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Kultur
Ausstellungen in Altranft erinnern an der Kriegsende

Nadja Voigt / 02.08.2020, 20:50 Uhr
Altranft (MOZ) Großen Zuspruch erlebte der zweite Programmtag des Oderbruch-Museums Altranft am Sonnabend. Nicht nur von den vielen interessierten Besuchern, sondern auch von der Politik. Und von Brigitte Faber-Schmidt sowieso. Die Chefin von Kulturland Brandenburg lobte die Arbeit der Museumsmacher in Altranft, ihren langen Atem und die Präsenz. "Das reüßiert bundesweit", so die Geschäftsführerin der Marke "Kulturland Brandenburg" der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte. "Ich freue mich auf alles, was in Zukunft noch auf den Weg gebracht wird", sagte sie dem Museumsteam am Sonnabend. Anlass waren die Eröffnung gleich zweier Ausstellungen anlässlich von "Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg– Kulturland Brandenburg 2020". Das ist zum einen "Putin in Altranft" und zum anderen das "Tuch der Heimaten". Beides zu sehen im Park des Schlosses beziehungsweise in der Patronatskirche. (Mehr dazu lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben des Oderland-Echos).

Frieden währt seit 75 Jahren

Bereits ein Menschenleben lang gebe es Frieden, erinnerte Lars Fischer die Anwesenden am Sonnabend bei der Eröffnung. In Deutschland. Im Oderbruch. In Altranft. Dort wurde immer wieder behauptet, dass in den 1970er Jahren Wladimir Putin über den Dorfanger lief. Aus diesen und anderen Anekdoten fertigte die Leipziger Künstlerin Johanna Benz Bilder, die nun im Park des Schlosses Altranft zu sehen sind. Eine Bildgeschichte, die von den Sowjetischen Streitkräften nach 1945 bis zu ihrem Abzug erzählt. Ihre Ausstellung "Putin in Altranft" thematisiert den Einfluss der Sowjetischen Streitkräfte auf die Nachkriegsentwicklung des Dorfes. Gespräche mit Altranftern bilden die Grundlage für ihre Bilder. Anrührend aber auch amüsierend seien diese gewesen, berichtete die Zeichnerin. Digital seien ihre Werke dann entstanden, bevor Theatermaler Christoph Kugler sie auf große Wände übertrug. "Die Altranfter, von denen viele auch heute hier sind, waren sehr freigiebig mit ihren Erinnerungen und die künstlerische Arbeit schaut ihnen direkt auf den Mund", so Lars Fischer vom Programmbüro des Oderbruch-Museums Altranft.

Die Einrichtung habe ihn vom ersten Tag in seinem noch neuen Posten als Staatssekretär im Potsdamer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur begleitet, sagte Tobias Dünow. "Da musste echt mal hin, die machen alles richtig", zitierte er eine Empfehlung. Und freute sich, dieser nun nachgekommen zu sein. Lange nahm er sich Zeit, um das Gelände und die Räumlichkeiten in Augenschein zu nehmen. Das zu entdecken, wozu die Besucher immer zwischen Donnerstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr Gelegenheit haben. Und vielfältig Gebrauch machen. So viele Interessierte wie nie besuchten bereits in diesem doch schwierigen Jahr die Werkstatt für ländliche Kultur mit Sitz in Alttranft.

Menschen stehen 2020 im Vordergrund des Themenjahres. Und so stand der zweite Programmtag der Altranfter Einrichtung auch ganz im Zeichen von "Land und Leuten", Werken,  im Bildersalon des Schlosses vorgestellt. Von Erika Stürmer-Alex, Christine Müller-Stosch, Renate Kohl, Werner Zenglein und Antje Scholz. Was das Oderbruch als künstlerischen Gegenstand und als Lebens- und Arbeitsort für Künstler ausmacht, wurde anschließend in einem Gespräch mit dem Kulturladen Wilhelmsaue erkundet.

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