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Mehr Arbeitslose in Berlin - erste Entspannungszeichen in Brandenburg

Die Arbeitslosenzahlen in Berlin sind im Juni im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr gestiegen. (Symbolbild)
Die Arbeitslosenzahlen in Berlin sind im Juni im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr gestiegen. (Symbolbild) © Foto: Sonja Wurtscheid/dpa
dpa / 01.07.2020, 10:09 Uhr - Aktualisiert 01.07.2020, 16:12
Berlin (dpa) Auf den Arbeitsmärkten in Berlin und Brandenburg gibt es in der Corona-Krise im Juni erste Anzeichen von Entspannung. Während in der Hauptstadt der Anstieg der Arbeitslosenzahl geringer ausfiel als noch im Mai, ging ihre Zahl in Brandenburg sogar minimal zurück, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte.

209 360 Menschen waren im vergangenen Monat in Berlin arbeitslos gemeldet. Das waren zwar 8719 Männer und Frauen mehr als noch im Vormonat. Doch zwischen April und Mai ist die Zahl deutlich stärker um rund 18.000 gestiegen. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres gab es dieses Jahr allerdings 56.745 mehr Arbeitslose in der Hauptstadt.

Die Arbeitslosenquote stieg zwischen Mai und Juni um 0,5 Punkte auf 10,5 Prozent. Vergleichen mit dem Vorjahresmonat lag sie um 2,7 Prozentpunkte höher.

In Brandenburg ging die Arbeitslosenzahl hingegen im Juni leicht zurück. 86 226 Männer und Frauen waren landesweit im vergangenen Monat arbeitslos gemeldet und damit 754 weniger als noch im Vormonat. Allerdings lag auch hier ihre Zahl um 11 870 höher als im Juni des Vorjahres.

„Mit den einsetzenden Lockerungen der Corona-bedingten Einschränkungen gibt es zwar erste günstigere Entwicklungen wie in Brandenburg“, sagte der Berlin-Brandenburger Agenturleiter Bernd Becking. „Die Arbeitslosigkeit liegt jedoch in beiden Ländern deutlich höher als im Juni 2019.“

In beiden Ländern verinderte das Instrument der Kurzarbeit, dass deutlich mehr Menschen ihre Arbeit verloren. Allerdings stieg die Zahl der Anzeigen von Unternehmen nur noch leicht. In Berlin kamen laut Regionaldirektion im Juni noch 1100 Unternehmen hinzu, die Kurzarbeit anzeigten. In Brandenburg waren es 490 Betriebe.

Insgesamt hatten in der Hauptstadt zwischen März und Juni 38.477 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. Bis zu 400.822 Menschen waren betroffen. In Brandenburg waren es im selben Zeitraum 24.634 Betriebe, die für bis zu 245.160 Personen Kurzarbeit anzeigten.

„Der Berliner Arbeitsmarkt ist von der Coronakrise hart getroffen“, teilte Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke) mit. „Noch ist nicht bis ins Detail abzusehen, welche mittel- und langfristigen Folgen die vergangenen Wochen und Monate für den Arbeitsmarkt haben werden. Es muss jedoch alles getan werden, um Arbeitsplätze zu erhalten“, hieß es.

„In beiden Ländern zeichnet sich bei der seit März stark rückläufigen Nachfrage nach Arbeitskräften eine Bodenbildung ab“, teilte am Mittwoch der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, Christian Amsinck, mit. „Besonders hart trifft die Krise Geringqualifizierte, Jugendliche, Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund.“

Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus kritisierte: „Es ist bedauerlich, dass der Senat sich immer noch viel zu wenig um Unternehmen und den Joberhalt kümmert.“ Es gebe noch immer kein innerdeutsches Tourismuskonzept, teilten die wirtschafts- beziehungsweise arbeitsmarktpolitischen Fraktionssprecher Christian Gräff und Jürn Jakob Schultze-Berndt mit.

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