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Angebote gesucht
Volkshochschule und Freiluftkino sollen nach Hönow

Dirk Schaal / 01.07.2020, 05:00 Uhr
Hönow (MOZ) Böse Zungen behaupten, Hönow sei eine Schlafstadt. "So hat es mal angefangen, das stimmt, aber ich denke, es hat sich gebessert", schätzt Ortsvorsteher Christian Klahr ein. Als Grund für solche Behauptungen sieht er fehlende Informationen über seinen Ortsteil an. "Da meine ich jetzt nicht die Medien, gerade die MOZ berichtet regelmäßig, da muss auf anderen Kanälen einfach mehr kommen", sagt Klahr.

Große Hoffnung setzt er auf das Ortsteilzentrum, das ursprünglich als soziokultureller Mittel- und Treffpunkt Hönows geplant war. "Wir hatten viel Pech mit Corona, sonst wären wir da auch schon ein Stück weiter", glaubt Klahr. Mut macht ihn dabei die Bibliothek, die nach der Eröffnung im Januar laut Leiterin Sandra Butte einen Ansturm erlebte. Jetzt ist es jedoch Zeit, Worte mit Leben zu erfüllen, sagt Klahr, das will auch die Gemeinde Hoppegarten.

Ein Runder Tisch sollte einige Ideen zutage bringen, wie man das kulturelle Leben fördern kann. So wird eine Kooperation mit der Volkshochschule angestrebt, Beratungsangebote könnten durchgeführt werden, ein offenes und ein Repair Café wurden angeregt, auch regelmäßige Angebote wir Handarbeit, Schach oder Kartenspiele wären denkbar. Die Bibliothek könnte weiterhin Spielenachmittage anbieten, Lesungen sowie ein Leseclub sind angedacht.

Gedanken hat sich auch Raymund Stolze gemacht, der zusammen mit seiner Frau Gabriele in erster Linie in Dahlwitz-Hoppegarten für Kunst und Kultur sorgt. "Das sollen mal Jüngere machen", antwortet er auf die Frage, ob das Paar nicht auch in Hönow aktiv werden könnte. Hilfe bietet er an, aber die Alleinverantwortung lehnt er ab. "Wichtig ist doch, erst einmal zu wissen, was wollen die Hönower. Mein Vorschlag wäre, einen Kultur-Wunschbriefkasten an der Bibliothek hinzustellen. Danach sollte man ein Konzept ausrichten", erklärt Stolze. Sofort hat er Namen parat von Hönower Künstlern, wie Schauspieler Ulrich Voss, der sich ein Engagement sogar vorstellen könnte. Freiluftkino, Konzerte oder Trödelmarkt auf dem Platz vor der Schule oder am Birkenplatz, stellt er als Diskussionsgrundlage in den Raum.

Bei der Verantwortlichkeit geht Stolze noch einen ganzen Schritt weiter. Man sollte Hönow nicht so abgekoppelt sehen. Es gibt viel Kultur in der Gemeinde, der Region, aber man muss bekannter machen und Möglichkeiten schaffen, dass die Leute auch kommen können. Der Gemeindebus könnte Shuttle sein, Besucher aus den Gemeindeteilen abholen oder hinbringen, denn auch in Münchehofe oder Waldesruh sieht er kulturellen Nachholbedarf. "Und man muss sich fragen, ob es nicht sogar eine Nummer größer werden soll. Ein Kulturmanagement im Mittelzentrum oder regional im S 5-Bereich. Ich denke, von den Erfahrungen könnten alle profitieren, Kunst- und Kulturschaffende wie auch Besucher", schlägt Stolze vor.

Betreibung übergreifend

Während der Diskussion zur Ausschreibung des Hoppegartener Hauses der Generationen hatte Thomas Scherler (CDU) angeregt, dass sich der Betreiber auch um Hönow kümmern könnte. Die Angebote und Aufgaben glichen sich und schließlich sei Hönow der bevölkerungsreichste Ortsteil Hoppegartens. Da könne es nicht sein, dass eine Million Euro in Dahlwitz-Hoppegarten für das Haus der Generationen in den nächsten acht Jahren ausgegeben werden und Hönow leer ausgehe, fügte Scherler hinzu.

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