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Illegaler Handel
Zoll zerschlägt Hehlerbande in Fürstenwalde und Eisenhüttenstadt

Manja Wilde / 01.07.2020, 13:13 Uhr - Aktualisiert 01.07.2020, 18:47
Fürstenwalde/Eisenhüttenstadt (MOZ) Rolex, Michael Kors und andere bekannte Namen stehen auf den Ziffernblättern der Uhren, die ein Fürstenwalder Shisha-Shop seinen Kunden zum Kauf angeboten hat. Normalerweise gibt es Modelle wie diese in exklusiven Juweliergeschäften für mehrere Hundert bis mehrere Tausend Euro. Doch im Shop lagen sie in ausziehbaren Regalen, genauso wie Feuerzeuge und Taschenmesser. Zollfahnder haben sie sichergestellt. „Es handelte sich um Fälschungen, sie hatten auf der Rückseite nicht die typischen Zeichen“, sagt Armin Hoffmann, der Sprecher des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg.

Er und seine Kollegen, Einsatzkräfte des Hauptzollamtes Potsdam, der Landespolizei Brandenburg und zwei Spürhunde, waren am Dienstag bei einer groß angelegten Razzia in Fürstenwalde, Eisenhüttenstadt und Steinhöfel unterwegs. Der Shisha-Shop, zwei Spätkaufgeschäfte und private Wohnungen waren das Ziel der Ermittler. Rund 150 Frauen und Männer waren im Einsatz.

Um 6 Uhr legten die Beamten los. Während der Spätkauf zu dieser Zeit bereits geöffnet hatte, schlossen die Ermittler den noch geschlossenen Shisha-Shop auf. „Wir hatten vom Ladenbesitzer den Schlüssel bekommen. Er war selbst nicht dabei“, sagt Hoffmann. „Bei solchen Aktionen sind unabhängige Durchsuchungszeugen dabei, die gucken, dass wir nichts kaputt machen“, erläutert er. Zudem würden zu Beginn Fotos gemacht, um zu dokumentieren, in welchem Zustand alles vorgefunden wurde. Als Nächstes gehöre das Feld einem Drogen- und Schutzhund, der nach chemischen Substanzen schnüffelt. In Fürstenwalde war „Fluse“ im Einsatz. Zwar habe das Tier in beiden Geschäften angeschlagen, Drogen seien aber nicht gefunden worden, sagt Hoffmann. „Es müssen dort auch nicht unbedingt welche gelegen haben“, erklärt er. Auch auf chemische Substanzen in Medikamenten reagiere der Hund.

Zwei Haftbefehle vollstreckt

Fündig wurden die Ermittler dennoch. Insgesamt wurden bei der Razzia am Dienstag 36 100 unversteuerte Zigaretten, 79,25 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifen-Tabak, Medikamente, eine einstellige Anzahl gefälschter Uhren sowie Bargeld in Höhe von mehr als 37 500 Euro sichergestellt. Mit den Durchsuchungen, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt erfolgten, konnte „dem Treiben einer syrischen Hehlerbande in Fürstenwalde und Eisenhüttenstadt ein Ende gesetzt werden“, zieht der Sprecher ein positives Fazit der Razzia. Die Bande habe aus fünf syrischen Staatsangehörigen, 22 bis 55 Jahre alt, sowie ihrem deutschen Handlanger bestanden. Gegen den 38-jährigen Kopf der Bande und den Handlanger seien Haftbefehle vollstreckt worden.

Zudem sei es möglich, dass die Uhrenhersteller wegen Produktpiraterie gegen die Täter vorgehen. „Die Firmen können beim Zoll Anträge stellen, dass sie informiert werden, wenn etwas gefunden wird“, erklärt Hoffmann.

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