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Zeitgeschichte
Momentaufnahmen einer bewegenden Epoche

Bilder mit einer klaren Botschaft: Jürgen Graetz zeigt in Zernikow Wende-Fotos aus seinem Archiv.
Bilder mit einer klaren Botschaft: Jürgen Graetz zeigt in Zernikow Wende-Fotos aus seinem Archiv. © Foto: Gumprich
Wolfgang Gumprich / 02.08.2020, 19:45 Uhr
Zernikow Vor 31 Jahren fiel die Mauer in Berlin, ein Jahr später begann die deutsche Einheit.

Und nun kommt eine Fotoausstellung "Zwischen Aufbruch und Abbruch" auf Gut Zernikow. Sie wird nicht die erste oder letzte zum Thema sein, aber vielleicht eine der persönlichsten, denn der Fotograf Jürgen Graetz wohnte mit seiner Familie im Berliner Stadtbezirk Treptow in Sichtweite der Grenze zu Neukölln. Die ältesten Aufnahmen in der Ausstellung zeigen eine Nachbarsfamilie, die 1984 auf gepackten Kisten und Koffern sitzt. Sie will/darf ausreisen.

Graetz blickt mit seiner Praktika in freudige, aber auch fragende Gesichter. Der Großteil der Bilder zeigt jedoch die berühmten Tage Anfang November 1989, die die deutsche Geschichte friedlich veränderten. Für den westdeutschen Betrachter fasst ein Bild die damalige Situation zusammen: Im Nebel ist im Hintergrund der Reichstag schemenhaft – natürlich noch ohne Kuppel – zu erkennen, auf der großen Wiese davor steht –im Goldenen Schnitt – eine verrostete Schubkarre ohne Räder. Was sagte doch Erich Honecker? "Vorwärts immer, rückwärts nimmer". Diese Schubkarre fuhr nirgendwo mehr hin. Jürgen Graetz kam eher durch Zufall ans Fotografieren. Eigentlich war er Schaufenstergestalter, wurde dann aber für Verlage eingesetzt, die einen Fotografen benötigten. So bildete er sich in dem Beruf aus, arbeitete unter anderem für die Zeitschrift "Sibylle", die Wochenpost und die Berliner Zeitung.

Die Ausstellung "Zwischen Aufbruch und Abbruch" in der Galerie der Alten Brennerei auf Gut Zernikow ist noch bis zum 4. Oktober zu besichtigen. Die Öffnungszeiten sind Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr.

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