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Immobilien
Mehr Platz für Wohnungsbau in Oranienburg

Klaus D. Grote / 01.07.2020, 08:00 Uhr
Oranienburg (MOZ) Die Nachfrage sorgt für steigende Immobilienpreise in Oranienburg. 2019 seien höhere Preise verzeichnet worden, teilte die LBS-Ost  in Potsdam am Dienstag mit. Ein gebrauchtes Einfamilienhaus koste derzeit durchschnittlich 200 000 Euro. Reihenhäuser aus zweiter Hand würden bei 150 000 Euro liegen.

Nachgefragt werden aber vor allem günstige Mietwohnungen. Für die sorgt die städtische Woba derzeit auf drei Baustellen: in der Gartenstraße und bei den beiden Bauabschnitten zur Erweiterung der Weißen Stadt. In der Kremmener und der Haller Straße stehen zudem Sanierungsvorhaben vor dem Abschluss. Die Woba verzeichne nahezu Vollvermietung und leiste damit einen stabilen Beitrag zur Ertragsleistung der Oranienburg Holding, sagte deren Finanzchef Jens Schober. Er betonte dabei, dass die Woba-Sanierungen der vergangenen Jahre das Stadtbild mitprägten und somit Werte geschaffen hätten.

Auch die Oranienburger Wohnungsbaugenossenschaft erweitert ihr Angebot. Die OWG hat an der Walther-Bothe-Straße ein Seniorenpflegeheim errichtet, das zum Jahresende bezogen wird. Wenige hundert Meter weiter, an der Ecke Berliner Straße hat die OWG mit dem stadtbildprägenden Bau von 56 altersgerechten Wohnungen begonnen. Die Genossenschaftler sollen auch im betagten Alter ihr Zuhause bei der OWG behalten.

Neue Reihenhaussiedlung

Private Anbieter wollen von der Nachfrage ebenfalls profitieren. 264 Wohnungen werden noch in diesem Jahr am Speicher fertig. Investor TAS, der sein Projekt nun "Louise" und nicht mehr "Wohnen am Speicher" nennt, weil er das historische Gebäude abreißen will, lädt bereits zu Besichtigungsterminen in die Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen ein.

Außerdem werden weitere Baulücken im Stadtgebiet geschlossen. Für neue Baugebiete haben die Stadtverordneten am Montagabend die Aufstellung von Bebauungsplänen beschlossen. Am Friedenthaler Weg, zwischen Dulonstraße und Oranienburger Kanal, will die Deutsche Reihenhaus AG auf einer 3,8 Hektar großen Fläche 136 Wohneinheiten errichten. Die Häuser bestehen aus je drei bis sechs Einheiten. Die meisten Häuser haben drei Geschosse und ein Satteldach. Das Vorhaben passe nicht in die Umgebung und drohe außerdem, eine Frischluftschneise für die Innenstadt zu zerstören, kritisierte Timm Zimmermann (AfD). Tatsächlich sieht der Landschaftsplan Oranienburg die Bebauung in einer "Luftaustauschbahn" als unvereinbar mit landschaftsplanerischen Belangen. In einer Abwägung wurde jedoch für die Bebauung entschieden. Dem folgte auch die Mehrheit der Stadtverordneten.

Immerhin soll die Öffentlichkeit in einem Beteiligungsverfahren über zwei Gestaltungsvarianten entscheiden dürfen. Der Investor will außerdem einen städtebaulichen Vertrag abschließen, um Planungs- und Erschließungskosten zu übernehmen und sich an Kosten zur Erweiterung der sozialen Infrastruktur zu beteiligen. Die Deutschen Reihenhaus will zudem Angebote im "preisgedämpften" Segment anbieten.

Mehr als 1 700 Wohneinheiten müssen bis Ende 2021 neu auf den Markt kommen, um das Bevölkerungswachstum zu bewältigen, heißt es in der Baulandstrategie der Stadt. Bis 2030 müssen weitere 3 800 Neubauwohnungen folgen, dann soll die Stadt auf 51 000 Einwohner gewachsen sein. Um auf dem immer stärker umkämpften Immobilienmarkt auch künftig Oranienburgern mit schmalerem Geldbeutel den Bau eines Eigenheims zu ermöglichen, haben die Stadtverordneten einen Grundsatzbeschluss zur Bodennutzung gefällt.

Die Stadt will künftig im Außenbereich Flächen erwerben, um beim Weiterverkauf für den Wohnungsbau eine Quote von 35 Prozent für günstigen Wohnraum festlegen zu können. Die Deutschen Reihenhaus AG hatte diese Quote schon ihrerseits angeboten. Nun wollte allerdings die CDU-Fraktion mit einem Änderungsantrag erreichen, dass diese Quote nur für städtische Grundstücke gelte. Investoren hätten so freie Hand gehabt. Der Antrag hatte keine Chance in der Stadtverordnetenversammlung.

Weitere Schul- und Kitaplätze

Weil die Zahl der Wohnungen und Einwohner wächst, wird Oranienburg auch weitere neue Betreuungsplätze für Kinder schaffen. Die Stadtverordneten beschlossen deshalb die vierte Fortschreibung zur Entwicklung der sozialen Infrastruktur für die Jahre bis 2026 und perspektivisch bis 2031. Von 300 Kitaplätzen entstehen 90 in einer neuen Kita in der Weißen Stadt. Dort ist auch eine zwei- bis dreizügige Grundschule geplant. Mehr Schul- und Kitaplätze sind außerdem in Lehnitz geplant. In Schmachtenhagen wird der Hort erweitert. Ortsvorsteherin Katrin Kittel (FWO) hatte vor einem Engpass an Krippenplätzen schon zum neuen Schuljahr gewarnt.

Weitere Standorte für neue Betreuungsplätze werden derzeit geprüft. Die Sanierung der Kita Lehnitz und der Neubau der Kita Bäkestrolche sind abgeschlossen. Die Sanierung der Fröbel-Kita soll ab Frühjahr oder Sommer 2021, die Sanierung der Kita am Schlosspark ein Jahr später erfolgen. Nach den Sommerferien wird im Anbau der Havelgrundschule unterrichtet. Im Zeitverzug befinden sich der Neubau der Grundschule Friedrichsthal und der Anbau der Grundschule Lehnitz. Um bei der Entwicklung der Bevölkerungs- und Kinderzahl mitzuhalten, will die Stadt die Planung regelmäßig anpassen.

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