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Käpt’n Blaubär auf Finowkanal-Fahrt

Ahoi! Die "Blaubär" hat am Anleger am Familiengarten festgemacht. Ihr Kapitän breitet an Deck die Arme aus. Der Bootsführer stammt aus Bremen, sein Boot liegt sonst an der Müritz.
Ahoi! Die "Blaubär" hat am Anleger am Familiengarten festgemacht. Ihr Kapitän breitet an Deck die Arme aus. Der Bootsführer stammt aus Bremen, sein Boot liegt sonst an der Müritz. © Foto: Thomas Burckhardt
Marco Marschall / 01.07.2020, 03:00 Uhr
Eberswalde Er nennt sich Käpt’n Blaubär – wie sein Boot, das einem alten holländischen Frachtschiff nachempfunden wurde. Über die Weltmeere allerdings ist der Bremer, der seinen richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, nicht geschippert. Auf dem Finowkanal hat ihn unser Fotograf kürzlich abgelichtet.

Auf die Gattin gehört

Der bärtige Sportbootkapitän in seinem fünf Jahre alten Euroship Luxe Motor 1500 cl hatte auf Geheiß seiner Gattin Kurs auf den Barnim genommen. "Meine Frau meckert mich schon eine ganze Weile an, wir wollen unbedingt mal zum Finowkanal fahren", verrät er. Das Urteil des Hansestädters über die Fahrt auf der historischen Wasserstraße: "Recht interessant, aber wenig Möglichkeiten, an Land zu gehen". Mehr Stege zum Anlegen in Eberwalde und Infrastruktur am Ufer wäre wünschenswert. "Alle sprechen davon, du musst zum Finowkanal. Aber das hab ich als ein Manko gesehen", so Blaubär.

Hartmut Ginnow-Merkert vom Verein unser Finowkanal hingegen geht davon aus, dass es ausgerechnet im Stadtgebiet genug Anlegeplätze für Sportbootfahrer gibt. So zum Beispiel beim Haus am Finowkanal. Der Steg dort gehöre der Stadt. An der Stadtpromenade und am Oberhafen der Stadtschleuse und letztlich auch an der Marina Eberswalde sind weitere Möglichkeiten.

"Den hätte ich gern mal kennengelernt, diesen Blaubär. Dann hätte ich ihm ein paar schöne Sachen zeigen können", sagt Ginnow-Merkert. Schließlich helfe der Verein Bootstouristen, wo er kann. Wer sich vorab informieren möchte, dem empfiehlt der Finowkanal-Fan eine E-Mail an info@unser-finowkanal.de zu schreiben. Falls ein Boot eine Schleuse zu spät erreicht, kann der Verein eventuell helfen und eine spätere Öffnung organisieren.

Außerdem fahren Mitglieder des Vereins auf freundliche Anfrage gern auch ein Stückchen mit und geben Erklärungen, was links und rechts der Wasserstraße zu sehen ist. Auf der Internetseite www.kag-finowkanal.de gebe es auch eine Wasserwanderkarte zum Finowkanal, die weitestgehend noch Gültigkeit besitze sowie weitere Informationen für Touristen auf der Wasserstraße.

Blaubär, dessen Heimathafen nicht die Weser sondern die Müritz ist  – wo er nun wieder angelandet ist – blieben vor allem die Natur rechts und links der Wasserstraße sowie die freundlichen Schleusenwärter in Erinnerung. "Das hat wirklich gut funktioniert. Die Leute waren immer nett und hilfsbereit", sagt er. Wie der Freizeitkapitän berichtet, hätten viele schon nach seinen Erfahrungen auf dem Finowkanal gefragt, da sie ebenfalls Kurs auf die Wasserstraße nehmen wollten. Gut möglich also, dass es dort demnächst voller wird. Generell sei das Schiffsaufkommen momentan gigantisch, beschreibt der Bremer Bootsfahrer. Das verlängert an vielen Schleusen, jenseits des Finowkanals, die Wartezeit. "Bis zu dreieinhalb Stunden", berichtet der Freizeitkapitän. "Weil alle denken, auf dem Wasser gibt es kein Corona."

Wohnmobile und Charterboote

Hartmut Ginnow-Merkert überraschen solche langen Wartezeiten nicht. "Bei hohem Verkehrsaufkommen geht das eben nicht anders. Auf dem Boot ist man normalerweise aber darauf vorbereitet", sagt er. Die Beobachtung großen Andrangs auf dem Wasser macht der Mann vom Verein "Unser Finowkanal" auch. "Wie überall zu hören ist, ist alles megamonsterausgebucht. An Land sind die Menschen jetzt alle in Wohnmobilen unterwegs und auf dem Wasser mit gecharterten Freizeitschiffen". Und Ginnow-Merkert hat subjektiv auch den Eindruck, dass auf dem Finowkanal mehr los sei. Einige Reisejournalisten, denen er eine Tour auf dem Kanal gibt, haben sich sich in diesem Jahr auch schon angemeldet.

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