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Erfolgsgeschichte
Mit Seife aus Groß Kreutz und Göhlsdorf wird weltweit geduscht

Alexandra Gebhardt / 01.07.2020, 11:37 Uhr
Groß Kreutz (BRAWO) Dass Regionalität, Nachhaltigkeit und ein starkes wirtschaftliches Wachstum sich nicht ausschließen, dafür ist Annett Förster mit ihrem Unternehmen "SauberKunst" der beste Beweis. Sie hat sich in den vergangenen Jahren ein kleines Seifen-Imperium mit vier Läden in Werder, Potsdam und Berlin sowie einem eigenen Online-Shop aufgebaut. Mittlerweile zählt das Unternehmen 60 MitarbeiterInnen und kann mit großen Seifen-Konkurrenten wie "Lush" mithalten. Das Besondere an ihren Produkten: alle Seifen sind vegan, ohne Plastik, zu einhundert Prozent Tierversuchs-frei und in kompletter Handarbeit mit hochwertigen Rohstoffen hergestellt. Und das in zwei kleinen Manufakturen in Groß Kreutz und Göhlsdorf.

Einen Eindruck von dieser besonderen Arbeit verschaffte sich am Dienstag, 30. Juni, auch der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Thomas von Gizycki. Seit Anfang Juni betreibt er zusammen mit seinem Kollegen Heiner Klemp ein Wahlkreisbüro in Brandenburg/Havel und betreut neben seinem Heimatwahlkreis in Oberhavel personell den Landkreis Potsdam-Mittelmark. Die sitzungsfreie Zeit im Landtag will er in diesem Jahr dazu nutzen, im Rahmen einer Sommertour innovative Unternehmen und Projekte in seinen Wahlkreisen kennenzulernen. Dazu zählt unter anderem ein Besuch im Innovationsbüro an der Hochschule in Königs-Wusterhausen, beim Baumwipfelpfad in Beelitz zur Auslotung neuer touristischer Ideen und eben der Besuch in der "SauberKunst"-Manufaktur, von der sich der 56-Jährige begeistert zeigte.

"Die Unternehmensphilosophie und der Unternehmergeist von Frau Förster haben mich sehr beeindruckt. Die kreative und nachhaltige Unternehmensführung können Vorbild für viele andere sein. Mich hat auch der eindeutige Fokus auf die Region sehr beeindruckt. Die Handfertigung von veganen Seifen und Kosmetikartikeln mit hochwertigen, fair importierten Rohstoffen ist eindeutig ein Trend, der immer stärker wird", so von Gizycki nach einem Rundgang durch die gut 300 Quadratmeter große Manufaktur in Groß Kreutz, in der die Seifen gerührt, vier Wochen getrocknet und für den Versand vorbereitet werden.  "Die Herstellung für Seifen-Shampoos und DeoCrems mussten wir nach Göhlsdorf in eine Außenstelle verlegen, weil hier schlichtweg kein Platz mehr war", erzählt Förster, die sich mit der Herstellung der Seifen einen Traum erfüllt und ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat.

Als Heilpraktikerin habe sie festgestellt, dass der Einsatz der richtigen Pflege mit spezifischen Inhaltsstoffen bei ihren Patienten – insbesondere mit Hautkrankheiten wie Neurodermitis – schnelle Wirksamkeit zeigte. "Die Zeit zwischen zwei Schüben mit Kortisontherapie konnte merklich ausgedehnt werden", erklärt die 42-Jährige, die ihre Produkte daraufhin zunächst über das Internet vertrieben hat, ehe der erste Laden in Werder eröffnete. Heute verkauft "SauberKunst" weltweit Produkte und ist dank des unternehmerischen Geschicks von Annett Förster so gut ausgestellt, dass selbst die Corona-bedingte Schließung der Filialen die Firma nicht in finanzielle Schieflage brachte. "Glücklicherweise ging es uns so gut, dass wir auf die Beantragung von Soforthilfen verzichten konnten. Bis auf zwei Mitarbeiter musste auch niemand in Kurzarbeit geschickt werden, weil wir die Verkäufer aus den Läden in anderen Bereichen, zum Beispiel beim dann stark nachgefragten Online-Versand untergebracht haben."

Das Geheimnis ihres Erfolgs liegt für Förster dabei klar auf der Hand: "Unsere Produkte sprechen für sich. Die Kunden merken, dass Ihnen Ihre Haut die hochwertigen Rohstoffe dankt und kommen deshalb von sich aus wieder." Auch in Zukunft hat die Unternehmenschefin deshalb große Pläne: Geplant ist, eine weitere Manufaktur mit Hofladen in Damsdorf zu eröffnen und den neue Produkte wie eine vegane Zahnpflege und spezielle Haarpflegeprodukte auf den Markt zu bringen.

Thomas von Gizycki legte Förster deshalb nahe, sich über Förderprogramme des Landes, etwa den Brandenburgischen Innovationsgutschein, zu erkundigen. Hiermit wird genau diese Entwicklung neuer Produkte in kleinen und mittelständischen Unternehmen bezuschusst.

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