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Engagement
Bürgerstiftung Oranienburg kümmert sich künftig auch um Bildung

Der selbsternannte "Brain Trust" der Bürgerstiftung Oranienburg: Verena Schluß, Hans-Joachim Laesicke und Angela Pogoda (v.l.) sorgen dafür, dass der Betrieb der Bürgerstiftung reibungslos läuft.
Der selbsternannte "Brain Trust" der Bürgerstiftung Oranienburg: Verena Schluß, Hans-Joachim Laesicke und Angela Pogoda (v.l.) sorgen dafür, dass der Betrieb der Bürgerstiftung reibungslos läuft. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 22.07.2020, 10:24 Uhr
Oranienburg (MOZ) Die Bürgerstiftung Oranienburg kümmert sich künftig auch um Bildung. Zusammen mit der Havel-Grundschule wird ein Theaterprojekt über das Tagebuch von Anne Frank vorbereitet. Nach der Vorbereitung einer Jahrgangsstufe im kommenden Schuljahr soll es im Frühsommer im Oranienwerk aufgeführt werden.

Bis dahin arbeitet die Bürgerstiftung auf Sparflamme. Nach der Absage des im März, dann auf Juni verschobenen und erneut abgesagten Benefizkonzerts der Kreismusikschule und der "Klangfarbe Orange" gibt es derzeit keinen neuen Termin für das Konzert. Veranstaltungen werden nur unter Vorbehalt festgelegt. "Aber wir brauchen Planungsvorlauf", sagt Verena Schluß vom Stiftungsvorstand.

Wegen der pandemiebedingten Einschränkungen kamen auch die Herzensprojekte der Stiftung nicht richtig zum Laufen. Vom Projekt "Kinderträume" profitierten zuletzt vier Kinder, für die die Teilnahme an einem Sportcamp beziehungsweise am Musikunterricht gefördert wurde. Anträge auf eine solche Förderung können problemlos gestellt werden. Gefördert werden zum Beispiel Familien mit vielen Kindern oder geringem Einkommen. Leider verhindere Schamgefühl wohl oft mehr Anfragen, sagt Verena Schluß. Wer sich für die "Kinderträume" interessiert, kann sich unkompliziert an die Bürgerstiftung wenden.

Kontakt zu Senioren

Die aktiven Stiftungsmitglieder kümmerten sich in den vergangenen Wochen auch um 15 Senioren aus Oranienburg, denen zuletzt durch das Projekt "Seniorenfreude" der Besuch von Musik- und Theaterveranstaltungen ermöglicht wurde. "Wir haben an unsere Mitglieder Blumengutscheine verteilt. Dann gab es Blumen für die Senioren", sagt Vorstandsmitglied Angela Pogoda. Sie seien regelmäßig mit den oft alleinstehenden Frauen und Männern in Kontakt gewesen. Alle seien altersbedingt Risikopatienten und hätten das Haus meist nicht verlassen. Am 30. Juli sollen die Seniorinnen und Senioren zu einem kleinen Gartenfest zusammenkommen. "Dann gibt es das erste Wiedersehen nach langer Zeit", sagt Angela Pogoda.

Das Jahr vor der Pandemie verlief für die Stiftung außerordentlich erfolgreich. 17 Zustifter konnten neu hinzugewonnen werden. Darum kümmerte sich maßgeblich Alt-Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke. "Wir müssen die Leute direkt ansprechen, damit sie der Stiftung beitreten", sagt Laesicke. Etwa 100 Mitglieder hat die Stiftung nun. Das Stiftungskapital hat sich von 63 000 Euro im Gründungsjahr auf nun 109 721,55 Euro erhöht. Zustifter müssen einen Beitrag von mindestens 500 Euro leisten. Kapitalerträge fließen weiterhin, die Fonds werden regelmäßig überprüft, sagt Angela Pogoda. Die Erträge stammten aus für Bürgerstiftungen zulässigen Fonds.

Der Jahresbericht wurde in diesem Jahr ohne eine Sitzung und nur online vom Kuratorium und den Mitgliedern bestätigt. Aufwendungen für die Projekte werden aus den Erträgen oder direkten Spenden finanziert. Für die "Löschzwerge" der Jugendfeuerwehr Germendorf wurde ein eigener Fonds angelegt. Sie erhielten zuletzt 1 000 Euro Unterstützung.

Kunst für die Stadt

Künftig wolle sich die Bürgerstiftung auch um Kunst im öffentlichen Raum bemühen, kündigte Hans-Joachim Laesicke an. Ein Modellprojekt könnten die "Vielfalter" sein. Die bunten Schmetterlinge, die von Schülern des Louise-Henriette-Gymnasiums und der Künstlerin Sveta Esser entworfen wurden, existieren bislang nur als Modell.

Der Wunsch der Schöpfer ist eine begehbare Skulptur im Rosengarten vor der Schule als ein weit sichtbares Zeichen für Vielfalt und Toleranz. Die Bürgerstiftung hat das Projekt bereits im vergangenen  November mit dem Bürgerstiftungspreis ausgezeichnet. "Der Preis sollte ein Türöffner sein", sagt Hans-Joachim Laesicke.

Bislang ist die Tür jedoch nur einen Spalt weit geöffnet. Weder gibt es Bemühungen des Kreises als Schulträger noch von der Stadt als Flächeneigentümer, dem Projekt zum Gelingen zu verhelfen. Bislang wurden lediglich Gründe wie die Verkehrssicherheit genannt, die eine Umsetzung angeblich erschweren würden.

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