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Corona
Covid-19-Infektionen bei Reiserückkehrern in Tegel erkannt

Im Moment freiwillig, aber wohl bald Pflicht: Schilder weisen auf die Corona-Teststelle für Rückkehrer aus Risikogebieten am Airport Schönefeld hin. Es fehlt allerdings die Info, dass sich auch Ankömmlinge aus Nicht-Risikogebieten testen lassen können.
Im Moment freiwillig, aber wohl bald Pflicht: Schilder weisen auf die Corona-Teststelle für Rückkehrer aus Risikogebieten am Airport Schönefeld hin. Es fehlt allerdings die Info, dass sich auch Ankömmlinge aus Nicht-Risikogebieten testen lassen können. © Foto: Britta Pedersen/dpa
Mathias Hausding / 01.08.2020, 03:30 Uhr - Aktualisiert 01.08.2020, 08:28
Schönefeld (MOZ) Zweiter Stock in Terminal L des alten Schönefelder Empfangsgebäudes. Hinter einer Glastür bis zum kleinen Büro von "Egyptair", dort scharf rechts und einen schmalen Gang weiter bis zu den Räumen, in denen offenbar sonst der "Verkehrsleiter" sitzt. Und schon haben Reiserückkehrer aus Risikogebieten das erste wichtige Ziel nach ihrer Landung erreicht.

Zettel ausfüllen, registrieren lassen und dann wird der Rachenabstrich für den Corona-Test genommen.

Ergebnis in maximal 48 Stunden

In Schönefeld ist das seit Freitag möglich, in Tegel bereits seit Mittwoch. Innerhalb der ersten 30 Stunden habe man dort "einige" positive Covid-19-Proben registriert, betonte Ulrich Frei, der ärztliche Leiter der Charité. Grundsätzlich sollen die Testergebnisse in 48 Stunden vorliegen und die Quarantäne ersetzen.

Noch ist das alles freiwillig. Mit einer Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wird in der kommenden Woche gerechnet. Dann werden in Tegel und Schönefeld dafür größere Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, versprach Airportchef Engelbert Lütke Daldrup. Er rechne an beiden Flughäfen mit jeweils 2000 Testpersonen pro Tag. Personal von Arbeiter-Samariter-Bund und Johannitern werde die Experten von Charité und Vivantes bei den Tests unterstützen.

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Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) appellierte am Freitag in Schönefeld auch an Rückkehrer aus Nicht-Risiko-Ländern, sich freiwillig und kostenlos testen zu lassen. Schließlich wisse man nicht, welche Region vom Robert Koch-Institut womöglich kurzfristig neu zur Gruppe der Risikogebiete gezählt werde. Im vergangenen Winter seien die österreichischen Skigebiete innerhalb sehr kurzer Zeit zu Corona-Hotspots geworden. Arbeitgebern empfahl sie zudem, ihren aus dem Auslandsurlaub zurückkehrenden Mitarbeitern einen Test ans Herz zu legen.

Von einer aus Pisa, also einem Nicht-Risikogebiet zurückgekehrten Berliner Familie gab es am Freitag Lob für die Testmöglichkeit. "Ich glaube, wir sind die einzigen aus unserem Flugzeug, die sich freiwillig testen lassen. Auch wurden wir nicht über die Möglichkeit informiert, sondern mussten uns am Schönefelder Flughafen durchfragen. Aber es ist perfekt, dass das hier schnell und kostenlos möglich ist", erzählt die junge Mutter. "Wir wollen uns nicht vorwerfen lassen müssen, dass es wegen uns eine zweite Pandemiewelle gibt." Gleichwohl sei ihr klar, dass die Ansteckungsgefahr in Berlin derzeit wohl höher sei als im hinter ihnen liegenden Ferienhausurlaub in dem toskanischen Städtchen Lucca.

Auf diesen Punkt kamen auch Politiker und Ärzte in ihren Statements anlässlich der Teststellen-Eröffnung immer wieder zurück. "Zehn Prozent der Ansteckungsgefahr geht von Reiserückkehrern aus, 90 Prozent von fahrlässigen Bürgern, die hiesige Schutzvorschriften ignorieren", mahnte Charité-Chef Frei. Ursula Nonnemacher bekräftigte, dass jene Menschen ein großes Problem seien, die zum Beispiel keinen Bock hätten, im Regionalexpress eine Maske zu tragen.

Ob es geboten sei, dass Reiserückkehrer nach einem negativen Ersttest wegen der möglichen Inkubationszeit ein paar Tage später noch einen zweiten Test machen, werde von den Fachleuten noch diskutiert, sagte die Ministerin. Es spreche einiges dafür, aber es müsse auch geklärt werden, wann und wo diese Tests dann stattfinden sollen.

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