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Jugend in der Politik
Jugendliche wollen in Gartz ein Wörtchen mitreden

Eva-Martina Weyer / 01.07.2020, 04:15 Uhr - Aktualisiert 01.07.2020, 06:54
Gartz (MOZ) Jugendliche in Gartz wollen ein Jugendparlament gründen. Sie haben sich schon einen Namen gegeben und nennen sich "Youth energy" (Junge Energie). Bisher machen zwölf Jugendliche mit. "Wir wollen Sprecher der jungen Generation von Gartz sein und eigene Vorschläge machen", sagt Elias Lüdtke. Er hat gerade seine Grundschulzeit in Gartz beendet und kommt in eine 7. Klasse an der Schwedter Gesamtschule Talsand.

"In Gartz passiert nicht viel. Hier kann man nur Fahrrad fahren. Das wollen wir ändern", sagt er. Mit ihrem Anliegen finden die Mädchen und Jungen bei Bürgermeisterin Inge Reppenhagen Gehör. Sie ist Mitglied der Freiparlamentarischen Allianz. Diese Partei hat es sich auf die Fahne geschrieben, junge Leute zu fördern und durch verantwortungsbewusstes Handeln an parlamentarische Arbeit heranzuführen. "Schließlich sind die Jugendlichen ja die Abgeordneten von morgen. Wie das geht, müssen sie lernen", begründet Inge Reppenhagen ihr Engagement.

Sie hat die Idee des Gartzer Jugendparlaments in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt und mit den Mädchen und Jungen schon einige Treffs durchgeführt.

Elias Lüdtke erzählt: "Wir haben zusammengesessen und überlegt, was man in Gartz machen könnte." Ein paar Freizeitvorschläge haben die Jugendlichen zusammengetragen, darunter ein Spielenachmittag und eine Fotosession. Sie haben sich auch Gedanken über ihren Lieblingsspruch gemacht. Für Ben Hornburg lautet er: "Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum" und Elias Lüdtke findet toll: "Von nüscht kommt nüscht!"

Er und die anderen Jugendlichen vermissen zum Beispiel einen Treffpunkt, wo es auch im Winter warm ist. "So eine Art Klub zum chillen", sagt Elias. In der Vergangenheit haben sich Jugendliche in Bushaltestellen getroffen – keine gute Lösung.

Gleich am ersten Tag der Sommerferien haben die Jugendlichen eine Wanderung in den Gartzer Schrey unternommen. Die Bürgermeisterin lief mit. Es war eine dreistündige Tour mit Picknick an der alten Badestelle. Die Jugendlichen haben das Essen selbst beigesteuert. "Jeder hatte etwas mitgebracht und es war rührend zu sehen, wie alle sich gegenseitig ihre Leckereien angeboten haben", freut sich Inge Reppen-hagen.

Abschiedsschmerz

Als Mitwanderin hat sie erlebt, was die Jugendlichen derzeit bewegt. Da viele die Schule wechseln, schleicht sich bei manchen Abschiedsschmerz ein. "Manche sind wirklich empfindsam. Man sollte nicht immer auf die Jugend schimpfen, sondern an die Zeit denken, als man selber nicht Fisch noch Fleisch war wegen der Pubertät", meint die Bürgermeisterin. Sie hat den Jugendlichen ein Camp mit Übernachtung auf ihrem Grundstück vorgeschlagen. Wenn deren Eltern die Erlaubnis geben, kann es diese Woche stattfinden. Inzwischen gibt es auch interessierte Jugendliche aus Tantow, die im Jugendparlament mitmachen wollen.

Die Idee eines Jugendparlaments ist nicht neu. In Schwedt besteht ein Kinder- und Jugendrat, der schon in der Stadtverordnetenversammlung aufgetreten ist. Im Amt Oder-Welse gibt es auf Sitzungen der Gemeindevertreter den Tagesordnungspunkt "Beteiligung der Kinder und Jugendlichen".

Was ist ein Kinder- und Jugendparlament?

Zu einem Kinder- und Jugendparlament kann man auch Kinder- und Jugendrat oder -forum sagen. Es stellt eine konkrete Umsetzung von Jugendteilhabe dar. In Jugendparlamenten nehmen Vertreter Interessen für Kinder und Jugendliche gegenüber den jeweiligen Städten und Gemeinden wahr. Dabei werden Fragen zur Schulhofgestaltung, zu Radwegen oder Freizeitanlagen ebenso behandelt wie Probleme des Umweltschutzes. Mögliche Lösungsvorschläge werden in Form von Anträgen den Politikern vorgelegt. Auf diese Weise üben Kinder und Jugendliche, wie sie eigene Ideen entwickeln und erfolgreich durchsetzen können. Oft werden sie dabei von Erwachsenen angeleitet.⇥emw

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