Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Vor 100 Jahren
Das "Zauch-Belziger Kreisblatt" informierte die Menschen zu aktuellen Themen in der Region

Aus Rottstock bei Brück kam diese Meldung: "Wenn man auf dem Bahnhof Brück die Wetzlarer Bahn verlässt, um durch das Planetal von der alten Mühle aus dem Fläming zuzuwandern, so fehlt dem landwirtschaftlichen Bilde jetzt etwas."Sammlung B. Kraemer
Aus Rottstock bei Brück kam diese Meldung: "Wenn man auf dem Bahnhof Brück die Wetzlarer Bahn verlässt, um durch das Planetal von der alten Mühle aus dem Fläming zuzuwandern, so fehlt dem landwirtschaftlichen Bilde jetzt etwas."Sammlung B. Kraemer © Foto: Sammlung B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 02.08.2020, 11:45 Uhr
Fläming Was geschah vor 100 Jahren in der Region? Im "Zauch-Belziger Kreisblatt" heißt es im August 1920: "Das Einsammeln von Aehren auf den abgeernteten Feldern, welches in der jetzigen Erntezeit wieder in Erscheinung treten dürfte, gibt uns Veranlassung darauf hinzuweisen, das dieses nur mit Erlaubnis des betreffenden Grundstückseigentümers geschehen darf, da die Betreffenden sonst Gefahr laufen, des Felddiebstahls bezichtigt zu werden."

Aus Rottstock bei Brück kommt diese Meldung: "Wenn man auf dem Bahnhof Brück die Wetzlarer Bahn verlässt, um durch das Planetal von der alten Mühle aus dem Fläming zuzuwandern, so fehlt dem landwirtschaftlichen Bilde jetzt etwas. Die beiden auf Gömnigker Grund und Boden gelegenen Ziegeleien, die vor dem Kriege jährlich fünf Millionen Steine verfertigten, die mit der Feldbahn nach dem Brücker Bahnhof gefahren und dort verfrachtet wurden, sind niedergelegt. An der Stelle, wo einst in den Sommermonaten ein rühriges Arbeiten und Schaffen zu finden war, herrscht heute die gleichmäßige Ruhe und Eintönigkeit des Planetals. Zu beiden Seiten der Brück-Niemegker Straße finden wir an beiden ehemaligen Ziegeleien große Teiche die mit Fischen besetzt sind. Einer hat bereits in diesem Jahre, am Pfingstfeste, ein Opfer gefordert. Ein dreizehnjähriger Knabe fand in ihm seinen Tod. Beide Ringöfen sind in diesem Frühjahre zum Abbruch verkauft und vom Erdboden verschwunden. Über ein Menschenalter hindurch hatten sie fleißigen, schaffenden Arbeitern Arbeit und Brot gegeben. Der Pflug geht über die Stätte hin, wo sie standen."

Ein "hochbedeutsamer Kauf" wurde durch die Gemeinde Werbig getätigt. "Vom Fiskus erwarb die Gemeinde etwa 400 Morgen 50 bis 60jährigen Kiefernbestandes im Bezirke der Oberförsterei Dippmannsdorf. Es handelt sich um guten Boden, aus dem Ackerland geschaffen werden soll. Jetzt sind 50 Arbeiter damit beschäftigt, das Holz zu roden. Jedem Besitzer stand es frei, von dem Gelände so viel zu erwerben, als er zur Vergrößerung seiner Wirtschaft wünschte. Die amtliche Vermessung ist inzwischen erfolgt. Unsere kleine Gemeinde erfährt infolge des Kaufes eine wesentliche und recht erfreuliche Vergrößerung, die ihr zum Segen gereichen wird."

Aus Mörz heißt es: "Die hiesigen Imker brachten ihre Bienenvölker auf die Herbstweide nach Rietz bei Treuenbrietzen, wo es große Flächen Heidekraut gibt. Die Blüte des Heidekrautes ist sehr gut entwickelt, ein anhaltender Regen wäre ihrer Entwicklung noch zu wünschen. Sehr lohnend war in diesem Jahr die Sommerweide auf dem Fläming. Der Buchweizen, der hier wieder in größerem Umfang als kurz vor dem Krieg angebaut wird, und die Hederichblüte haben viel Honig geliefert. Manche Imker haben ihre Bienen im Sommer nicht zu Hause. Sie bringen sie Ende März zur Frühjahrsweide nach der Elbe (Weidenblüte), im Sommer nach dem Fläming und im Herbst nach den Heidestrecken. Bis von Anhalt her (Coswig, Vockerode) brachten vor dem Kriege die Imker ihre Bienen nach dem Fläming zur Sommerweide. Herr Gauger (Beelitz), ein bekannter Imker, bringt seine Völker alle Sommer nach Zixdorf. In diesem Jahre soll der Honig reichlich und gut sein."

Erneut war es zu einer Reihe von Diebstählen gekommen. In Dahnsdorf wurden dem Landwirt Stahl zwei Schafe aus dem Stall gestohlen. Die Spur führte nach Niemegk.

Der Niemegker Städtebahnhof wurde ebenfalls von Langfingern angesteuert. Dort fielen den Dieben 40 Mark Wechselgeld in die Hände.

In der Nacht vom 28. zum 29. August wurde im Kreishaus in Belzig eingebrochen. Die Diebe zertrümmerten ein Kellerfenster, stiegen dieses in die Kreiskornstelle im Erdgeschoss und "erbrachen mit einem Sauerstoffapparat den Geldschrank". Sie entwendeten rund 60 Mark und 20.000 Reisebrotmarken.

Wenige Tage darauf wurde eine Belohnung von 500 Mark auf die Ergreifung der Täter ausgesetzt.

Beim Hüfner Gustav Benke in Haseloff stahl ein Dieb Schinken, Speck, Brot und andere Lebensmittel, ferner einen braunen und einen schwarzen Anzug und ein paar neue Schnürschuhe. Dafür ließ er ein Fahrrad in der Scheune stehen. "Ohne Frage ist der Dieb ein früherer Fürsorgezögling, der bei dem Bestohlenen untergebracht war. Er hat nun schon wiederholt derartige Gastrollen bei Benke gegeben. So ist er auch am Sonntag hier gesehen worden, und am Montag haben ihn Kinder mit einem schweren Sack voll Diebesgut durch den Benkenschen Garten nach dem Walde flüchten sehen. Der Schaden, den der Betroffene erleidet, ist recht bedeutend."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG