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Ernte
Oberhavels Landwirte rechnen mit deutlichen Einbußen beim Getreide

Die Ernte in der Region läuft auf Hochtouren.
Die Ernte in der Region läuft auf Hochtouren. © Foto: Paul Zinken/dpa
Tilman Trebs / 02.08.2020, 18:48 Uhr
Oberhavel (MOZ) Oberhavels Landwirte rechnen in diesem Jahr mit hohen Ernteausfällen zwischen 20 und 50 Prozent. "Die Ernte ist noch in vollem Gange, aber die Schäden sind schon abzusehen", sagte der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes (KBV), Ralph Wittwer, im Gespräch mit unserer Zeitung. Hauptsächliche Ursache sei auch in diesem Jahr ausgeprägte Trockenheit.

"Wir hatten zuletzt zwar einige Regenfälle, aber die haben nicht gereicht. Die Böden sind noch immer zu trocken", so Wittwer. Beim Weizen seien schon vor der Ernte auf den Feldern großflächige Trockenstellen zu sehen gewesen. "Wir rechnen beim Weizen mit 25 Prozent Verlust." Beim Mais, der noch auf den Feldern steht, "werden die Blätter schon spitz. Auch das ist ein Zeichen für Trockenschäden", so Wittwer. Hier seien die Ausfälle noch nicht abschätzbar. Beim Raps werden sie bei rund 30 Prozent liegen. Auch bei der Wintergerste werden die Landwirte wohl rund ein Drittel abschreiben können, fürchtet der KBV-Geschäftsführer. Der Wintergerste habe der späte Frost zugesetzt. "Darunter leidet auch die Qualität. Braugerste wird das in diesem Jahr nicht." Neben der Trockenheit und dem späten Frost hätten in diesem Jahr auch Schädlingsbefall sowie Gänsefraß für Probleme gesorgt.

Die größten Ausfälle hätten Kartoffelbauern zu beklagen. Dort liegt der Verlust bei rund 50 Prozent. Durch die Corona-Krise ist bei einigen aber auch ein Teil des Absatzes weggebrochen. Ein Liebenwalder Betrieb liefert zum Beispiel Kartoffeln für die Chips- und Pommes-Frites-Produktion. "Beide Produkte waren während des Lockdowns kaum gefragt", so Wittwer. Ansonsten seien die Landwirte in Oberhavel bislang mit einem blauen Auge durch die Krise gekommen. "Das Problem mit den Erntehelfern konnten wir halbwegs lösen. Die Höfe haben sich untereinander geholfen. Wir haben das zusammen irgendwie hinbekommen."

Unklar sei noch, ob sich die Ernteausfälle durch höhere Erzeugerpreise ausgleichen lassen, sagte Ralph Wittwer.

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