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Versorgung
Ablagerungen durch Trinkwasser sorgen in Gusow für Ärger

Cornelia Link-Adam / 02.08.2020, 07:00 Uhr - Aktualisiert 02.08.2020, 13:36
Gusow (MOZ) Aus Sorge um ihre Gesundheit hat sich Rita Semmler an die MOZ gewandt. Das Wasser bei ihr daheim mache sie krank, überdies komme es immer wieder zu schwarzen Ablagerungen am Toilettenrand. "Ich kann schrubben, wie ich will, der Rand geht nicht ab", erklärt die Gusowerin, die seit Ende der 1970er-Jahre im Wirtschaftshof lebt. Dort stehen Wohnhäuser der Gemeinde Gusow-Platkow, betreut werden die Mieter über das Seelower Unternehmen Sewoba.

Das Problem mit dem Wasser sei vor zwei Jahren schon einmal aufgetreten. Sie habe es bei allen möglichen Behörden gemeldet. Nun sei es im Frühjahr wieder akut gewesen und sei es auch jetzt. Rita Semmler spricht von Legionellen im Wasser, hat entzündete Hautstellen, die jucken. Sie zeigt der MOZ in dieser Woche das schwarze Wasser in der Toilette. "Das wird ganz schmierig, stinkt wie Jauche, der Geruch zieht in die ganze Wohnung", erzählt sie und fügt an, es komme dunkel selbst aus dem Wasserhahn. Auch die Wäsche stinke danach. Sie bekämpfe den schwarzen Rand in der Toilette schon mit Essig, auch Waschmittel und Zahnprotesenreiniger. Alles helfe nur bedingt. "Wir haben das Problem immer nur zeitweise, alle zwei Wochen." Da es jetzt wieder so akut sei, keiner ihr helfe, rief die 66-Jährige bei der MOZ an. Schließlich, so Rita Semmler, betreffe das Problem mit dem Wasser noch andere Bürger in Gusow. Einer von ihnen ist in der Kantstraße zu Hause. Auch bei ihm sei Anfang des Jahres das schwarze Wasser aufgetreten, machte ihn krank. Es wurde getestet. Laut dem Verwalter, hier die Wohnbau Wriezen, sei alles in Ordnung. "Am Ende bekam ich aber Post vom Prüfinstitut, die Legionellen nachgewiesen hatten. Die Leitungen wurden gespült, seither ist Ruhe, zum Glück", so der Gusower, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Von einem schwarzen Rand in der Toilette berichtet zudem Jürgen Müller. Der 69-Jährige wohnt in den Langen Häusern, im Sewoba-Miethaus. "Meine Heizung piepst und jault. Kaum hat der Monteur den Schaden behoben, geht es wieder los", so der Bruder von Rita Semmler. Auch er habe die Behörden mehrfach informiert. "Alles ohne Erfolg."

Rita Semmler hat jetzt Gemeinde-Bürgermeister Frank Kraft zu sich geholt. Er hat daraufhin das Neuhardenberger Ordnungsamt informiert, diese die Wohnungsverwaltung. Kraft sieht die Sewoba in der Pflicht abzuklären, ob es am Wasser liegt oder an den Rohren.

Beschwerden füllen Ordner

Rita Semmler sei keine Unbekannte, fülle seit 2011 mit Beschwerden über Rohrbrüche, Betriebskosten und Wasserprobleme einen Ordner, berichtet Sewoba-Geschäftsführer Hans Peter Thier­feld. Erst im Frühjahr habe man das Wasser getestet, alles war in Ordnung. Er sah sich Donnerstag die Toiletten bei Rita Semmler und Jürgen Müller an. Mit dabei eine Hygienekontrolleurin vom Gesundheitsamt. Vom Wasserverband in Buckow heißt es, dass das Wasser einwandfrei und oft geprüft sei. Thierfeld regt als Lösung des Problems an, erneut in beiden Wohnungen zu beproben. Dafür wird er Montag ein Institut beauftragen. Das Wohl der Mieter liegt ihm am Herzen, besonders wenn es ums Wasser geht. "Und in Absprache mit dem Amt Neuhardenberg haben wir uns entschlossen, die in die Jahre gekommenen WC-Becken gegen neue zu tauschen."

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