitig. "Zwei Häuser waren damals noch frei", erzählt Katja Kuhla, während sie mit ihren Freundinnen und den insgesamt sechs Kindern auf der Terrasse am Scharmützelsee sitzt. "Wir sind zum ersten Mal hier. Unser erster Eindruck ist super", sagt sie am zweiten Tag in Bad Saarow.

Am Sonnabend pulsiert im Schlosspark das Leben. Vor der Rezeption hat sich eine Schlange derer, die sich anmelden wollen, gebildet. An den Autos auf der Anlage dominieren wie üblich Kennzeichen aus Ostdeutschland. Aber auch auffällig viele Fahrzeuge aus Nordrhein-Westfalen, wo gerade die Sommerferien begonnen haben, sind zu sehen. Urlauber aus Bielefeld und Bonn, aus Aachen, Lippstadt und Neuss haben sich auf den durchaus weiten Weg nach Ostbrandenburg gemacht.

Ganz ähnlich ist die Lage in Wendisch Rietz im Ferienpark Scharmützelsee, wo am Sonnabend zum Beispiel Lutz Rangott aus Recklinghausen eingetroffen ist. Anders als die Familien aus Cottbus in Bad Saarow hat er seine Urlaubspläne wegen Corona nicht ändern müssen. "Die Reise hierher ist schon seit vergangenem Jahr geplant", erzählt er. Genauso verhält es sich bei Reiner Treiber, Bärbel Kien, Heinz Kien, Anika Weber und der vierjährigen Nora aus Jena und Umgebung, die einen Drei-Generationen-Urlaub in Wendisch Rietz verbringen. "Wir haben die Anlage im Internet entdeckt. Gebucht haben wir schon vor dem Ausbruch der Pandemie", erzählt Heinz Kien. Auch der Thüringer zeigt sich bereits kurz nach der Ankunft angetan. "Unser erster Eindruck ist super. An der Rezeption haben wir viel Prospektmaterial bekommen, das wollen wir heute Abend mal sichten", sagt er. Ein erster Ausflug ist schon geplant: Ins Irrlandia nach Storkow soll es gehen.

Zufrieden sind nicht nur die Gäste, sondern auch Anja Witzlack, die Geschäftsführerin des Ferienparks Scharmützelsee. Während der Ferienzeit sind die 150 Häuser, die sie anbietet, ausgebucht. Das ist seit Jahren jeden Sommer so; Auswirkungen der Pandemie hat Witzlack trotzdem gespürt, erst in negativer, dann aber auch in positiver Hinsicht. Nachdem von Mitte März bis in den Mai bis auf ein paar berufliche Übernachtungen alles dicht war, brummt seitdem das Geschäft. Urlaub in Deutschland ist in diesem Jahr bei vielen Menschen angesagt. "Wir waren im Juni so gut gebucht wie noch nie", sagt Witzlack. Bereits vor Beginn der Ferien habe die Auslastung bei 85 Prozent gelegen. "Die Leute sehnen sich nach einem Tapetenwechsel. Sie wollen raus."

Fürstenwalde als Ausweichort

Diesen Eindruck bestätigt die Geschäftsführerin des Tourismusvereins Scharmützelsee, Laura Beister. "Wir bekommen dieses Jahr vor allem mehr kurzfristige Anfragen als sonst", sagt sie. Während der Ferien müssten ihre Mitarbeiterinnen und sie dann versuchen, irgendwo noch eine Lücke in Form einer freien Unterkunft aufzutreiben. Auswirkungen hat der Corona-Urlaubsboom am Scharmützelsee sogar bis nach Fürstenwalde. Das berichtet die Leiterin der dortigen Tourismus-Info, Antje Oegel. "Bei uns melden sich Leute, die in Bad Saarow und Wendisch Rietz nichts mehr gefunden haben oder in der Stadt auf günstigere Preise hoffen", erzählt sie.

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