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Feuerwehr
Mysteriöser Laubenbrand in Angermünde

Daniela Windolff / 01.07.2020, 14:00 Uhr - Aktualisiert 01.07.2020, 15:14
Angermünde (MOZ) Hilferufe gellten durch die Dunkelheit und schreckten Nachbarn auf. In der Gartenkolonie in der Pestalozzistraße war in einem Schuppen ein Feuer ausgebrochen. Um 22.35 Uhr geht am Dienstag der Alarm bei der Angermünder Feuerwehr ein. Die rückt mit zwei Löschfahrzeugen des Löschzugs I aus. Als sie ankamen, brannte ein Schuppen lichterloh. Die Flammen leckten schon gierig nach der Laube.

„Es war ein nicht ganz ungefährlicher Einsatz“, berichtet Einsatzleiter René Pöschl. Nach Angaben der Garteninhaber befanden sich in dem Haus Benzinkanister, Feuerwerkskörper und eine Propangasflasche. „Wir konnten zu unserer eigenen Sicherheit der Kameraden nicht sofort ins Innere, um die Gasflasche zu suchen, sondern mussten zuerst von außen löschen.“ Die Gasflasche konnte geborgen und im Teich geühlt werden.

Doch nicht nur die Explosionsgefahr machte die Löscharbeiten so schwierig. „Das Gelände ist sehr unwegsam und wir hatten Mühe, an den Brandort heranzukommen“, ergänzt Feuerwehrsprecher Jan Hesse. Auch die Wasserversorgung war problematisch.

In der Laube war viel Blech und Asbest verbaut, das durch Hitze zerspringt und dadurch Partikel freisetzt. Auf Grund der Schadstoff- und Rauchbelastung mussten die Feuerwehrleute schwere Atemschutzausrüstung tragen. Dafür kommen jedoch nur speziell ausgebildete Kameraden in Frage. Weil es nicht so viele Atemschutzträger gibt, musste Verstärkung durch den Greiffenberger Löschzug nachgeordert werden. Diese Ausbildung sei sehr anspruchsvoll und der Einsatz mit Vollschutz enorm anstrengend, betont Jan Hesse „Unter diesen körperlich harten Bedingungen müssen die Kameraden nach spätestens einer halben Stunde Pause machen und sich abwechseln.

Arzthilfe für Feuerwehrmann

Ein Kamerad musste mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht werden, konnte nach der Untersuchung jedoch wieder nach Hause. Bis nachts um zwei Uhr dauerte der Einsatz. Auch Polizei und Rettungskräfte waren vor Ort.

Die Gartenbesitzer, ein junges Pärchen, waren an dem Abend mit einer Bekannten im Garten und wurden von dem Feuer überrascht. Die junge Frau bemerkte ein lautes Geräusch. Als der Mann nachsah, entdeckte er Feuer in einem Schuppen, das später auch die Laube in Mitleidenschaft zog. Gartennachbarin Sandra Kamke erlebte das nächtliche Drama mit. „Wir sind befreundet. Spät abends hörten wir Schreie. Meine Freundin kam ganz aufgelöst zu uns gerannt und rief, es brennt es brennt!“, erzählt Sandra Kamke. Sie hat ihren Garten erst seit Kurzem und will jetzt dort entspannte Ferientage verbringen. Eigentlich. „Es war so viel Feuerwehr und Polizei hier. Das war sehr aufregend.“

Nachbarn munkeln

Am Vormittag nach der Brandnacht ist das Geschehen Gesprächsstoff in der Gartensiedlung. Man kennt sich. Vor dem Grundstück steht nun ein Bus der Kriminalpolizei. Ein Dutzend Beamte machen sich an die Spurensicherung und Aufklärung und sperren den Garten ab. Der Zutritt ist streng verboten.

Derweil reden sich die Gartennachbarn die Aufregung von der Seele. Da kommen mysteriöse Beobachtungen, Vermutungen und Gerüchte zur Sprache. Liegt eine dunkle Vergangenheit über dem Garten? Nicht zum ersten Mal sei Polizei gesehen worden. Gemunkelt wird, dass ein ehemaliger Besitzer dieses Gartens öfter auftauche und sich merkwürdig gegenüber den Neuen verhalte. Auch blutige Kleidung und Knochen seien den Gerüchten zu Folge in dem Anwesen gefunden worden.

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