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Wanderung
Naturwacht lädt zur Erkundung der Salzwiesen bei Storkow ein

Elke Lang / 02.08.2020, 05:00 Uhr - Aktualisiert 02.08.2020, 07:57
Storkow (MOZ) Oh ja, es schmeckt salzig, ziemlich salzig sogar, staunten die zehn Teilnehmer der Salzwiesenwanderung, zu der die Naturwacht Dahme-Heideseen anlässlich des World Ranger Days eingeladen hatte. Thomas Mertke hatte sie vom Bahnhof Storkow aus die Bahnlinie entlang und dann über die Wiesen in Richtung der Binnensatzstelle bei Philadelphia geführt.

Von der Naturwacht aufgestellte Tafeln geben Auskunft über alles Wissenswerte darüber. Aber eine geführte Wanderung können sie nicht ersetzen. So holte der Ranger aus anderthalb Metern Tiefe eines auf der Wiese angelegten Prüfbrunnens Wasser und ließ die Teilnehmer kosten. Mit Hilfe eines Geräts, mit dem die Leitfähigkeit des Wasser ermittelt werden kann, stellte er fest: "10 000 Millisiemens, ganz schön viel." Die Konzentration hänge von den Niederschlägen ab, erfährt man von ihm, "und wenn sie fehlen, dann gibt es Probleme". Immerhin wachsen hier Pflanzen, die nur im salzig-feuchten Boden gedeihen können.

Nach Knoblauch oder Seife

Wenn der Laie über die Wiese schaut, dann sieht er nur Gras. Thomas Mertke aber konnte auf diese und jene Pflanze aufmerksam machen, die dann in großen Mengen erkannt wurden. Dazu gehörte der Stranddreizack, der eigentlich an der Nordsee beheimatet ist. Dort wird er nach stundenlangem Kochen als Gemüse verspeist. Wie schmeckt er? Es war genug da zum Verkosten, und die Meinungen waren unterschiedlich: wie Basilikum, Knoblauch, Koriander? Für den Natur-Ranger steht fest: "nach Seife", schmunzelte er. Nach dem Strandmilchkraut jedoch musste er suchen, denn "es ist eine ganz kleine Pflanze, die braucht offene Bereiche wie auch der Erdbeerklee und die Salzmiere", erklärte er.

Hier kam Thomas Mertke auf die Bewirtschaftung der Salzwiesen zu sprechen. Sie ist nötig damit auch diese kleinen Pflanzen hochkommen. Übernommen hat das der Groß Schauener Landwirt Fritz-Walter Peter. "Das macht viel Mühe und bringt wenig ein, denn das Vieh frisst dieses harte Gras nicht gern", weiß er. "Aber die Salz-Wiesen gehören in unsere Region, und wir sind dankbar, dass er sie so gut pflegt."

Auch das Nest des Fischadlers auf einem Strommast hätten die zehn Wanderer nicht selbst entdeckt. Hier erläuterte Thomas Mertke die Aufgaben, welche von den Rangern erfüllt werden. "Wir begleiten Natur-Projekte, wie das Life-Natur-Projekt der EU, welches von 2006 bis 2010 die Salzwiesen in ihrem Programm hatte. Dafür hatten die Ranger von Dahme-Heideseen zum Beispiel den Stranddreizack ausgezählt. Bezüglich des Fischadlers, so Thomas Mertke, übernahmen sie eine Vermittlerfunktion, indem sie aus den Beständen von 14 Nestern Jungvögel zur Ansiedlung nach Spanien schickten.

Eine Hauptaufgabe der Ranger sei jedoch neben der Aufsicht über das Gebiet die Öffentlichkeitsarbeit, "damit die Leute den Fuß an der Natur halten, zum Nachdenken angeregt werden, um wieder etwas, und sei es im eigenen Garten, für die Natur zu tun". Immer wieder kam er darauf zu sprechen, was dazu dienen kann, die Artenvielfalt zu erhalten.

Spenden für Stiftung

Wegen Corona waren diesmal nur zehn Teilnehmer erlaubt. In allen Zeitungen der Landkreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree stand der Termin, und Ramona Schutz aus Oderin bei Halbe hatte ihn gelesen. "Dass es Salzwiesen gibt, hatte ich vorher nicht gewusst", gibt sie zu. Sie interessiere sich für alles in der Natur, vor allem aber für Pflanzen, und da habe sie hier viele, ihr bisher unbekannte kennengelernt.

Die Wanderung zum Welt-Ranger-Tag wird von der Natur-Wacht jedes Jahr mit unterschiedlichen Routen durchgeführt. Sie will damit auf die Gefahren aufmerksam machen, denen Ranger in der Welt zum Beispiel bei Begegnungen mit Wilderern ausgesetzt sind. Er warb um Spenden für die Stiftung "The Thin green Line Foundation", welche Familien von getöteten Rangern unterstützt.

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