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Altlasten
Innenminister Stübgen verspricht weitere Hilfe für Bombensuche in Oranienburg

André Müller vom KMBD erklärt Innenminister Michael Stübgen (CDU) in der Lehnitzstraße die Kampfmittelsondierung.
André Müller vom KMBD erklärt Innenminister Michael Stübgen (CDU) in der Lehnitzstraße die Kampfmittelsondierung. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 01.07.2020, 13:34 Uhr
Oranienburg (MOZ) Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) hat weitere Hilfe für die Bombensondierung in Oranienburg zugesagt. Die Bundesrichtlinie für Fördermittel läuft zum Jahresende aus, solle aber zumindest für das nächste Jahr fortgesetzt werden, sagte Stübgen am Mittwoch bei einem Besuch in Oranienburg.

Auf dem früheren Klärwerksgelände an der Lehnitzstraße ließ er sich von André Müller vom Kampfmittelbeseitigungsdienst die Bombensondierung erklären, zuvor hatte er sich über die Modellregion Oranienburg informiert. Dieses 2019 gestartete und bis 2022 laufende Modellprojekt solle verlängert werden, sagte Stübgen. "Wir wissen, dass wir weitermachen müssen." Die notwendigen Mittel würden in der Haushaltsplanung berücksichtigt.

Oranienburg hat seit 2015 6,8 Millionen Euro für die Kampfmittelsuche ausgegeben. 1,2 Millionen Euro erstattete der Bund nach der nun auslaufenden Richtlinie. Besonders aufwendig bei der Arbeit ist die Grundwasserabsenkung im Falle einer Anomalie. Hinzu kommen verseuchte Böden. Das teure Ultra-TEM-Verfahren habe "bisher nie daneben gelegen", sagte André Müller. Alle Verdachtsfälle stellten sich tatsächlich als Blindgänger heraus. Aktuell gebe es in Oranienburg keinen Anfangsverdacht für eine Bombe. An der Lehnitzstraße wird das städtisch Grundstücke mit der Absuche baureif gemacht. Auf der gegenüberliegenden Seite wird das Havelufer für die Verlängerung des Havelradwegs nach Bomben abgesucht. Damit die Sonden arbeiten können, müssen zunächst aufwendig Spundwände herausgezogen werden.

Der Bund müsse sich über das Jahresende hinaus beteiligen, sagte auch der CDU-Bundestagsabegordnete Uwe Feiler.

In Brandenburg gelten 350 000 Hektar Fläche als munitionsbelastet. Die Bombensuche sei eine Jahrhundertaufgabe, sagte Stübgen. Der Modellregion komme daher eine besondere Bedeutung zu – auch für andere Bundesländer, so Stübgen.

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