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Tischtennis
Doppelte 4er-Tisch-Premiere in Erkner

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Symbolbild © Foto: Carola Voigt
Kai Beißer / 01.07.2020, 05:30 Uhr
Erkner (MOZ) Maurice Gaertner schreibt gerade jede Menge E-Mails, Anträge, Konzepte. Bei dem 43-jährigen Tischtennisspieler von der SG Chemie Erkner laufen alle Fäden zusammen, was die Organisation des ersten 4er-Tisch-Turniers in Berlin und Brandenburg am 25. und 26. Juli anbelangt. Dabei hatte er das Projekt eigentlich längst beerdigt.

Die Idee gab es schon länger, im Dezember waren die Planungen angelaufen. Gaertner machte sich erfolgreich auf die Suche nach Sponsoren für eine solche Veranstaltung. Auf einer Förderung durch Landes- und Kreissportbund hoffte er dagegen vergeblich. Dann kam Corona, "und ich habe das Turnier schweren Herzens wieder abgemeldet".

Nun aber die erneute Kehrtwende. Seit gut einem Monat dürfen die Erkneraner Tischtennisspieler wieder in der Stadthalle trainieren: mit 50 Quadratmetern Platz pro Tisch, jeweils nur zwei Spieler, und ohne Seitenwechsel. Aber wenn das funktioniert, warum dann nicht doch das Turnier ausrichten?, dachte sich Gaertner und erarbeitete ein passendes Hygienekonzept. "Maximal 75 Leute dürfen in die gesamte Halle. Wir werden also pro Tag nur zwei Konkurrenzen mit jeweils höchstens 32 Teilnehmern austragen, dazu drei, vier Verantwortliche und ein paar Leute für die Verpflegung – das passt." Alle werden natürlich mit ihren Daten und per Unterschrift erfasst.

Vor sechs Tagen hat Maurice Gaertner die erneute Ausschreibung über sämtliche Kanäle der 4er-Tisch-Community publiziert, 30 Anmeldungen gibt es bereits. Spieler aus Hessen und Sachsen-Anhalt, aus NRW, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz sowie aus Polen werden in gut drei Wochen in der Stadthalle am Bahnhof dabei sein.

Die Gastgeber haben sich seit fünf Jahren dem 4er-Tisch verschrieben. Auslöser war ein Internet-Video, im Sommertraining haben es die Randberliner einfach mal ausprobiert – und sind begeistert. "Es ist dynamisch, extrem anstrengend und macht einfach Spaß." Mittlerweile hatten sie auch schon interessierte Gäste unter anderem vom TTV Hartmannsdorf, und so hofft Gaertner durchaus, dass sich der eine oder andere Tischtennisspieler, der sonst als Gegner der Chemie-Mannschaften im Kreisspielbetrieb unterwegs ist, noch für das Erkneraner Event anmeldet. Auf jeden Fall gibt es logistische Unterstützung vom Grünheider SV, von der SG Hangelsberg, vom SV Woltersdorf, dem KSV und von Pneumant Fürstenwalde: "Die befreundeten Vereine stellen uns Tische und Banden zur Verfügung. Vor allem von letzteren werden wir rund hundert brauchen, haben selbst aber nur so 15, 20."

Gespielt wird in vier Klassen: Drei richten sich nach der Punktzahl im Tischtennis-Ranking (Q-TTR-Wert), hinzu kommt die Senioren-Konkurrenz Ü 40. Ach ja, Maurice Gaertner gewann übrigens bei der WM vor einem Jahr in Altenkirchen im Westerwald den Vizeweltmeistertitel in der Klasse C (bis 1500 QTTR).

Die wichtigsten Fakten

Gespielt wird an vier zusammengestellten handelsüblichen TT-Tischen. Das Netz ist 32 Zentimeter hoch.Der Aufschlag erfolgt diagonal, und zwar wechselseitig zunächst von rechts und dann von links, und es gibt wie beim Tennis zwei Versuche. Der Ball darf auf der Rückschlagseitezweimal aufspringen. Um ihn zuerreichen, darf der Spieler den Tisch berühren, aber nicht auf ihm stehen. Und noch eine Besonderheit: Es darf theoretisch auch mit zwei Schlägern gespielt werden.⇥red

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