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The Gentlemen
Gangster, Stars und jede Menge Hasch

Stefan Klug / 02.08.2020, 16:24 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Michael Pearson ist der unbestrittene König des Marihuanas. Doch sein Thron muss immer wieder verteidigt werden. Deshalb will der Ami verkaufen. Das erweist sich als ziemlich schwierig.

Denn die geforderte knapp halbe Milliarde will nicht jeder zahlen. Und so lassen potentielle Käufer nichts unversucht, den Preis zu drücken. Gleichzeitig taucht bei Pearsons rechter Hand der schmierige Reporter Fletcher auf, der angeblich genau weiß, was abläuft und sich auch ein Stück vom Kuchen sichern will. Im Weigerungsfall steht ein großes Boulevard-Blatt bei Fuß, das die ganze Geschichte mit Kusshand veröffentlichen würde. Doch schlechte Publicity kann der König in dieser Situation nun gar nicht gebrauchen.

Der schräge Gangsterfilm und bitte very british sind das Metier von Guy Ritchie. Damit ist er berühmt geworden. Doch das letzte Werk dieser Art liegt schon ziemlich lange zurück. Um so mehr dürfen sich Fans der Ritchie-Machart nun auf seinen neuen Streifen freuen. Nicht nur, weil der Brite mit all den alten Tugenden aufwartet, sondern zudem auch einen bunten Strauss an Stars mitliefert. Gerade letzteres ist angesichts des ehe schmalen Budgets kaum zu glauben. Doch ein Matthew McConaughey, Colin Farrel oder Hugh Grant kann man wohl schon mit der Aussicht auf jede Menge Spaß bei der Ritchie Produktion locken. Und den bekommt dann auch der Zuschauer geboten. Der Ami spielt den Ami, glatt, kalt und großkotzig. Der Brite den Briten, schmierig und etwas verschlagen. So recht will man zwar Grant die Rolle nicht abnehmen, dafür war er zu oft everybody’s darling, aber genüsslich anzuschauen ist es schon.

Ritchie, eigentlich der Mann der schnellen Bilder und raffinierten Folgen, konzentriert sich hier allerdings mehr aufs Wort denn auf die Optik. Die Dialoge sind geschliffen, hintergründig und sehr amüsant. Bei den Örtlichkeiten dann aber bleibt der Regisseur überraschend statisch. Daran ändert wenig, dass er mit allerlei technischen Gimmicks arbeitet. Ungeachtet dessen aber ist das Bild der 4-K-UHD geeignet, den Zuschauer mitten ins Geschehen zu versetzen. Kontrast und vor allem die Detailgenauigkeit in den vielen dunklen Szenen geben den Ansichten in gewisser Weise räumliche Tiefe.

Sowohl inhaltlich wie in Sachen Inszenierung erfindet Ritchie hier das Fahrrad nicht neu. Er findet vielmehr zu seinen Stärken zurück und präsentiert abgefahrene Charaktere, eine verschlungene Geschichte und reichlich skurrile Situationen. Das macht Spaß, um so mehr, als dass das Ensemble mit selbigen zu Werke geht.

Genre: Komödie; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 113 Minuten; Verleih: Concorde HE; Regie: Guy Ritchie; Matthew McConaughey, Charlie Hunnam, Michelle Dockery; GB 2020

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