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Landschaftspleinair
Ehrliche Schönheiten in Schwedt

Miriam John / 02.08.2020, 07:00 Uhr - Aktualisiert 02.08.2020, 13:30
Schwedt (MOZ) In der unberührten Natur des Nationalparks Unteres Odertal sind geführte Kanu-Touren sehr beliebt. Die Faszination der Pflanzen wie der Gelappten Stachelgurke, von Wasserpfefferminze und Sumpf-Vergissmeinnicht sind echte Sehenswürdigkeiten. Ist man umgeben von hohem Schilf, Seerosen und Laichkraut, wird das Paddeln schnell zum wahren Naturerlebnis. Was liegt da näher, als die Teilnehmer des 29. Internationalen Landschaftspleinairs in dieses Reich zu entführen? Der gastgebende Kunstverein liefert zusammen mit der Nationalparkverwaltung so die schönsten Motive der Region als Inspiration an.

Jubiläumsfahrt zum Geburtstag

Das Thema "Leben am Fluss" ist zum 25. Geburtstag des Nationalparks passend ausgewählt. Das klare Wasser der alten Oder fängt spiegelnd die echten Bilder ein. Die Künstler aus nah und fern greifen dies auf und bringen alles mit einem Kohlestift in Minuten aufs blanke Papier. Diese Art von Momentaufnahme macht die Kamera wertlos. Zum 29. Mal ist die Kanu-Fahrt ein Highlight des Zusammentreffens der Künstler. Es lädt ein zum Kennenlernen, Inspirieren und Staunen.

Der stellvertretende Leiter des Nationalparks, Michael Tautenhahn, führt die Tour und bringt den Künstlern die Geschichte der Gewässer näher. Gespräche zum harmonischen Zusammenleben von Mensch und Natur lassen Fragen zum Naturschutz aufkommen. Tautenhahn erklärt beispielsweise, wie der moderne Fischfang mit elektrischen Hilfen schützender als das übliche Fischernetz wirkt.

Die ersten Meter auf dem Kanal gleichen fast dem Paddelsport. Das erste Umtragen über den Deich folgt – die Künstler staunen nicht schlecht. Die großen Augen spiegeln die einzelnen Seerosen wieder. Unter umgefallenen Bäumen, die quer über das Wasser ragen, bewegen sich die Canadier-Boote fort. Riesige schwimmende Baumstämme erin-­nern fast an Krokodile des Amazonas, Schlingpflanzen versuchen, das Paddeln aufzuhalten. Die als "entspannt" geplante Inspirationsfahrt wird zur lebendigen Dschungelbuch-Geschichte.

Erinnerungsstücke eingesammelt

Hinter einer Schilf-Wand versteckt sich der ersehnte Rastplatz. Die am Steg angebundenen Canadier tanzen im Wind und verleiten Faezeh Shakoori zum Malen. Beim Ausruhen auf den Bänken an großen Ulmen und Linden, mit Proviant in der Hand, nimmt Susann Wittwer die ihr gegenübersitzende Susanne Hoppe als Modell. Die Östereicherin Elisabeth Melkonyan steckt sich Souvenirs in Form von Blättern und Samen der Bäume ein. Jedes mögliche Motiv für die Ausstellung wird somit gespeichert. Wer weiß, was in den nächsten Tagen daraus wird ...

Das Pleinair will mit den fertigen Werken am Ende zur Ausstellung – Vernissage am 7. August – der Stadt zum 755. Geburtstag und dem Nationalpark gratulieren. Zwei Wochen sind die Künstler dann in der Perle der Uckermark gewesen und nutzten die Galerie am Kietz als Atelier.

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